Aufgaben/Organisation
1. Vorgeschichte
Noch vor Beendigung der Kampfhandlungen, am 28. April 1945, ordnete der Militärkommandant der Stadt Berlin mit seinem Befehl Nr. 1 die Schließung der Banken und die Konfiszierung der Reichsmarkbestände an. Die Geld- und Kreditinstitute erhielten Weisung, die Tresore zu versiegeln und Liquidationsbilanzen aufzustellen. [1] Analoge Befehle sowjetischer Truppen- bzw. Kreis- und Ortskommandeure ergingen in der gesamten Sowjetischen Besatzungszone (SBZ). Jegliche Finanzgeschäfte wurden eingestellt. Das frühere Bankensystem brach völlig zusammen.
Der Auflösung des alten Bankenapparates folgte unmittelbar eine Neustrukturierung.
Der am 23. Juli 1945 erlassene Befehl Nr. 01 der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) zur Neuorganisation der deutschen Finanz- und Kreditorgane gestattete die Bildung von Provinzial- und Landesbanken [2] sowie von städtischen und kommunalen Banken. Sparkassen und staatliche Versicherungsgesellschaften nahmen ihre Tätigkeit auf. [3] Wenig später folgten landwirtschaftliche Kreditgenossenschaften.
Durch die Eröffnung von Gewerbebanken und Postsparkassen wurde das Netz der Kreditinstitute Anfang des Jahres 1946 nochmals erweitert. Als zentrale Institution für die technische Abwicklung des Überweisungsverkehrs zwischen den neu- bzw. wiedereröffneten Bankinstituten fungierte über die Ländergrenzen hinweg ab August 1945 die Bankenverrechnungsstelle Potsdam, die dem Leiter der Provinzialbank der Provinz Brandenburg unterstand. [4]
Zur Regulierung des Geldumlaufs und zur Erleichterung des Zahlungsausgleichs zwischen den verschiedenen Kreditinstituten wurden in Durchführung des SMAD-Befehls Nr. 37 vom 19. Februar 1947 Emissions- und Girobanken in den Ländern der SBZ mit Sitz in Dresden, Halle, Weimar, Potsdam und Schwerin gegründet. [5] Sie fungierten als Anlage- und Refinanzierungsinstitute für die Banken und Sparkassen, als Kassenvollzugsorgane der einzelnen Länder und beteiligten sich maßgeblich an der Emission von Länderanleihen. [6] Um eine Koordinierung der Geschäftsgrundsätze zwischen den Emissions- und Girobanken zu erreichen, bevollmächtigten die Ministerpräsidenten der Länder die Deutsche Zentralfinanzverwaltung, verbindliche Anweisungen für deren Tätigkeit zu erlassen. [7]
Die Entwicklung der Wirtschaft erforderte jedoch immer dringender eine konzentrierte Leitung des Geld- und Giroverkehrs. Die im März 1948 mit der Wirtschaftsleitung und -planung beauftragte Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) benötigte zur Durchsetzung zentralwirtschaftlicher Bestimmungen ein zentrales Geldinstitut. Zu vorbereitenden Arbeiten für die Gründung einer solchen Einrichtung in der SBZ etablierte sich in Potsdam ein Organisationsausschuss, dem im März 1948 35 Mitarbeiter der Kommission der Deutschen Zentralfinanzverwaltung zur Sicherstellung der Geschäftsunterlagen und Wertpapiere der Hauptsitze geschlossener deutscher Banken (Bankenkommission) [8] angehörten. Die vordringlichste Aufgabe bestand in der Übernahme der Aufgaben der Bankenverrechnungsstelle Potsdam. [9]
Am 26. Mai 1948 wurde auf der Grundlage des SMAD-Befehls Nr. 94 vom 21. Mai 1948 die Deutsche Emissions- und Girobank als Spitzeninstitut der auf Länderebene agierenden Emissions- und Girobanken mit Sitz in Potsdam geschaffen. [10] Der Personalbestand umfasste ca. 50 Mitarbeiter. Die Struktur beschränkte sich auf die Abteilungen Personal, Organisation, Verwaltung, Korrespondenz, Überweisung, Kontokorrent-Buchhaltung, Hauptbuchhaltung, Revision, Expedition und Registratur. [11]
Das Grundkapital von 100 Millionen Reichsmark stellten die Emissions- und Girobanken der Länder, die Hauptverwaltung (HV) Finanzen und weitere Hauptverwaltungen der DWK bereit. Geschäftsführende Organe waren der Verwaltungsrat und das Direktorium, das aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und drei weiteren Direktoren bestand.
Zu den Hauptaufgaben der Deutschen Emissions- und Girobank gehörte die Regelung des Geldumlaufs in der gesamten SBZ einschließlich Groß-Berlins, die Durchführung des Zahlungsverkehrs mit anderen Besatzungszonen und dem Ausland sowie die Koordinierung der Tätigkeit der Emissions- und Girobanken der Länder. Das Recht der Notenausgabe erhielt sie nicht. [12]
Als Präsident wurde Willy Huhn (SED), zum Vizepräsidenten Dr. Hermann Landwehr (parteilos) berufen. Die Ernennungen erfolgten durch den Verwaltungsrat der Bank auf Vorschlag des Leiters der HV Finanzen der DWK. Zu Mitgliedern des Direktoriums wurden Charles-Hermann Dewey und Hermann Henke bestellt. [13] Der mit der Leitung der Organisations- und Revisionsabteilung beauftragte Hermann Fürst (SED) erhielt auf Empfehlung des Direktoriums seine Berufung zum Prokuristen. [14]
In den westlichen Besatzungszonen vollzogen die dortigen Militärregierungen in der Zeit vom 18. - 20. Juni 1948 eine separate Währungsreform. [15] Um eine Überschwemmung mit wertlos gewordener Reichsmark zu verhindern, schloss sich vom 24. - 28. Juni 1948 eine Währungsreform in der SBZ an. [16]
2. Errichtung, gesetzliche Grundlagen, Zuständigkeit
Zur Vollendung der Währungsreform und zur weiteren Festigung des Geldumlaufs in der SBZ und im Gebiet von Groß-Berlin bestimmte der SMAD-Befehl Nr. 122 vom 20. Juli 1948 und eine entsprechenden Anordnung der DWK vom gleichen Tag die Umbenennung der Deutschen Emissions- und Girobank in Deutsche Notenbank (DNB).
Der Sitz der Bank wurde von Potsdam nach Berlin, in das Gebäude der ehemaligen Berliner Handelsgesellschaft in der Französischen Straße, verlegt. [17]
Aufgaben und weitere rechtliche Grundsätze zur Organisation und Verwaltung der DNB regelte die Satzung vom 20. Juli 1948. [18]
Der HV Finanzen der DWK unterstellt, sollte die DNB als Hausbank der obersten Verwaltungsbehörden und sonstigen zentralen Organisationen und Einrichtungen die Wirtschaftsplanung mit den Mitteln der Kredit- und Geldpolitik aktiv unterstützen und der Förderung der Kapitalbildung sowie der Lenkung der Mittel entsprechend den wirtschaftlichen Bedürfnissen dienen.
Ihr oblag die Realisierung folgender Aufgabenbereiche:
  • Regelung des Geldumlaufs
  • Organisation des Zahlungsverkehrs sowie der Zahlungsausgleich mit den anderen Besatzungszonen und dem Ausland
Zur Erfüllung dieser Aufgaben hatte die DNB das ausschließliche Recht, Geldzeichen auszugeben [19] und ferner die Befugnis, allgemeinverbindliche Anordnungen über die bankmäßige Organisation und Durchführung des Geld-, Überweisungs- und Scheckverkehrs zu erlassen. Des weiteren überwachte sie die Tätigkeit der Emissions- und Girobanken und konnte für diese verbindliche Anordnungen in Bezug auf die Regelung des Geldumlaufs und auf dem Gebiet des Kreditwesens herausgeben. Die DNB bestimmte über die Unterhaltung von Mindestguthaben durch die Geld- und Kreditinstitute, einschließlich der Postscheckämter und der Postsparkasse. [20] Sie legte den Wechselkurs der DM gegenüber anderen Währungen fest und war mit der Verwaltung der Devisenreserven betraut.
Das Grundkapital der DNB betrug 100 Millionen DM. Beteiligt daran waren die Hauptverwaltungen der DWK und die Emissions- und Girobanken der Länder.
Als Organe der Bank fungierten der Verwaltungsrat und das Direktorium. Das Direktorium führte die gesamten Geschäfte der DNB, vertrat die Bank gerichtlich und zeichnete verantwortlich für die Einstellung und Entlassung von Angestellten. Es bestand aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und bis zu vier weiteren Direktoren. Der Verwaltungsrat hatte die allgemeine Leitung und die Kontrolle der Tätigkeit der DNB zu gewährleisten. [21] Ihm gehörten 17 Mitglieder an, die ehrenamtlich arbeiteten und ihre Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit unter dem Vorsitz des Leiters der HV Finanzen der DWK faßten. [22]
Zum ersten Präsidenten der DNB wurde Willy Huhn ernannt. [23]
Im Februar 1949 erfolgte auf Anweisung der HV Finanzen der DWK die Berufung von Wilhelm Boes (SED) zum weiteren Vizepräsidenten der DNB. [24]
Die Vergrößerung des Direktoriums zog eine Änderung der Satzung zum 09. März 1949 nach sich. [25]
Nach Gründung der DDR im Oktober 1949 und der damit verbundenen Auflösung der DWK fungierte das Min. der Finanzen als Aufsichtsbehörde für die DNB.
Die Sowjetische Kontrollkommission (SKK) löste die SMAD ab. Durch sogenannte Empfehlungen des Leiters der Finanzabteilung der SKK, Sitnin, an den Präsidenten der DNB vollzog sich die Entwicklung des Bankensystems in der DDR maßgeblich nach sowjetischem Vorbild in Richtung Zentralisation und Konsolidierung.
Mit dem Übergang zur zentralistischen Planwirtschaft wurde das Bankensystem Anfang des Jahres 1950 vor Aufgaben gestellt, die eine weitere Konzentration erforderten. [26]
Bis dahin bestand die DNB ohne eigenen Unterbau. Daneben existierten in den Ländern die Emissions- und Girobanken mit Filialen in größeren Städten, die Landeskreditbanken mit einem umfangreichen Zweigstellennetz, ferner kommunale Sparkassen in den Stadt- und Landkreisen und die gewerblichen und ländlichen Kreditgenossenschaften. Darüber hinaus gab es die in Genossenschaftsform betriebenen Reichsbahnsparkassen, die Post-, Spar- und Darlehensvereine sowie in den Ländern Thüringen und Sachsen einige Privatbanken. [27]
Mit dem Gesetz der Provisorischen Volkskammer vom 22. März 1950 "Über die Eingliederung von Kreditinstituten in die Deutsche Notenbank" erfolgte die Integration der Landeskreditbanken und ihrer Niederlassungen sowie der Emissions- und Girobanken der Länder mit allen Aktiva und Passiva als Filialen der DNB rückwirkend zum Januar 1950. Die DNB umfasste nunmehr fünf Landeszentralen mit Sitz in Dresden, Halle, Weimar, Potsdam und Schwerin und 539 Niederlassungen. [28]
Die Aufgaben der volkseigenen Banken waren nach den strukturellen Änderungen genau abgegrenzt. Die DNB trug die Verantwortung für die Lenkung des gesamten Geld- und Zahlungsverkehrs sowie für die Vergabe kurzfristiger Kredite an die volkseigene Wirtschaft (Industrie, Bauwesen, Handel, Landwirtschaft, sonstige Wirtschaft) und die Konsumgenossenschaften. Die Lenkung und Kontrolle von Investitionen und die Abwicklung des langfristigen Kreditgeschäftes oblag der Deutschen Investitionsbank. [29] Die Funktion der Sparkassen lag in der Pflege des Spargedankens. [30]
Im November 1950 reichte der Präsident der DNB, Willy Huhn, nach erheblichem politischen Druck "aus gesundheitlichen Gründen" beim Ministerpräsidenten der DDR ein Rücktrittsgesuch ein. [31] Sein Nachfolger im Amt wurde ab 13. Dezember 1950 Greta Kuckhoff (SED). [32]
Die Aufwertung ihrer zentralen Stellung erfuhr die DNB mit dem "Gesetz über die Deutsche Notenbank" vom Oktober 1951, durch das sie den Status einer Staatsbank und das alleinige Recht zur Ausgabe von Banknoten erhielt. Sie unterstand nun unmittelbar dem Ministerrat, in dem der Präsident der DNB mit Sitz und Stimme vertreten war.
Das Gesetz betraute die DNB mit der Führung der Kassengeschäfte des Staatshaushaltes. Darüber hinaus blieben ihre Aufgaben im wesentlichen die gleichen.
Sie arbeitete nach einem Haushaltsplan, der vom Min. der Finanzen bestätigt werden musste.
Das Grundkapital der DNB wurde auf 400 Millionen DM festgelegt.
Als Organe der DNB blieben das Direktorium und der Verwaltungsrat bestehen, jedoch führte nunmehr der Ministerpräsident den Vorsitz im Verwaltungsrat. Der Minister für Finanzen übernahm die Funktion des Stellvertreters. Das Direktorium setzte sich aus dem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und fünf Direktoren zusammen. [33]
Die sich aus dem Gesetz ergebenden höheren Anforderungen an die Tätigkeit der DNB erforderten eine Konzentration auf wirtschaftliche Schwerpunkte, wie die volkseigene Wirtschaft, die Konsumgenossenschaften, die übrigen Genossenschaften (außer Landwirtschaft) und die größeren Privatbetriebe. Mit der Ersten Durchführungsbestimmung vom 08. November 1951 zum "Gesetz über die Deutsche Notenbank" erfolgte daher eine Aufgabenabgrenzung zwischen der DNB und den anderen Bankinstituten. Ab 01. Januar 1952 führte die DNB keine Konten mehr für natürliche Personen, Bauernwirtschaften, Handwerksbetriebe und private Betriebe der Industrie, des Einzelhandels sowie des Verkehrs mit bis zu zehn Beschäftigten. Mit Ausnahme der Konten der Bauernwirtschaften, die die VdgB (BHG) übernahm, wurden die übrigen Konten auf die Sparkassen übertragen. [34]
Maßgebliche Veränderungen in der Organisation des Bankenwesens vollzogen sich durch das Gesetz vom 23. Juli 1952 "Über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise staatlicher Organe in den Ländern der DDR". Im Rahmen einer Verwaltungsreform wurden die in der DDR bestehenden fünf Länder aufgelöst und 15 Bezirke, einschließlich Berlin, geschaffen. Die Errichtung der Bezirke und die Bildung zahlreicher neuer Kreise hatte erhebliche Auswirkungen auf Struktur und Arbeitsweise der DNB.
Eine nochmalige Aufgabenabgrenzung zwischen den staatlichen Bankinstituten ergab sich aus der Durchführung des Gesetzes vom 11. Februar 1958 "Über die Vervollkommnung und Vereinfachung der Arbeit des Staatsapparates in der DDR" bzw. aus der dazu erlassenen Verordnung vom 13. Februar 1958 "Über die Verbesserung der Arbeit des Min. der Finanzen und der übrigen Finanzorgane". Die Finanzierung und Kontrolle der volkseigenen Landwirtschaft, die bis dahin die DNB und die Deutsche Investitionsbank abwickelten, übernahm die Deutsche Bauern-Bank. Die Finanzierung des gesamten Wohnungsbaues und die Verwaltung aller für den Wohnungsbau gegebenen Darlehen aus Mitteln der Kreditinstitute oder des Haushalts - soweit nicht Verbindungen mit landwirtschaftlichen Betrieben bestanden - wurde bei den Sparkassen konzentriert. [35]
Im April 1958 erfolgte ein Wechsel in der Leitung der DNB. Greta Kuckhoff war ähnlich wie ihr Vorgänger, Willy Huhn, nicht bereit, fachlich fragwürdige geldpolitische Entscheidungen der SED bzw. des Ministerrates der DDR unwidersprochen hinzunehmen. Nach dem Geldumtausch im Oktober 1957, in dessen Vorbereitung sie offenbar nicht einbezogen worden war, trat sie im April 1958, ebenfalls aus "gesundheitlichen Gründen", als Präsident der DNB zurück. [36] Ihr Nachfolger wurde Martin Schmidt [37] und blieb es bis zu seinem Tod im Juni 1961. Als sein Amtsnachfolger wurde Rolf Wetzel, bis dahin Stellvertreter des Ministers der Finanzen, ernannt. [38]
Mit der Einführung des "Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung" durch den VI. Parteitag der SED Anfang 1963 sollte das Wirtschaftssystem der DDR auf der Grundlage der von der Staatlichen Plankommission vorgegebenen Perspektivpläne modernisiert und dessen Effizienz erhöht, bestehende Mängel beseitigt und ein dem entwickelten industriellen Niveau angepasstes Planungs- und Leitungsniveau aufgebaut werden.
Kernpunkt der eingeleiteten Reformen war es, durch eine stärkere Differenzierung der Löhne sowie die Gewährung von Prämien Leistungsbereitschaft zu belohnen und die Motivation der Beschäftigten zu erhöhen. Das eigenverantwortliche Handeln der Betriebe sollte durch eine Beteiligung am Gewinn gefördert werden. Im Rahmen einer Industriepreisreform [39] erhielten die Betriebe sogar beschränkte Preissetzungsmöglichkeiten.
Darüber hinaus erfolgte die Umbildung der Vereinigungen Volkseigener Betriebe (VVB) zu finanziell bedingt selbständigen, nach dem Produktionsprinzip organisierten "Gebilden" mit voller Verantwortung für die technische und kaufmännische Entwicklung der ihnen unterstellten Volkseigenen Betriebe (VEB).
Die DNB trug den veränderten betrieblichen Planungs- und Lenkungsprozessen mit der Gründung von Industriebankfilialen ab September 1963 Rechnung. Die Industriebankfilialen übten die Finanz- und Kreditkontrolle auf der Grundlage des Kredit- und Kassenplanes gegenüber den VVB aus. Ihre Anleitung erfolgte zentral durch die DNB. [40] Sie fungierten als Kassenvollzugsorgane des Staatshaushaltes und erhielten die Aufgabe, die planmäßige Abführung der dem Staatshaushalt zustehenden Gewinne und anderen Einnahmen zu kontrollieren. [41]
Im Juni 1964 wurde Rolf Wetzel wurde von seiner Funktion als Präsident entbunden. [42] Er übergab das Amt an Helmut Dietrich. [43]
Mit der Richtlinie des Präsidiums des Ministerrates der DDR vom 03. September 1964 "Über die Verantwortung und die Hauptaufgaben der Deutschen Notenbank im neuen ökonomischen System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft" wurden die Aufgaben für die Einordnung der DNB in das Neue Ökonomische System konkret festgelegt. [44]
Sie bestanden in der Entwicklung einer wissenschaftlich begründeten Führungstätigkeit, der Weiterentwicklung der Planung und der Ausnutzung ökonomischer Hebel [45] in Verbindung mit materiellen Interessen.
Die von der DNB im Neuen Ökonomischen System zu lösenden Aufgaben, die inhaltlich über den Rahmen des Gesetzes über die Deutsche Notenbank vom 31. Oktober 1951 hinausgingen, machten eine Neufassung der Rechtsnorm erforderlich. [46]
Dies geschah mit dem "Gesetz über die Deutsche Notenbank" vom 20. Dezember 1965. Das neue Gesetz beinhaltete Festlegungen zur staatsrechtlichen Stellung, zu den Aufgaben und Leitungsverhältnissen der DNB. Es erfüllte damit zugleich die Funktion eines Statuts, [47] wie es sonst für Staatsorgane in der Rechtsform einer Verordnung des Ministerrates der DDR erlassen wurde und fixierte neue bzw. erweiterte Befugnisse wie
  • das Prinzip der Einzelleitung des Präsidenten und die kollektive Beratung durch das Direktorium
  • die Ausarbeitung des Bargeldumsatzplanes der DDR, die Organisierung der Bargeldemission und die Einschätzung der Stabilität der umlaufenden Geldmenge
  • den Erlass von Bestimmungen über die Durchführung des Zahlungs- und Verrechnungsverkehrs und über die Kreditgewährung sowie die Festlegung der Zinssätze
  • die Verantwortung der DNB zur Mitwirkung bei der Aufstellung der Pläne der VVB und VEB
  • den Abschluss von Bankenabkommen und -vereinbarungen und die Zusammenarbeit mit internationalen Banken und Organisationen
  • die Übernahme von Aufgaben der Haushaltsdurchführung (Bestätigung und Kontrolle der Quartalskassenpläne)
Die DNB, im Gesetz als Staatsbank der DDR bezeichnet [48], fungierte als Zentrum für die Anlage freier Geldmittel der Volkswirtschaft und arbeitete nunmehr nach einem Finanzplan. Dem ständig angewachsenen Geschäftsumfang entsprechend erfolgte die Erhöhung ihrer Umlaufmittelfonds von 400 Millionen auf 600 Millionen MDN. [49]
Auf dem 11. Plenum des ZK der SED im Dezember 1965 wurde die gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung in der DDR umfassend analysiert und der Beginn der zweiten Etappe des Neuen Ökonomischen Systems bekannt gegeben. Der Hauptaugenmerk dieser Etappe lag in der Einführung von Jahresendprämien in den Betrieben und von Produktionsfondsabgaben in den VVB. Anstelle des aufgelösten Volkswirtschaftsrates der DDR entstanden acht Industrieministerien.
In der zweiten Etappe des Neuen Ökonomischen Systems erhöhte sich die Rolle des Kreditsystems und damit die Verantwortung der DNB durch die Weiterentwicklung der Planung und Bilanzierung und der Einführung des Prinzips der Eigenerwirtschaftung der Mittel für die erweiterte Reproduktion der Betriebe.
Die DNB konzentrierte sich auf den Ausbau ihrer Funktion als Emissionszentrum der DDR hinsichtlich der Stabilität der Währung und als Wirtschaftsbank im Hinblick auf einen höheren Nutzeffekt bei der Kreditausreichung an die Betriebe und VVB. [50]
Mit dem Beschluss des Ministerrates der DDR vom 29. Juni 1966 über "Die qualitative Veränderung der Arbeitsweise der Deutschen Notenbank in der 2. Etappe des neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung" wurden die Verantwortung, die Stellung und die Hauptaufgaben der DNB nochmals konkretisiert und exakter festgelegt. In Umsetzung des Beschlusses veränderte sich die Zusammensetzung des Direktoriums der DNB, dem nun auch leitende Funktionäre aus zentralen Staatsorganen, der Wirtschaft, aus wissenschaftlichen Einrichtungen und gesellschaftlichen Organisationen angehörten. Diese sollten den Präsidenten als "Experten" in Grundsatzfragen der Bankarbeit beraten. Darüber hinaus wurde durch Ausgliederung der für die finanzielle Abwicklung von Außenhandelsgeschäften zuständigen Bereiche aus der DNB zum 01. Juli 1966 die Deutsche Außenhandelsbank AG (DABA) gebildet. [51]
Die stärkere Gewinnorientierung der VEB im Neuen Ökonomischen System führte dazu, dass sie ihre Produktion zu Lasten wichtiger Vorleistungs- oder Konsumgüter umstellten und so in Konflikt mit den zentralstaatlichen Planvorgaben gerieten. Es kam immer öfter zu Lieferstörungen und Versorgungsengpässen, die teilweise auch internationale Verpflichtungen der DDR im Rahmen des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) berührten. Die Ereignisse des "Prager Frühlings" bestärkten die Bedenken der SED, dass mit den wirtschaftlichen Reformen auch eine Unterminierung ihrer politischen Vormachtsstellung verbunden sein könnte. Infolgedessen erfolgte eine Kurskorrektur und die Rückkehr zur zentralen Steuerung von Planung und Produktion.
Unter Berücksichtigung der Rolle der Betriebe wurden auch die Stellung und die Aufgaben der Banken analysiert und Festlegungen zur Bildung einer einheitlichen Geschäftsbank getroffen um somit die getrennte Finanzierung der Grund- und Umlaufmittel der Betriebe zu beseitigen. [52]
Der Beschluss des Politbüros der SED über "Die neue Rolle und den zweckmäßigsten Aufbau des Banksystems unter den Bedingungen der 2. Etappe des neuen ökonomischen Systems, insbesondere über die Beziehungen zwischen den Banken und Betrieben" vom 28. Februar 1967 und der entsprechende Beschluss des Ministerrates der DDR vom 05. April 1967 gaben den Anstoß zur Erarbeitung von Organisations- und Maßnahmeplänen, die zur Bildung der Staatsbank der DDR sowie der Industrie- und Handelsbank aus der bisherigen DNB und der Deutschen Investitionsbank führten. [53]
Ab August 1967 übernahm Dr. Margarete Wittkowski [54] das Amt des Präsidenten der DNB. Ihr Vorgänger, Helmut Dietrich, wurde vom Ministerrat der DDR als Vizepräsident bestätigt. [55]
Zum 01. Januar 1968 gab die DNB ihre Geschäftsbankfunktion [56] an die Industrie- und Handelsbank ab und konzentrierte sich auf die Verwirklichung ihrer Aufgaben als Emissionsbank bei der Bilanzierung des gesamten Kreditsystems, der Ausarbeitung von Grundsätzen auf den Gebieten des Geldumlaufs und des Kredits und der Refinanzierung der Geschäftsbanken. Es erfolgte die Umbenennung in "Staatsbank der Deutschen Demokratischen Republik".
Die Industrie- und Handelsbank übernahm zum 01. Januar 1968 alle Niederlassungen der DNB mit den von ihnen genutzten Grundstücken, Gebäuden, Inventar usw.
Im Ergebnis der Umstrukturierungen im Bankensystem kam es zur Veränderung der Währungsbezeichnung in der DDR. Aus der bisherigen Mark der DNB (MDN) wurde die Mark der DDR (M).
3. Organisation und Geschäftsverteilung
Im Laufe des Bestehens der DNB änderte sich die Geschäftsverteilung entsprechend der jeweiligen Aufgabenstellungen. Änderungen in der Arbeitsweise, Verlagerung von Kompetenzen und gesetzliche Bestimmungen führten zu mehrfachen strukturellen Änderungen, von denen im Folgenden nur die wesentlichen dargestellt werden.
Die DNB nahm im Juli 1948 mit 57 Angestellten ihre Tätigkeit am neuen Dienstsitz in Berlin auf. Das Direktorium, als Vorstand der DNB, beschloss in seiner Sitzung vom 24. Juli 1948 die vorläufige Geschäftsverteilung. Danach zeichnete ein Direktoriumsmitglied für mehrere Abteilungen verantwortlich. [57]
Präsident (Willy Huhn) [58]
Allgemeines Sekretariat
Verkehr mit den Besatzungsmächten
Notenausgabe und Münze
Volkswirtschaftliche Abteilung
Bankenaufsicht und Statistik
Presse
Bücherei und Archiv
Dolmetscherbüro
Vizepräsident (Dr. Hermann Landwehr)
Rechtsabteilung
Kreditabteilung
Diskontabteilung
Lombardabteilung
Devisenabteilung
Remboursabteilung
Direktor (Hermann Henke)
Personalabteilung
Korrespondenz- und Akkreditivabteilung
Überweisungsabteilung
Hauptbuchhaltung
Buchhaltung
Filialabteilung
Direktor (Charles Dewey)
Verwaltungsabteilung
Kasse
Scheckabteilung
Kassen-Tresor
Postein- und -ausgang
Botenmeisterei
Registratur
Falschgeldabteilung
Wertpapierabteilung, Wertpapier-Tresor, Wertpapier-Emissionsbüro, Korsortialbüro und Wechselabteilung sollten einem noch zu berufenden Direktor unterstellt werden. [59] Der Prokurist Hermann Fürst erhielt den Auftrag zur Leitung der dem Gesamtvorstand unterstellten Organisations- und Revisionsabteilung.
Mit der Übertragung des Rechtes zur Notenausgabe, durch die Übernahme der Verrechnung und von Aufgaben zur Durchführung der Währungsreform erhöhte sich die Anzahl der Mitarbeiter bis zum 31. Dezember 1948 auf 204 und stieg bis zum 30. Juni 1949 auf 415 an. Die Einstellungen erfolgten nach einem Struktur- und Stellenplan, der die Zustimmung eines vom Verwaltungsrat eingesetzten Haushalts-Sonderausschusses gefunden hatte und für das Jahr 1949 eine Mitarbeiterzahl von 733 Angestellten und Arbeitern vorsah. [60]
Ab September 1949 erweiterte sich das Tätigkeitsfeld der DNB in erheblichem Umfang. Der Abschluss des Frankfurter Abkommens im Oktober 1949 erforderte die Einrichtung einer neuen Abteilung für die gegenseitige Verrechnung zwischen beiden deutschen Staaten (Interzonenabteilung). [61] Bereits im Frühjahr 1949 hatte sich eine Abteilung Währungsreform etabliert.
Durch die Steigerung des Außenhandels und den damit verbundenen Arbeitsanfall in der Devisenbewirtschaftung und im Clearingverkehr musste die Ex- und Importfinanzierungsabteilung umfassend ausgebaut werden. Darüber hinaus gingen die bisherigen Aufgaben der Garantie- und Kreditbank AG [62] hinsichtlich der Auslands-Akkreditive [63] restlos auf die DNB über. Auch die Organisationsabteilung, die Hauptkasse, Falschgeld- und Kassen-Tresorabteilung und Revisionsabteilung benötigten eine erhebliche Verstärkung an Personal, um den anstehenden Arbeiten gerecht zu werden. Der Stellenplan für das Jahr 1950 sah daher eine Erhöhung der Stellenplanziffern gegenüber dem Jahr 1949 um 456 auf 1189 Planstellen vor. [64]
Die organisatorischen und institutionellen Voraussetzungen für das Wirken der DNB als zentrales Bankinstitut der DDR wurden mit der Eingliederung der fünf Emissions- und Girobanken der Länder sowie der Landeskreditbanken im Jahr 1950 geschaffen.
Die DNB bestand ab diesem Zeitpunkt aus einer Zentrale, 5 Landeszentralen und einem umfangreichen Niederlassungsnetz. [65]
Die integrierten Kreditinstitute hatten jedoch bei ihrer Gründung im Jahr 1945 die verschiedenartigsten Organisationsformen der geschlossenen Altbanken übernommen. Es mussten daher einheitliche Strukturen mit klarer Aufgabengliederung entwickelt werden, um ein reibungsloses Arbeiten der DNB zu gewährleisten.
Der Strukturplan vom Juni 1951 weist für die Zentrale, neben Direktorium und Präsident, folgende Organisation aus [66]:
  • HA 1 Verwaltung und Recht (Wilhelm Boes)
  • HA 2 Geldumlauf, Staatshaushalt (Charles Dewey)
  • HA 3 Kredite (Hermann Fürst)
  • HA 4 Außenhandel, Innerdeutscher Handel (Werner Todtmann)
  • HA 5 Organisation, Zentralrevision, Buchhaltung, Überweisungs-, Scheck- und Wertpapierverkehr (Kurt Koch)
  • HA 6 Planung (Walter Heinicke)
Dem Präsidenten wurden das Präsidial-Sekretariat und die Aufgabengebiete Personal, Schulung sowie Verschlusssachen direkt unterstellt.
Die Mitglieder des Direktoriums fungierten zugleich als Leiter der Hauptabteilungen.
Die Struktur der Landeszentralen und der Niederlassungen orientierte sich an der Organisation der Zentrale. In der Zentrale liefen alle grundsätzlichen Aufgaben zusammen. Sie führte keine operative Arbeit durch, sondern konzentrierte sich auf Leitungsaufgaben und die Bearbeitung grundlegender Fragen. Dazu gehörten u.a. die Aufstellung des Bargeldumsatzplanes und des Kreditplanes der DDR und die Festlegung einheitlicher Maßnahmen im bargeldlosen Zahlungsverkehr. Die Landeszentralen arbeiteten mit den Niederlassungen in ihrem Zuständigkeitsbereich eng zusammen. Die Niederlassungen, die an wirtschaftlich bedeutenden Standorten existierten, führten die eigentliche operative Arbeit durch, den unmittelbaren Geschäftsverkehr mit den volkseigenen und privaten Betrieben und Unternehmungen sowie den Einrichtungen des Staatshaushalts. [67]
Im Zuge der Verwaltungsreform vom Juli 1952 wurde die organisatorische Gliederung der DNB an die Gliederung der staatlichen Verwaltungseinteilung (Republik, Bezirke, Kreise) angepasst. [68] An die Stelle der fünf Landeszentralen traten nun 14 Bezirksfilialen, die für die Anleitung und Kontrolle der Niederlassungen ihres Bezirksbereiches verantwortlich zeichneten. [69] In Berlin übernahm das Berliner Stadtkontor die Funktion einer Bezirksfiliale. [70]
Die Struktur der Bezirksfilialen und Niederlassungen entsprach im Wesentlichen der Organisation der Zentrale, die laut Strukturplan vom 01. Juni 1952 aus folgenden Hauptabteilungen bestand [71]:
  • HA 1 Planung
  • HA 2 Kredite
  • HA 3 Geldumlauf
  • HA 4 Ausland
  • HA 5 Organisation-Revision
An Stelle der Hauptabteilungen existierten in den Bezirksfilialen und Niederlassungen Abteilungen. In manchen Niederlassungen waren auf Grund der Größe einzelne Abteilungen nicht vorhanden bzw. mehrere Abteilungen zu einer zusammengefasst. [72]
Als beratendes Gremium stand dem Präsidenten der DNB ab Dezember 1953 ein Kollegium zur Seite. Zu den von ihm berufenen Mitgliedern gehörten der Vizepräsident und leitende Mitarbeiter. Die Sitzungen des Kollegiums fanden unter der direkten Leitung des Präsidenten alle 14 Tage statt. Daran nahmen neben den Mitgliedern der Sekretär der Parteiorganisation der SED der DNB und zu bestimmten Tagesordnungspunkten gesondert geladene Mitarbeiter oder externe "Experten" teil. Die Beratungstätigkeit umfasste grundlegende Probleme der Arbeit der DNB, den Entwurf gesetzlicher Bestimmungen und insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Min. der Finanzen. [73] Ab März 1954 beteiligte sich Staatssekretär Willy Rumpf, im Min. der Finanzen zuständig für die Koordinierung der Finanzwirtschaft, an den Kollegiumssitzungen der DNB. [74]
Durch einen einheitlichen Stellenplan und die Bewertung gleicher Tätigkeitsmerkmale erzielte die DNB im Jahr 1953 im Vergleich zu 1951 eine Einsparung von Verwaltungskosten in Höhe von etwa 11 Millionen DM. [75]
Dem Stand der ökonomischen Entwicklung entsprechend verlagerte sich das Schwergewicht der Arbeit der DNB Anfang bis Mitte der 50er Jahre auf operative Aufgaben der Kreditgewährung und auf die Planung. Es existierte in der Zentrale zwar eine HA Planung. Bei der Klärung grundsätzlicher Fragen der Kredit- und Geldpolitik konnte diese jedoch ihrer Arbeit nur ungenügend nachkommen, da in anderen Hauptabteilungen ebenfalls Abteilungen bzw. Hauptreferate für Grundsatz und Planung bestanden. Zwischen den Hauptabteilungen war keine abgegrenzte Regelung der Kompetenzen vorhanden.
Ein weiteres Handicap ergab sich aus der unmittelbaren Leitung der Hauptabteilungen durch die Direktoriumsmitglieder. [76] Die enorme Arbeitsbeanspruchung ließ nicht genügend Zeit für gemeinsame Beratungen zu grundsätzlichen Problemen der Kredit- und Geldpolitik. Konzeptionelle Überlegungen zielten daher im Laufe der Jahre 1953/1954 auf die Beseitigung dieser sich in der Praxis nicht bewährten Struktur, auf die Verbesserung der Arbeitsmethodik und auf eine Zeit- und Kostenersparnis. [77]
Für die operative Anleitung wurden sieben Hauptabteilungen neugebildet, deren Leiter das Bindeglied zwischen dem Direktorium und den Sachgebieten der Bank sein sollten. Die bis dahin isoliert arbeitenden Planungsabteilungen wurden in einer HA zusammengefasst. Aus der früheren HA Kredite gingen drei Hauptabteilungen hervor. Somit bestand die Gewähr für eine intensivere und schnellere Kreditbearbeitung. Die Buchhaltung wurde enger mit den ökonomischen Abteilungen verbunden und das Zusammenwirken zwischen den Kredit- und Geldumlaufabteilungen verbessert. [78]
Die DNB gliederte sich nach dem Strukturplan vom August 1954 nunmehr in die Hauptabteilungen [79]:
  • HA 1 Planung (Dr. Fritz Zschüntzsch)
  • HA 2 Industriekredite (Hans Zimmermann)
  • HA 3 Handelskredite und Landwirtschaftskredite (Hans Wicklein)
  • HA 4 Geldumlauf (Jochen Ebert)
  • HA 5 Ausland (Rudolf Trebuth)
  • HA 6 Zentralbuchhaltung (Kurt Meier)
  • HA 7 Revision (Erwin Kaps)
Die innerhalb einer Hauptabteilung fungierenden Abteilungen, Referate und Sachgebiete erhielten einheitlich die Bezeichnung "Aufgabengebiet". [80]
Eine Reihe von selbständigen Aufgabengebieten blieben nach wie vor einem Mitglied des Direktoriums unmittelbar unterstellt, da ihre Zuordnung in die neuen Hauptabteilungen als strukturell nicht passend erschien. [81]
Strukturveränderungen im Jahr 1956 zielten nicht auf eine Neuordnung der Geschäftsverteilung innerhalb der DNB. Sie sollten vielmehr Grundlage für die Verbesserung der Gesamtarbeit der Bank, die Verstärkung der operativen Arbeit und die Erhöhung der Verantwortlichkeit der leitenden Mitarbeiter sein. Die Zentrale der DNB gliederte sich in die neun Hautabteilungen [82]:
  • HA 1 Planung
  • HA 2 Kredite an Industriebetriebe
  • HA 3 Kredite an Landwirtschaft
  • HA 4 Kredite an Handelsbetriebe
  • HA 5 Geldumlauf
  • HA 6 Organisation und Verwaltung
  • HA 7 Revision
  • HA 8 Ausland
  • HA 9 Hauptbuchhaltung
An der Spitze der Hauptabteilungen stand jeweils ein Direktor, der aber nicht Mitglied des Direktoriums war. Jedem Direktoriumsmitglied unterstanden ein oder mehrere Hauptabteilungen. Der Vizepräsident zeichnete für die HA Planung verantwortlich.
Unterhalb der Hauptabteilungen mit einstelliger Strukturnummer operierten Abteilungen mit zweistelliger - und Referate mit dreistelliger Strukturnummer. Die Anzahl der bisherigen D-Aufgabengebiete, nun D-Abteilungen, wurde reduziert bzw. einige in entsprechende Hauptabteilungen eingegliedert. Die noch separat bestehenden D-Abteilungen unterstanden wiederum den verschiedenen Mitgliedern des Direktoriums. [83]
Im Rahmen der Einführung eines Rahmenstellenplanes im Jahr 1957 [84] erfolgte die Aufteilung der Arbeit der Bezirksfilialen [85] auf eine Bezirksdirektion und eine Filiale am Bezirksplatz. Die Bezirksdirektionen leiteten die Niederlassungen des Bezirkes, einschließlich der Filiale am Bezirksplatz an und kontrollierten die Durchführung gesetzlicher Bestimmungen. Sie erledigte keine laufenden Bankarbeiten. Dies übernahmen mit den Kontoinhabern die Filiale am Bezirksplatz und die anderen Niederlassungen im Bezirk. [86]
Die Festigung des Prinzips der wirtschaftlichen Rechnungsführung erforderte auch in der DNB die Bestellung eines Hauptbuchhalters, der die Geschäftstätigkeit überwachte. Entsprechend der Verordnung "Über die Stellung der Hauptbuchhalter in den Betrieben der volkseigenen und der ihr gleichgestellten Wirtschaft und den ihr übergeordneten Dienststellen" vom 17. Februar 1955 wurde bei der Zentrale für den Gesamtbereich der DNB mit Wirkung vom 01. August 1957 ein Hauptbuchhalter ernannt. Er unterstand unmittelbar dem Präsidenten, nahm an den Sitzungen des Direktoriums teil und hatte gegenüber den Bilanzbuchhaltern der Bezirksdirektionen und Niederlassungen Weisungsberechtigung. [87]
Mit der Verwirklichung des Gesetzes über die Vervollkommnung und Vereinfachung der Arbeit des Staatsapparates vom 11. Februar 1958 gab es erneut Änderungen in der Geschäftsverteilung der DNB. Die Gesamtstruktur sollte weitestgehend der Struktur anderer zentraler Organe, v.a. des Min. der Finanzen und der Staatlichen Plankommission angeglichen werden.
Die Erarbeitung der neuen Organisation oblag einem Arbeitskreis, dem die Direktoren der Hauptabteilungen, vier Bezirksdirektoren, ein Mitglied der BGL und der Parteileitung unter dem Vorsitz eines Mitglieds des Direktoriums angehörten.
Vom Direktorium in seiner Sitzung am 01. Juli 1958 beschlossen und vom Präsidenten in Kraft gesetzt, beseitigte die vom Arbeitskreis vorgeschlagene Struktur die Ressortarbeit und stärkte die Orientierung aller Bereiche auf die Anleitung der Niederlassungen in Grundsatzfragen.
An Stelle der Hauptabteilungen existierten nun sechs Direktoriumsbereiche [88] unter der Anleitung des Präsidenten oder eines Mitglieds des Direktoriums. Nur in vier Bereichen erfolgte die Bildung von Abteilungen, denen je ein Abteilungsleiter vorstand. Unterhalb der Bereiche und Abteilungen gab es Sektoren und Fachgebiete. [89]
Die neue Struktur verbesserte die Geschäftstätigkeit der Zentrale und stärkte die operative Arbeit. Von dieser allgemeinen positiven Entwicklung abgesehen, gab es jedoch insbesondere in den Bereichen Hindernisse in der Arbeit, denen keine Abteilungen beigegeben waren. [90] Zur Entlastung des zuständigen Direktors und zur Lösung der gestellten Aufgaben wurden in der Folgezeit auch in diesen Bereichen Abteilungen geschaffen. Die für die Leitung verantwortlichen Abteilungsleiter ermöglichten eine bessere Koordinierung der Arbeit der Sektoren und Fachgebiete und die Einbeziehung aller Mitarbeiter bei der Klärung von Grundsatzfragen. [91]
Ende des Jahres 1958 nahm in der DNB ein Wissenschaftlicher Beirat unter dem Vorsitz des Präsidenten seine Tätigkeit auf. Dem Beirat oblag die Beratung von Problemen des einheitlichen sozialistischen Finanzsystems im Hinblick auf die Arbeit der DNB sowie die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen bei der Lösung bestimmter bankspezifischer Aufgaben und zur Unterstützung der Ausbildung von Studenten. [92]
Die Ereignisse am 13. August 1961 blieben nicht ohne Auswirkungen auf den Stellenplan der DNB. Im Ergebnis politische Auseinandersetzungen in der Zentrale erhielt eine Anzahl von Mitarbeitern ihre Entlassung. Gleichzeitig wurden 29 leitende Posten neu besetzt. Die Personalveränderungen führten zu Umgruppierungen der Angestellten, um in jedem Arbeitsbereich "einen Kern zuverlässiger Kader zu schaffen". [93] Auch die Bezirksdirektoren erhielten Anweisungen zur "Verbesserung" der Personalsituation auf Bezirks- und Kreisebene. [94]
Im Jahr 1964 unternahm die DNB große Anstrengungen, um ihre Leitungstätigkeit entsprechend den Erfordernissen des Neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung der Volkswirtschaft zu verbessern. Das Leitungssystem der Wirtschaft basierte zu diesem Zeitpunkt auf dem Produktionsprinzip. Da die DNB wesentliche Teile der Wirtschaft finanzierte und kontrollierte, sollte ihr organisatorischer Aufbau den Leitungsstrukturen der Wirtschaft angepasst werden. [95] Die Verwirklichung dieses Grundsatzes fand Umsetzung in der zum 01. August 1965 durch den Präsidenten in Kraft gesetzten Struktur der Zentrale der DNB [96]:
Präsident (Helmut Dietrich)
Abt. Sekretariat der DNB
Abt. Büro des Präsidenten
Abt. Kader und Schulung
I. Abteilung
Vizepräsident (Gottfried Lösche)
Zentrale Grundsatzabt.
Abt. Revision
Bereich 1 Planung (Horst Selle)
Abt. Planung und Analyse
Bereich 2 Industriekredite (Hans Wicklein)
Abt. Volkswirtschaftsrat (Z) Industrie [97]
Abt. Bezirksgeleitete Industrie, örtliche Versorgungswirtschaft, nicht-volkseigene Industrie, Verkehr, Transport, Nachrichtenwesen
Bereich 3 Handelskredite (Serick)
Abt. Konsumgüter Binnenhandel
Bereich 4 Ausland (Dr. Panse)
Abt. Ökonomie Ausland
Abt. Dokumenten- und Zahlungsverkehr Ausland
Abt. Wechselstellen
Abt. Auslandsabkommen
Bereich 5 Zahlungsverkehr, Rechnungswesen, Rationalisierung (Johannes Weißflog)
Abt. Rechnungswesen und Zahlungsverkehr
Abt. Rationalisierung
Abt. Emissionsverwaltung und Zahlungsverkehr Platz Berlin
Abt. Verwaltung
Die Abteilungen erhielten zweistellige, die Sektoren dreistellige und die Fachgebiete vierstellige Strukturnummern.
Anfang des Jahres 1966 nahmen acht Industrieministerien und die DABA ihre Tätigkeit auf. Entsprechend einer Vereinbarung zwischen dem Min. der Finanzen, dem Min. für Außenhandel und Innerdeutschen Handel, der DNB und der DABA übertrug die DNB der DABA die Außenhandelsfinanzierung und die finanzielle Abwicklung der Auslandstransaktionen. Die DABA erledigte somit ab 01. Juli 1966 den kommerziellen und nichtkommerziellen Zahlungsverkehr mit dem Ausland und alle international üblichen Bankoperationen sowie die Finanzierung der Außenhandelsbetriebe. Die bisher bei der DNB in den Abteilungen Ökonomie Ausland, Dokumenten- und Zahlungsverkehr Ausland und Auslandsabkommen tätigen Mitarbeiter wechselten zur DABA. Der Stellenplan der DNB reduzierte sich um 509 Stellen. [98]
Die Rationalisierungskonferenz des ZK der SED und des Ministerrates der DDR sowie der Beschluss des Präsidiums des Ministerrates der DDR vom 29. Juni 1966 "Über die qualitative Veränderung der Arbeitsweise der Deutschen Notenbank in der zweiten Etappe des neuen ökonomischen Systems" erhöhten den Anspruch an die Arbeit der DNB.
Mit dem Beschluss des Ministerrates der DDR vom 29. September 1966 wurden daher für die Zentrale der DNB folgende Neuerungen in der Organisation festgelegt [99]:
Bildung von vier Abteilungen im Bereich 2 Industriekredite
Reduzierung von bisher vier Abteilungen im früheren Bereich 4 Ausland auf eine Abt. [100]
Die ab September 1966 verbindliche Struktur der DNB blieb im Grunde bis zu ihrer Umbenennung zum 01. Januar 1968 in "Staatsbank der DDR" gültig. [101]
Im Bereich 5 Zahlungsverkehr, Rechnungswesen, Rationalisierung entfiel der Sektor Datenverarbeitung. Dafür etablierte sich in diesem Bereich ab Juli 1967 eine eigenständige Abt. Elektronische Datenverarbeitung. [102] In der Abt. Verwaltung entstand ebenfalls zum Juli 1967 ein neuer Sektor Rationalisierung der Zentrale. Umbenennungen in der Bezeichnung einzelner Sektoren in anderen Bereichen blieben für die Geschäftstätigkeit der DNB in der Endphase ohne Belang.
4. Schwerpunkte in der Tätigkeit der DNB 1948-1967
Die DNB begann ihre Geschäftstätigkeit im Rahmen des zweiten Bargeldumtausches der Währungsreform in der SBZ. Sie emittierte die erforderlichen neuen Geldzeichen, die "Deutsche Mark der Deutschen Notenbank" [103], und tauschte diese gegen die in Umlauf befindlichen Reichs- und Rentenmark mit aufgeklebten Spezialkupons im Verhältnis 1:1 um. [104] Die SMAD beauftragte die DNB und die Emissions- und Girobanken der Länder mit der Kontrolle über die Vernichtung der Altnoten. [105]
Durch die Währungsreform wurde der Geldüberhang [106] beseitigt und eine neue Währung geschaffen.
Der DNB oblag neben der Emission von Geldzeichen auch das kurzfristige Kreditgeschäft. Im Zusammenhang mit dem Zweijahrplan 1949/50 folgten zum Schutz der Währung und zur besseren Einwirkung auf die Wirtschaft Änderungen in der Kreditpolitik.
Auf der Grundlage des Beschlusses der DWK vom 26. Januar 1949 gab die DNB am 30. März 1949 Richtlinien "Über die Aufstellung und Ausführung von Plänen für die Gewährung kurzfristiger Kredite" heraus. An die Stelle des in der volkseigenen Wirtschaft untersagten kommerziellen Kredits trat der direkte Bankkredit über die DNB. Die zeitweilig freien Mittel der Volkswirtschaft wurden nunmehr auf der Grundlage von Kreditplänen in der Wirtschaft umverteilt. Grundsätzlich erfolgte die Ausreichung der kurzfristigen Kredite nur für Zwecke der Gütererzeugung und des Warenumsatzes. Kreditprinzipien sollten die planmäßige Verwendung der Kreditmittel sichern. Dazu gehörten die zweckgebundene Verwendung für die im Finanzplan vorgesehenen Aufwendungen, die Befristung nach dem planmäßigen Umschlag der betrieblichen Fonds und die Sicherung durch materielle Bestände. [107]
In unmittelbarem Zusammenhang mit der Kreditreform erfolgten Maßnahmen zur Regulierung des Bargeldumlaufs. Über ein System der Bargeldumsatzplanung beabsichtigte die DNB eine planmäßige Lenkung der Geldströme in der Wirtschaft zu erreichen. Voraussetzung für die Planung der Bargeldzirkulation war die Trennung der Bargeld- von der bargeldlosen Sphäre. Die dafür erforderlichen Prämissen schuf das Gesetz über die Regelung des Zahlungsverkehrs vom 21. April 1950.
Es legte für die Haushaltsorganisationen der volkseigenen und privaten Wirtschaft die Kontoführungs- und Bargeldablieferungspflicht fest und bestimmte, dass diese ihren Geldverkehr mit Ausnahme der Zahlungen für Löhne, Gehälter und Kleinausgaben bargeldlos abzuwickeln hatten. Lediglich Privatpersonen durften Barabhebungen bei Banken und Postscheckämtern vornehmen. [108]
Mit dem Beginn der langfristigen Planung in der Volkswirtschaft und durch die mit dem Gesetz über die Regulierung des Zahlungsverkehrs geschaffenen Voraussetzungen ging die DNB am 01. Juli 1950 zum System der Planung des Geldumlaufs über. [109]
Die Arbeiten für die Vereinheitlichung des Scheckverkehrs in der DDR kamen mit der Anordnung der DNB vom 25. November 1950 über die Einführung des Einheitsschecks und über die Inkraftsetzung einheitlicher Scheckbedingungen zum Abschluss. Die Begrenzung der Umlauffrist auf acht Tage sollte den Scheck als "unkontrolliertes Zirkulations- und illegales Kreditmittel" einschränken. Strenge Maßnahmen gegen Aussteller ungedeckter Schecks hob die Scheckdisziplin wesentlich. [110]
Zur Vereinfachung des Zahlungs- und Verrechnungsverkehrs und zur Stärkung der Kontrolltätigkeit erhielt die DNB mit dem Gesetz vom 15. Dezember 1950 "Über die Reform des öffentlichen Haushaltswesens" die Aufgabe des Kassenvollzugs des Staatshaushaltes zum 01. Januar 1951 übertragen. Alle Einnahmen und Ausgaben sämtlicher Haushaltsorganisationen mussten im Rahmen der bestätigten Pläne über die Konten der DNB geleitet werden. Bareinzahlungen bei Haushaltsorganisationen wurde untersagt. Die DNB konnte nun den Einzug der Einnahmen und die Ausgaben des Staatshaushaltes kontrollieren, beeinflussen und die Bildung von Haushaltsreserven als wichtige Kreditquelle beobachten. [111]
Zum 31. Dezember 1950 wies das Min. der Finanzen die Auflösung der Kommission zur Sicherstellung der Geschäftsunterlagen und Wertpapiere der Hauptsitze geschlossener deutscher Banken (Bankenkommission) an. [112] Ende Januar 1951 erfolgte die Überleitung der Aufgabengebiete Verwaltung der sichergestellten Wertpapiere und Geschäftsunterlagen, Schließfachinhalte und Verwahrstücke, Umwertung der Uraltguthaben, Wertpapierbereinigung sowie Erteilung von Auskünften an Bürger der Vereinten Nationen auf die DNB. [113]
Die Grundlage zur Schaffung eines einheitlichen Überweisungsverkehrs aller Kreditinstitute der DDR bildete die Anweisung der DNB vom 01. Oktober 1951. Es gab nunmehr drei große Überweisungsnetze: die DNB, die Sparkassen und die Deutsche Bauern-Bank. Für die Verrechnung zwischen den Überweisungsnetzen wurden einzelne Bankinstitute als Verrechnungsstellen bestimmt. Innerhalb der Kreditinstitute aller Überweisungsnetze waren Technik, Vordrucke und Sicherungsmittel identisch.
Um die Durchsetzung der wirtschaftlichen Rechnungsführung stärker zu unterstützen und die Kontrolle des Zirkulationsprozesses der DM der DNB zu verbessern, erfolgte nach der Forderung des 6. Plenums des ZK der SED mit der Verordnung über das Bankeninkasso vom 17. Juli 1952 die Einführung des Rechnungseinzugs-Verfahrens (RE-Verfahren). Der kommerzielle Kredit sollte dadurch noch stärker bekämpft und bankexterne Finanzierungsquellen ausgeschaltet werden. [114] Anfang 1953 entstand als weiteres fortschrittliches Verrechnungsverfahren die gegenseitige Verrechnung von Forderungen. [115]
Im Jahr 1953 ging die DNB zur betrieblichen Lohnfondskontrolle über und begann, die Inanspruchnahme der Lohnfonds der Bevölkerung zu beobachten. Kontrolliert wurde die Einhaltung der absoluten Höhe des geplanten Lohnfonds. [116]
Mit der Einführung der Kreditplanung nach der Bilanzmethode ab 01. Januar 1954 erfolgte durch die DNB eine stärkere planmäßige Mobilisierung und Umverteilung der zeitweilig freien Mittel der volkseigenen Wirtschaft. Gleichzeitig wurden die Voraussetzungen für die Kontrolle des Umverteilungsprozesses nach ihren Eigentumsformen, Wirtschaftszweigen und Kreditarten geschaffen. Im gleichen Jahr hatte die DNB über die Ausreichung von Investitionskrediten die Finanzierung der zusätzlichen Produktion von Massenbedarfsgütern sicherzustellen und die Erzeugung von Exportgütern zu fördern. Darüber hinaus übernahm sie die Finanzierung der von der UdSSR an die DDR zurückgegebenen SAG-Betriebe. [117] Zum Zwecke einer beweglichen Regulierung des Bargeldumlaufs wurden in allen Niederlassungen Depots des Emissionsfonds angelegt. [118]
Um einen stärkeren Einfluss auf die Erhöhung der Rentabilität, die Steigerung der Arbeitsproduktivität und die Durchsetzung der wirtschaftlichen Rechnungsführung in der Wirtschaft zu erzielen, führte die DNB am 01. Juni 1955 auf der Grundlage der vierten Durchführungsbestimmung zum Gesetz über die DNB neue Kreditierungs- und Verrechnungsgrundsätze ein. Sie operierte nunmehr mit drei verschiedenen Formen der Finanzierung in der Industrie, mit der Umschlagsfinanzierung im Handel und mit der Kostenfinanzierung und -kontrolle bei den volkseigenen Gütern. Die unterschiedslose Kreditierung aller Betriebe wurde abgeschafft. Gut arbeitende Betriebe erhielten Vorzugsdarlehen. Gegenüber schlecht arbeitenden Betrieben nutzte die DNB ein System von Maßnahmen und Sanktionen. Die Einführung von Verrechnungskonten sollte die Eigenverantwortlichkeit der Betriebe stärken. Als neue Verrechnungsformen entstanden die Verrechnung nach Plan, die Verrechnung über Sonderkonten und das Akkreditivverfahren. [119]
Die DNB erließ verbindliche Regelungen auf dem Gebiet des Devisenverkehrs sowie im zwischenstaatlichen Zahlungs- und Verrechnungsverkehr. Sie legte die Umrechnungssätze der Mark zu anderen Währungen fest und war befugt, Abkommen und Vereinbarungen mit anderen Staaten abzuschließen. Die DNB wickelte prinzipielle Aufgaben zur Durchsetzung des Valutamonopols ab. Neben der Staatlichen Plankommission und dem Min. der Finanzen half sie bei der Planung der Zahlungsbilanz sowie der Valutaplanung und stellte Auslandskredite zur Finanzierung von Investitionen und sonstiger Importe bereit. Am 01. Januar 1956 wurde die Deutschen Handelsbank AG gegründet. Sie übernahm von der DNB die Abwicklung der gegenüber dem kapitalistischen Ausland anstehenden bankmäßigen Geschäfte. Dazu gehörten die Finanzierung, die Diskontierung von Wechseln und die Übernahme von Garantien und Bürgschaften im Einfuhr-, Ausfuhr- und Transithandel der DDR. [120]
Am 30. Juni 1956 stellte die Garantie- und Kreditbank AG ihre Tätigkeit ein. Die ihr bis dahin noch verbliebene Aufgabe der Finanzierung des sowjetischen Außenhandels mit der DDR nahm ab 01. Juli 1956 die sowjetische Staatsbank wahr, die mit der DNB den beiderseitigen Außenhandel verrechnete. [121]
Anfang des Jahres 1957 übernahm die DNB von der Deutschen Investitionsbank (DIB) die Kreditgewährung an volkseigene Betriebe für die Einführung der neuen Technik und zur Verbesserung der Rentabilität (Rationalisierungskredite) sowie die Kontoführung der volkseigenen Baubetriebe, sämtliche Investitions-Sonderbankkonten und Investitions-Kreditkonten. Die Übertragung der Arbeiten und die Konzentration von Konten zogen Korrekturen an den Stellenplänen verschiedener Niederlassungen der DNB nach sich. [122]
Bis Mitte der fünfziger Jahre stieg der Bargeldumlauf in der DDR schneller als der Warenumsatz. Ebenso erreichte die illegale Geldzirkulation über die Wechselstuben in Berlin (West) ein nicht unbeträchtliches Ausmaß. Zudem waren die Mittel des Staatshaushaltes so knapp bemessen, dass kurzfristige Kredite mehr und mehr zu Lasten der Geldemission ausgereicht wurden. Die DNB registrierte die Entwicklung mit großer Besorgnis und brachte dies in Schreiben an das Min. der Finanzen, die SED und den Ministerpräsidenten der DDR wiederholt zum Ausdruck. [123] Als sich die Situation 1957 zuspitzte und ein zur Abschöpfung des Geldüberhangs notwendiger Warenfonds nicht gebildet werden konnte, griff man zum Mittel des Geldschnitts. Durch den Geldumtausch am 13. Oktober 1957 konnte die DNB die Ausweitung des Geldüberhangs zumindest vorübergehend stoppen. [124]
Der Auflösung der Industrieministerien zu Beginn des Jahres 1958 folgte die Gründung von VVB als leitende Wirtschaftsorgane zur operativen und produktionsnahen Anleitung unterstellter Betriebe. Die Strukturveränderungen in der Wirtschaft erforderten auch eine neue Orientierung in der Arbeit der DNB. Um eine enge Zusammenarbeit mit den VVB zu gewährleisten, erfolgte deren unmittelbare Betreuung nach Entscheidung der Bezirksdirektoren der DNB durch VVB-Bearbeiter in den Filialen, in den Filialen am Bezirksplatz oder durch die Bezirksdirektion. [125]
Mit der Schaffung von Verrechnungs- und Buchungszentren bei mehreren Niederlassungen forcierte die DNB ab dem Jahr 1959 für alle Kreditinstitute der DDR die bessere Ausnutzung der vorhandenen maschinellen Ausstattung. Durch die Konzentration der technischen Arbeiten konnten im Ergebnis neben der Einsparung von 400 Buchungsmaschinen eine Reduzierung des jährlichen Lohnfonds von ca. 500 000 DM erzielt werden. [126]
In Realisierung des Beschlusses des Kollegiums des Min. der Finanzen vom 30. März 1960 wurde der DNB die Buchhaltung des Staatshaushaltes für die Bereiche volkseigene Wirtschaft, Haushalt und Steuern übertragen und somit ihre Tätigkeit als Kassenvollzugsorgan erheblich verbessert. [127]
Zur Beschleunigung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs innerhalb der Wirtschaft operierte die DNB ab 01. Mai 1961 mit dem Forderungseinzugs-Verfahren (FE-Verfahren), das eine Senkung der Verschuldung der Betriebe untereinander und Kostenreduzierungen einbrachte. [128] Das neue Verfahren setzte allerdings die weitest gehende Sicherstellung der Einlösung der Rechnungsbeträge auf den Konten der Käuferbetriebe voraus. War dies nicht der Fall, konnte die DNB bei vorübergehenden kurzfristigen finanziellen Schwierigkeiten auf Grundlage der Kreditbestimmungen Vorgriffe auf künftige Einnahmen erlauben, um die Bezahlung fälliger Verpflichtungen abzusichern. [129]
Die DNB beteiligte sich im Jahr 1963 an umfangreichen Vorbereitungsarbeiten zur Gründung einer gemeinsamen Bank der RGW-Länder. Erste Vorstellungen über entsprechende Leitungsgremien und Instruktionen für verschiedene Geschäftsbereiche einer solchen Institution wurden entwickelt. Mit dem Abschluss des Abkommens über mehrseitige Verrechnungen in transferablen Rubeln erfolgte zum Ende des Jahres 1963 die Gründung der Internationalen Bank für wirtschaftliche Zusammenarbeit (IBWZ), die am 01. Januar 1964 in Moskau ihre Tätigkeit aufnahm. Die DNB arbeitete als bevollmächtigte Bank der DDR mit der IBWZ und den anderen National- oder Außenhandelsbanken der RGW-Staaten zusammen. Der als Leiter der DDR-Delegation fungierende Präsident der DNB war im höchsten Gremium der IBWZ, dem Bankrat, mit Sitz und Stimme vertreten. [130]
Die DNB gehörte im Jahr 1963 zu dem vom Staatssekretariat für Forschung und Technik ausgewählten Kreis von Betrieben und Institutionen, die den Einsatz elektronischer Datenverarbeitungsanlagen in ihrem Bereich vorbereiten sollten. Der VEB Elektronisches Rechnen Karl-Marx-Stadt half bei der Verwirklichung dieses Vorhabens durch die Mitwirkung an der Konzeptionserarbeitung. Zur Vereinfachung und Verbesserung bestimmter bankinterner Arbeiten erfolgte bereits vor der Einführung elektronischer Anlagen die Ausnutzung der Lochkartentechnik. [131]
Kritik an der Arbeit der DNB auf dem 5. Plenum des ZK der SED führten im Jahr 1964 zu einer Verbesserung der Leitungstätigkeit entsprechend den Erfordernissen des Neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung der Volkswirtschaft und zu einer Konzentration auf die Klärung von Grundsatzfragen. Dies schlug sich in der intensiven Ausarbeitung gesetzlicher Bestimmungen nieder. Im Ergebnis trat u.a. zum 08. April 1964 eine neue Kreditverordnung in Kraft, mit der im Zuständigkeitsbereich der DNB die optimalere Ausnutzung der ökonomischen Kategorien Kredit, Zins und Verrechnung und die Stimulierung der Planerfüllung unterstützt werden sollten. Die Kreditfonds wurden nun noch wirkungsvoller unter dem Gesichtspunkt eines hohen volkswirtschaftlichen Nutzeffektes und der Beachtung von Besonderheiten der Industriezweige eingesetzt und hierüber eine straffe Kontrolle ausgeübt. Der Abschluss von Kreditverträgen mit differenzierten Bedingungen basierte auf dem Grund des Kreditbedarfs und der Kreditdisziplin des Darlehensnehmers. Durch Ausweitung der Kreditbeziehungen auf die VVB erhöhte sich deren Rolle als "ökonomische Führungsorgane". [132]
Im Rahmen der ab April 1964 beginnenden Industriepreisreform sicherte die DNB einen exakten und termingerechten Ausgleich der Preisdifferenzen im Auftrag des Staatshaushaltes. Darüber hinaus befriedigte sie den durch die Industriepreisreform und die Neuregelung der Abschreibungen eingetretenen notwendigen Kreditbedarf für Bestände und Forderungen und deckte im Rahmen von Finanzkontrollen Reserven auf.
Durch die Beteiligung an der Überarbeitung des Planes 1964 und der Ausarbeitung des Planes 1965 nahm die DNB auf die volle Berücksichtigung der neuen Preise Einfluss. [133]
Auf Grund der Verordnung vom 30. Juli 1964 über die Erneuerung der Banknoten begann die DNB ab 01. August 1964 mit der Ausgabe neuer und dem sukzessiven Einzug alter Geldscheine. Die Bezeichnung der Währung wurde in "Mark der Deutschen Notenbank" (MDN) geändert. Die Umtauschaktion sollte bis zum 01. Dezember 1965 ihren Abschluss finden. [134] Der Wert der Zahlungsmittel, Spareinlagen, Forderungen, Schecks, Wechsel, die Umtauschrelationen und die Geldpolitik blieben davon unberührt. [135]
Hohe Anforderungen an die Arbeitsweise der DNB ergaben sich aus der Durchführung des Passierscheinabkommens mit Berlin (West) [136], der damit in Zusammenhang stehenden Einführung eines verbindlichen Mindestumtausches fremder Währungen gegen MDN für in die DDR einreisende Personen aus "nichtsozialistischen" Ländern [137] und der Ausstattung privater Reisender in das sozialistische Ausland mit Reisezahlungsmitteln. Die neuen Aufgaben konnten nur durch den Einsatz zusätzlicher Mitarbeiter aus dem Bereich der DNB und anderer Finanz- bzw. staatlichen Einrichtungen bewältigt werden. [138]
Zum 01. Januar 1965 trat die vom Präsidium des Ministerrates der DDR am 03. September 1964 beschlossene Verordnung über die Verrechnung von Geldforderungen und Geldverbindlichkeiten aus zwischenbetrieblichen Ware-Geld-Beziehungen in Kraft. Mit ihrer Einführung war eine erhebliche Umschichtung in den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Warenlieferungen und Leistungen zwischen den Betrieben und eine Veränderung des Zahlungsausgleichs verbunden. Alle bisherigen administrativen und automatischen Verfahren des Rechnungseinzugs und des Forderungseinzugs verloren ihre Gültigkeit. Die Regulierung der Zahlungen erfolgte nun mit differenzierten Verrechnungsverfahren wie Überweisungsverfahren, Scheckverfahren und Lastschriftverfahren. Durch die Verlängerung von Zahlungsfristen bestand die Möglichkeit der Kontrolle einer vertragsgerechten Lieferung vor der Bezahlung und die eigenverantwortliche Disposition der Betriebe über ihre Geldfonds. In Verbindung mit den Zahlungen konnte die Anwendung von Preiszu- und -abschlägen, Rechnungsabzügen und Vertragsstrafen genutzt werden. Die DNB bereitete die Einführung der neuen Verrechnungsverfahren durch Herausgabe von Schulungsmaterial, Presseinformationen, Einrichtung von Konsultationspunkten und anderen umfangreiche Maßnahmen zur Anleitung und Schulung der Betriebe und der Mitarbeiter der Kreditinstitute vor. [139]
Auf der Grundlage der neuen Investitionsverordnung vom 25. September 1964 gewährte die DNB im Jahr 1965 erstmalig in ihrem Finanzierungs- und Kontrollbereich Umlaufmittelkredite für Investitionsvorhaben oder Teilvorhaben an Investitionsauftragnehmer bzw. an Ausführungs- und Lieferbetriebe. Ausgehend von den vorhandenen Kreditbeziehungen bestand die Aufgabe der DNB in der Kontrolle der planmäßigen Durchführung von Investitionsleistungsverträgen, insbesondere in der termin- und qualitätsgerechten Fertigstellung sowie in der Abrechnung und Übergabe. Die Durchsetzung dieses Tätigkeitsgebietes verlangte eine einheitliche Regelung der Bestandsfinanzierung für die an der Ausführung von Investitionsaufgaben beteiligten volkseigenen General- und Hauptauftragnehmer. [140]
Entsprechend dem Beschluss des Ministerrates der DDR über die Veränderung der Arbeitsweise der DNB in der 2. Etappe des Neuen Ökonomischen Systems vom 29. Juni 1966 stellte die DNB ihre Aktivitäten im Bereich der volkseigenen Industrie im wesentlichen auf Betriebe von dreizehn VVB der metallverarbeitenden Industrie ein. Sie deckte die Primärursachen des Entstehens von Überplanbeständen auf und nutzte die Erkenntnisse für ihre grundsätzliche Arbeit. Darüber hinaus unterbreitete sie dem Min. für Materialwirtschaft und anderen zentralen Einrichtungen Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsweise der Betriebe und wirtschaftsleitender Organe. Die wichtigsten Empfehlungen fanden Berücksichtigung im Beschluss des Präsidiums des Ministerrates der DDR vom 24. November 1966. [141]
Ende des Jahres 1966 gab die DNB erstmalig in Realisierung des Beschlusses des Präsidiums des Ministerrates der DDR vom 21. Dezember 1966 Gedenkmünzen zu 10,- und 20,- MDN heraus. Die Auflagenhöhe für das Inland wurden bewusst niedrig gehalten. Durch den Verkauf der Münzen ins kapitalistische Ausland hoffte die DNB auf zusätzliche Erlöse an freien Devisen. [142]
Die weitere Rationalisierung der Bankarbeit stand im Jahr 1967 im Mittelpunkt der Tätigkeit der DNB. Der Hauptinhalt der Aktivitäten zielte auf die Einführung der EDV zur Verbesserung der Leitungs-, Planungs-, Finanzierungs- und Kontrollfunktionen sowie zur Automatisierung des Zahlungs- Buchungs- und Verrechnungsverkehrs. Auf der Basis eines Rekonstruktionsplanes konnte u.a. die maschinelle Ausstattung mit banktypischen Maschinen, wie z.B. Geldbearbeitungsmaschinen bei gleichzeitiger Typenbereinigung, optimiert werden. Eine von der Abt. Elektronische Datenverarbeitung der DNB gemeinsam mit dem Min. der Finanzen und anderen Banken erarbeitete Konzeption zur "Weiterführung der Vorbereitung und Anwendung der modernen Datenverarbeitungstechnik in den Finanzorganen" legte darüber hinaus Qualifizierungsgrundsätze für geeignete Mitarbeiter fest. [143]
Ab Mitte des Jahres mussten umfangreiche Vorbereitungsarbeiten zur Veränderung der Struktur des DDR-Bankensystems bewältigt werden, die letztendlich zur Einstellung der Tätigkeit der DNB und zur Gründung der Staatsbank der DDR zum 01. Januar 1968 führten.
Abkürzungsverzeichnis
Abt.: Abteilung
AG: Aktiengesellschaft
AH-Bank: Außenhandelsbankfiliale der DNB
AHG: Außenhandelsgesellschaft
BArch: Bundesarchiv
Bez.: Bezirk
BGL: Betriebsgewerkschaftsleitung
BHG: Bäuerliche Handelsgenossenschaft
Bl.: Blatt
BRD: Bundesrepublik Deutschland
CS(S)R: Tschechoslowakische (Sozialistische) Republik
DABA: Deutsche Außenhandelsbank AG
DDR: Deutsche Demokratische Republik
DFD: Demokratischer Frauenbund Deutschlands
DHZ: Deutsche Handelszentrale
DIA: Deutscher Innen- und Außenhandel
DM: Deutsche Mark
DNB: Deutsche Notenbank
DSF: Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft
DWK: Deutsche Wirtschaftskommission
ebd.: ebenda
EDV: Elektronische Datenverarbeitung
FDJ: Freie Deutsche Jugend
FDGB: Freier Deutscher Gewerkschaftsbund
FE-Verfahren: Forderungseinzugs-Verfahren
HA: Hauptabteilung
HV: Hauptverwaltung
KfW: Kreditanstalt für Wiederaufbau
LPG: Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft
MDN: Mark der Deutschen Notenbank
Min.: Ministerium
Mrd.: Milliarden
NVA: Nationale Volksarmee
PGH: Produktionsgenossenschaft des Handwerks
RE-Verfahren: Rechnungseinzugs-Verfahren
RGW: Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe
RM: Reichsmark
SAG: Sowjetische Aktiengesellschaft
SBZ: Sowjetische Besatzungszone
SAPMO-BArch: Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv
SED: Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
SKK: Sowjetische Kontrollkommission
SMAD: Sowjetische Militäradministration in Deutschland
UdSSR: Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
VdgB: Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe
VEAB: Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb für landwirtschaftliche Erzeugnisse
VEB: Volkseigener Betrieb
VO: Verordnung
VVB: Vereinigung Volkseigener Betriebe
VVEAB: Vereinigung Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetriebe landwirtschaftlicher Erzeugnisse
VVN: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes
WWA-KontoWestzonen-, Westsektoren- und Ausländersparkonten
ZK: Zentralkomitee
[1] Vgl. Verordnungsblatt der Stadt Berlin, Ausgabe Nr. 1, Juli 1945.
[2] Diese Banken sollten die Kreditversorgung der Wirtschaft und den bargeldlosen Zahlungsverkehr auf Landesebene sicherstellen. Im Sept. 1947 erfolgte die Umbenennung in Landeskreditbanken. Siehe BArch, DN 6 / 4177.
[3] Siehe BArch, DX 1 / Nr. 01/45.
[4] Vgl. Broosch, Karsten: Die Währungsreform 1948 in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. Herdecke 1998. S. 51.
[5] Siehe BArch, DX 1 / Nr. 37/47.
[6] Vgl. Lexikon der Wirtschaft, Band Finanzen. Berlin 1986, S.145.
[7] Siehe BArch, DN 6 / 43.
[8] Mit Befehl Nr. 19/2199 der Finanzverwaltung der SMAD vom 16. Juli 1947 gebildete Kommission zur Sicherstellung der Geschäftsunterlagen und Wertpapiere der Hauptsitze geschlossener deutscher Banken. Nach der Währungsreform übernahm diese Kommission auch die Uraltkontenumwertung der 1945 geschlossenen Kreditinstitute für außerhalb der DDR wohnende ehemalige Kunden dieser Banken. Vgl. Lexikon der Wirtschaft, Band Finanzen, S. 63.
[9] Die Aufgaben der Bankenverrechnungsstelle gingen mit der Gründung der Deutschen Emissions- und Girobank auf diese über. Sie hörte somit auf, als selbständige Körperschaft des öffentlichen Rechts zu bestehen. Siehe BArch, DN 6 / 13.
[10] Siehe BArch, DX 1 / Nr. 94/48.
[11] Siehe BArch, DN 6 / 43.
[12] Siehe ebd.
[13] Charles-Hermann Dewey und Hermann Henke gehörten im März 1948 dem Organisationsausschuss zur Gründung eines zentralen Bankinstitutes in der SBZ an. Siehe BArch, DN 6 / 30.
[14] Siehe BArch, DN 6 / 1191 und BArch DN 1 / 34161, Bl. 344ff.
[15] Im März 1948 wurde die Bank deutscher Länder mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet, die von Anfang an das Recht der Notenemission besaß, es jedoch bis zur Währungsreform nicht ausübte. Vgl. Zimmermann, Horst/Fraas, Günther/Rätzer, Manfred: Geld und Kredit in der DDR. Berlin 1957. S. 52.
[16] Gesetzliche Grundlage hierfür waren der SMAD-Befehl Nr. 111 vom 23. Juni 1948 und die Verordnung der DWK vom 21. Juni 1948. Siehe BArch, DN 6 / 4177.
[17] Vgl. Zimmermann/Fraas/Rätzer, S. 52.
[18] Das Sekretariat der DWK beauftragte am 20. Juli 1948 den Verwaltungsrat der DNB, die im Zusammenhang mit der Namensänderung notwendigen Änderungen und Ergänzungen der Satzung der ehemaligen Deutschen Emissions- und Girobank vorzunehmen und sie neu zu fassen. Die DWK beschloss die Neufassung der Satzung am 11. Aug. 1948. Eine Veröffentlichung im Zentralverordnungsblatt erfolgte zum 01. Sept. 1948. Siehe BArch, DN 1 / 34161 und DN 6 / 13.
[19] Der am 24. Juli 1948 erlassene Befehl Nr. 124 der SMAD verlieh der DNB das alleinige Recht neue Geldzeichen auszugeben, die "Deutsche Mark der Deutschen Notenbank". Siehe BArch, DN 6 / 43.
[20] Siehe BArch, DN 6 / 1191.
[21] Siehe BArch, DN 6 / 13.
[22] Im Verwaltungsrat saßen die Leiter der am Grundkapital beteiligten Hauptverwaltungen der DWK, die Präsidenten der Emissions- und Girobanken, zwei Vertreter des Bundesvorstandes des FDGB, ein Vertreter der Zentralvereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe und ein von der DWK bestellter Vertreter der volkseigenen Betriebe. Siehe BArch, DN 6 / 1191.
[23] An der namentlichen Besetzung der anderen Leitungsposten änderte sich gegenüber der Deutschen Emissions- und Girobank nichts. Der Prokurist Hermann Fürst bekleidete ab Ende Juli 1948 ebenfalls die Funktion eines Direktoriumsmitglieds. Siehe BArch, DN 6 /9.
[24] Siehe ebd.
[25] Das Sekretariat der DWK stimmte in seiner Sitzung vom 09. März 1949 einer Änderung der Satzung der DNB zu. Siehe ebd. [26] Vorbereitet durch einen Halbjahrplan für das zweite Halbjahr 1948, beschloss der Parteivorstand der SED im Juni 1948 einen Zweijahrplan 1949/50. Anfang des Jahres 1950 begann dann die Ausarbeitung des ersten Fünfjahrplanes. Vgl. Mählert, Ulrich: Kleine Geschichte der DDR. München 1998. S. 48ff.
[27] Siehe BArch, DN 6 / 43.
[28] Siehe BArch, DN 6/4952. Die Niederlassungen gliederten sich in Filialen, Zweigstellen und Wechselstellen. Zur Durchführung der durch die Strukturveränderungen anfallenden Arbeiten wurde in der Zentrale der DNB eine Abt. Filialen gebildet. Darüber hinaus erfolgte eine Erweiterung des Direktoriums auf 11 Mitglieder. Siehe BArch, DN 6 / 4130.
[29] Die Gründung der Deutsche Investitionsbank (DIB) erfolgte gemäß SMAD-Befehl 153 vom 10. September 1948 und auf Anordnung der DWK vom 13. Oktober 1948. Hauptaufgabe der DIB war die Finanzierung von Investitionen und Kontrolle der Verwendung der Gelder. Sie besaß das ausschließliche Recht, Hypotheken und langfristige Kredite über 10 000 DM zu gewähren. Vgl. Grünspek, Evelyn: Deutsche Investitionsbank. Findbücher zu Beständen des Bundesarchivs, Band 93. Koblenz 2002. S. VII.
[30] Siehe BArch, DN 6 / 4130.
[31] Das Rücktrittsgesuch wurde von Otto Grotewohl mit sofortiger Wirkung angenommen. Im Vorfeld hatte eine Kontrollgruppe des Innenministeriums Willy Huhn, einigen Direktoriumsmitglieder und leitenden Angestellten mangelnde fachliche Kompetenz und politische Unzuverlässigkeit vorgeworfen. Außer dem Präsidenten wurden drei Mitglieder des Direktoriums und einige Abteilungsleiter der DNB entlassen bzw. pensioniert. Willy Huhn arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1955 als kaufmännischer Direktor im VEB Teerdestillation und Chemische Fabrik Erkner. Vgl. Zschaler, Frank: Die Entwicklung einer zentralen Finanzverwaltung in der SBZ/DDR 1945-1949/50. In: Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Sondernummer. München 1995. S. 97 ff. Siehe auch BArch, DO 1 / 16973 (Personalakten).
[32] In den Quellen wird ausschließlich die männliche Betitelung verwandt. Die Anrede Präsidentin schien nicht geläufig zu sein.
Geboren am 14.12.1902, Diplom-Volkswirtin und Mitglied der Roten Kapelle, übernahm Greta Kuckhoff nach ihrer Befreiung aus dem Zuchthaus Waldheim die stellvertretende Leitung im Haupternährungsamt Berlin. 1947 war sie Mitbegründerin des DFD. Bis 1949 gehörte sie dem Sekretariat der DWK an und fungierte von 1949 bis 1950 als Hauptabteilungsleiter im Min. für Auswärtige Angelegenheiten. 1950 bis 1958 stand sie der DNB als Präsidentin vor. Von 1950 an war sie auch Abgeordnete der Volkskammer der DDR und ab Ende Oktober 1951 mit Sitz und Stimme im Ministerrat der DDR vertreten. Greta Kuckhoff übte weiterhin das Amt des Vizepräsidenten des Friedensrates der DDR aus und wurde Mitglied im Weltfriedensrat. Weitere Aufgaben übernahm sie in der Zentralleitung des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR und im Präsidium der Liga für die Vereinten Nationen der DDR. Greta Kuckhoff verstarb am 11. November 1981 in Berlin. Siehe u.a. ihren Nachlass im Barch (N 2506).
[33] Siehe BArch, DN 6 / 13.
[34] Siehe BArch, DN 6 / 4050.
[35] Siehe BArch, DN 6 / 4146.
[36] Vgl. Broosch, S.181. Siehe auch SAPMO-BArch, DY 30 / J IV 2/2 A - 614, Bl. 55f.
[37] Martin Schmidt, geb. am 12.06.1905, war von 1935 - 1945 im Zuchthaus Brandenburg wegen Vorbereitung zum Hochverrat inhaftiert. Nach 1945 arbeitete er im Magistrat von Groß-Berlin, Abt. Verwaltung und Personalpolitik als Magistratsdirektor bzw. ab 1949 bei der Abt. Finanzen als Kämmerer. Seit 1952 fungierte er an der Humboldt-Universität Berlin als Professor und Leiter des Instituts für Finanzwesen. 1953 wechselte er in das Min. der Finanzen und bekleidete dort die Funktion des Leiters der Abgabenverwaltung. Am 01. September 1954 wurde er zum Stellvertreter des Ministers der Finanzen berufen. Siehe SAPMO-BArch, DY 30 / J IV 2/2 A - 614, Bl. 57.
[38] Rolf Wetzel, geb. am 05.01.1921, war nach 1945 im Versicherungswesen tätig, von 1952-1953 als Hauptdirektor der Deutschen Versicherungsanstalt Dresden. Im September 1953 wechselte er als Sektorenleiter zum ZK der SED , ab 1957 arbeitete er im Min. der Finanzen. Siehe SAPMO-BArch, DY 30 / J IV 2/2 A / 852, Bl. 81f.
[39] Am 01. April 1964 begann aufgrund des Beschlusses des Ministerrates der DDR vom 01. Februar 1964 eine Industriepreisreform. Über die neuen Industriepreise sollte für die Betriebe ein wirtschaftlicher Anreiz zu rationeller Fertigung und zu günstigen Sortimenten geschaffen werden. Die Preisreform wurde in drei Etappen durchgeführt und 1967 abgeschlossen. Siehe BArch, DN 6 / 964.
[40] Vgl. Hummel, S. 51f.
[41] Vgl. Weißhuhn, Elke: Findbucheinleitung zum Bestand Repositur 220 "Deutsche Notenbank, Bezirksdirektion Rostock", 1949-1967. Greifswald 1989. S. 25.
[42] In einer Vorlage des ZK der SED an das Politbüro vom 27. Mai 1964 wurde eingeschätzt, dass Rolf Wetzel den im Zusammenhang mit der Durchsetzung des Neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung der Volkswirtschaft gewachsenen Anforderungen an die Führungstätigkeit der DNB nicht Rechnung trug. Wegen mangelhafter Fachkenntnisse führte er als notwendig erkannte Schritte in der praktischen Arbeit nicht zügig durch. Siehe SAPMO-BArch, DY 30 / J IV 2/2 A / 1.032, Bl. 152f.
[43] Helmut Dietrich, geb. am 23.03.1922, arbeitete nach 1945 bei der Landeskreditbank Thüringen und ab 1953 als Bezirksdirektor bei der DNB. Im Dezember 1963 wurde er zum Präsidenten der Deutschen Investitionsbank berufen. Von 1964 bis zum Sommer des Jahres 1967 fungierte er als Präsident der DNB. Siehe ebd. Bl. 153.
[44] Siehe BArch, DN 6 / 2972.
[45] Mit dem Begriff "Ökonomische Hebel" sind Kredit, Zins, Verrechnung und Bargeldumlauf gemeint. Siehe BArch, DN 6 / 3441.
[46] Die DNB hatte bereits 1962 den Auftrag erhalten, dem Kollegium des Min. der Finanzen den Entwurf eines neuen Gesetzes vorzulegen. Nach dem VI. Parteitag und der Wirtschaftskonferenz der SED im Jahr 1963 wurde die DNB erneut aufgefordert, das Gesetz und das Statut neu zufassen. Siehe BArch, DN 6 / 3297.
[47] An einer neuen Satzung bzw. Statut wurde seit der Verabschiedung des Gesetzes über die DNB vom 31. Oktober 1951 gearbeitet. Eine Fassung vom Juli 1953 erhielt das ZK der SED übersandt. Siehe BArch, DN 6 / 3296 und DN 6 / 2925. Warum es nicht zur Verabschiedung bzw. Annahme des Statutes kam, ließ sich bisher anhand der Akten des Bestandes DN 6 nicht feststellen.
[48] Bereits im Juli 1963 schlug Walter Ulbricht dem Politbüro der SED die offizielle Änderung des Namens der DNB in "Staatsbank der Deutschen Demokratischen Republik" vor. Die Vorlage wurde jedoch auf der Politbürositzung nicht behandelt. Siehe SAPMO-BArch, DY 30 / 4667, Bl. 103. Im Gesetz über die Staatsbank der DDR vom 20. Dezember 1965 wurde von einer Namensänderung Abstand genommen, da ungünstige Auswirkungen in den durch die DNB vermittelten Außenbeziehungen, insbesondere beim Abschluss von Bankenabkommen, vermutet wurden. Siehe BArch, DN 6 / 3441.
[49] Siehe BArch, DN 6 / 2431.
[50] In sechs VVB wurden im Rahmen ökonomischer Experimente Erfahrungen über die Tätigkeit der DNB gesammelt. Siehe ebd.
[51] Siehe BArch, DN 6 / 3322.
[52] Siehe BArch, DN 6 / 3441.
[53] Siehe ebd. und DN 6 / 3643.
[54] Margarete Wittkowski, geb. am 18.08.1910, übte von 1951-1954 das Amt des Präsidenten des Verbandes der Konsumgenossenschaften der DDR aus. Von 1952-1958, 1963-1967 war sie Abgeordnete der Volkskammer der DDR sowie ab 1954 Mitglied des ZK der SED und 1. Stellvertreter des Vorsitzenden der Staatlichen Plankommission. 1961-1967 arbeitete sie als Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates der DDR für die Bereiche Handel, Versorgung und Landwirtschaft. Die Funktion des Präsidenten der DNB bzw. Staatsbank der DDR bekleidete sie von 1967-1974. Siehe BArch, Namenskartei des ehemaligen Gesamtdeutschen Institutes.
[55] Siehe BArch, DC 20 - I/3 - 607, Bl. 65f.
[56] Die Herauslösung der Geschäftsbankfunktion aus der DNB und ihre Zusammenführung mit den Aufgaben der Deutschen Investitionsbank ergab sich aus der Notwendigkeit, die Industrie- und Handelsbank zu einer Geschäftsbank zu entwickeln, die ökonomische Beziehungen zu den Betrieben und wirtschaftsleitenden Organen herstellte und ihre Tätigkeit auf der Grundlage der wirtschaftlichen Rechnungsführung gestaltete. Siehe BArch, DN 6 / 3441 und DN 6 / 3643.
[57] Siehe BArch, DN 6 / 13.
[58] Im Folgenden werden die Funktionsträger benannt, soweit sie an Hand der Quellen zu ermitteln waren.
[59] Wilhelm Boes übernahm nach seiner Ernennung zum Vizepräsidenten der DNB im Februar 1949 die Verantwortung für die Wertpapierabteilung, das Wertpapier-Emissionsbüro, den Wertpapier-Tresor und das Konsortialbüro. Darüber hinaus wurden ihm die Volkswirtschaftliche Abteilung, die Bücherei und Archiv, Bankenaufsicht und Statistik, Export- und Importfinanzierung und die Lombardabteilung unterstellt. Die Wechselabteilung unterstand ab diesem Zeitpunkt Charles Dewey. Siehe BArch, DN 6 / 13.
[60] Die Struktur entsprach der Geschäftsverteilung aus dem Jahr 1948. Siehe BArch, DN 6 / 30 und DN 6 /43.
[61] Durch die Währungsreform war der innerdeutsche Handel völlig unterbunden. Erst nach langen Verhandlungen konnten im Frankfurter Abkommen Vereinbarungen über gegenseitige Warenlieferungen und Leistungen zwischen beiden deutschen Staaten festgeschrieben sowie Regelungen zur gegenseitigen Verrechnung getroffen werden. Vgl. Zimmermann/ Fraas/ Rätzer, S. 256.
[62] 1922 als Garantie- und Kreditbank für den Osten AG nach deutschem Aktienrecht gegründete Bank in sowjetischem Eigentum, die der beidseitigen Abwicklung von Außenhandelsgeschäften zwischen Deutschland und der UdSSR diente. Während des zweiten Weltkrieges hatte die Bank ihre Arbeit eingestellt, am 17. Mai 1945 nahm sie ihre Geschäftstätigkeit wieder auf. Sie führte nun den Finanzhaushalt der SMAD, war verantwortlich für die Abrechnung von Reparationen und die kontoführende Bank für sowjetische Dienststellen, Handelsgesellschaften sowie für Sowjetischer Aktiengesellschaften (SAG-Betriebe). In der SBZ war sie die einzige mit Außenhandelsgeschäften betraute Bank. Vgl. Lexikon der Wirtschaft, Band Finanzen, S. 203.
[63] An eine Bank erteilter Auftrag, aus dem Guthaben bzw. einem gewährten Kredit des Auftraggebers (Akkreditivstellers, meist ein Importeur), in einer bestimmten Zeit einem Dritten, dem Begünstigten oder Akkreditierten (meist ein Exporteur), eine bestimmte Geldsumme unter bestimmten Bedingungen, v.a. der Vorlage genau bezeichneter Dokumente, verfügbar zu machen. Vgl. ebd. S. 19.
[64] Siehe BArch, DN 6 / 11.
[65] Die DNB beschäftigte nach der Eingliederung der Kreditinstitute 16052 Mitarbeiter. Siehe BArch, DN 6 / 4177.
[66] Siehe BArch, DN 6 / 3253.
[67] Vgl. Zimmermann/Fraas/Rätzer, S. 89.
[68] Siehe BArch, DN 6 / 4181.
[69] Vgl. Hummel, Detlev: Geschichte der Bankwirtschaft der DDR von 1945-1989. Potsdam 1997. S. 39.
[70] Das Berliner Stadtkontor wurde im Juni 1945 vom Magistrat von Groß-Berlin im Einvernehmen mit dem sowjetischen Stadtkommandanten gegründet. Es war ursprünglich das einzige zugelassene Geld- und Kreditinstitut in Berlin und führte bis zur Währungsreform 1948 sämtliche Bankgeschäfte in allen Sektoren durch. Danach erstreckte sich seine Tätigkeit auf den demokratischen Sektor von Berlin, bzw. mit Gründung der DDR auf Berlin (Ost). Vgl. Lexikon der Wirtschaft, Band Finanzen, S. 78f.
[71] Siehe BArch, DN 6 / 3253.
[72] Siehe BArch, DN 6 / 4952.
[73] Die Geschäftsordnung für das Kollegium der DNB wurde auf Grund der Verordnung über die Bildung von Kollegien vom 17. Juli 1952 und analog der Geschäftsordnung für die Kollegien in den Ministerien, Staatssekretariaten und anderen zentralen Organen der Regierung vom 12. Februar 1953 erarbeitet. Siehe BArch, DN 6 / 3224.
[74] Siehe BArch, DN 6 / 4076.
[75] Siehe BArch, DN 6 / 4177.
[76] Dem Direktorium gehörten im August 1954, neben dem Präsidenten, Greta Kuckhoff, Werner Todtmann, Hermann Fürst, Willi Hagemann, Johannes Weissflog, Georg Kulessa und Kurt Koch an. Siehe ebd.
[77] Siehe BArch, DN 1 / 35488.
[78] Siehe BArch, DN 6 / 4177.
[79] Die neue Organisation orientierte sich an der Struktur der Staatsbank der UdSSR. Siehe BArch, DN 6 / 4183 und DN 6 / 3296.
[80] Es gab selbständige und unselbständige Aufgabengebiete, die anhand der zwei- bzw. dreistelligen Strukturnummern zu unterscheiden waren. Siehe BArch, DN 1 / 35489.
[81] Zu den mit der Strukturnummer "D" bezeichneten Aufgabengebieten gehörten: Kader, Schulung, Recht, Auslands-Information, Wirtschaftsbetriebe, Korrespondenz AS, Innere Verwaltung, Volkswirtschaft, Presse, Emissions-Verwaltung, Wertpapiere, Innenkontrolle, Betriebsarchiv, Verschlusssachen, Chiffrierstelle, Altforderungen, Kreditauskünfte, Uraltguthaben. Siehe BArch, DN 6 / 4183.
[82] Siehe BArch, DN 6 / 4952.
[83] Siehe ebd.
[84] In Realisierung des Beschlusses des Ministerrates der DDR vom 12. April 1956 "Über die Neuregelung des Stellenplanwesens" wurde in der DNB mit der Erarbeitung eines Rahmenstellenplanes begonnen. Siehe BArch, DN 1 / 35489.
[85] Die DNB umfasste zu diesem Zeitpunkt 14 Bezirksfilialen, 236 Filialen, 17 Zweigstellen und 10 Wechselstellen. Siehe BArch, DN 6 / 1389.
[86] Ziel der Strukturänderungen war die Verbesserung der ökonomischen und betrieblichen Arbeit der DNB durch bessere operative Anleitung und Kontrolle der Niederlassungen in den Bezirken. Siehe BArch, DN 1 / 35488.
[87] Zum Hauptbuchhalter der DNB wurde Werner Bahl ernannt. Siehe BArch, DN 1 / 35488 und DN 6 / 2173.
[88] Die Direktoriumsbereiche erhielten keine genaueren Bezeichnungen. Ihnen wurden lediglich Ziffern beigegeben (Bereiche 1-6).
[89] Siehe BArch, DN 6 / 3539. In der neuen Struktur fand die Abgabe des landwirtschaftlichen Sektors an die Deutsche Bauern-Bank und die Bildung einer valutaökonomischen Abteilung Berücksichtigung. Siehe BArch, DN 6 / 4146.
[90] Zu diesen Struktureinheiten zählten der Bereiche, die für die Kreditgewährung an die Industrie und an den Handel zuständig waren. Siehe BArch, DN 6/4952.
[91] Siehe BArch, DN 6 / 3347. Im Bereich 2 Industriekredite wurde im August 1963 ein Abteilungsleiter eingesetzt. Siehe BArch, DN 6 / 3610.
[92] Siehe BArch, DN 6 / 2825.
[93] Siehe BArch, DN 6 / 5009.
[94] Siehe ebd.
[95] Ende des Jahres 1963 hatten sich innerhalb der DNB bereits Industriebankfilialen etabliert, die entsprechend dem Produktionsprinzip die nach der wirtschaftlichen Rechnungsführung arbeitenden VVB bankmäßig betreuten.
[96] Siehe BArch, DN 6 / 4952.
[97] Der Volkswirtschaftsrat fungierte als zentrales Organ des Ministerrates der DDR von Juli 1961 bis Ende 1965. Ihm oblag die Planung und Leitung der Industrie. Er war hauptsächlich nach dem Prinzip der Komplexabteilungen organisiert. Für eine oder mehrere VVB existierte eine Industrieabteilung. Dies fand in der Struktur der DNB ab Mai 1964 Berücksichtigung. Siehe BArch, DN 6 / 3599.
[98] Siehe BArch, DN 6 / 3441 und DN 6 / 3465.
[99] Siehe BArch, DN 6 / 5006. Die Abteilungen Grundstoffindustrie, Metallverarbeitende Industrie, Leichtindustrie und Bezirksgeleitete und Lebensmittelindustrie waren für die Anleitung und Kontrolle der Industriebankfilialen sowie der Bereiche Bezirksgeleitete Industrie in den Bezirksdirektionen zuständig.
[100] Der Bereich Industriekredite unterteilte sich nun in die Abt. Grundstoffindustrie, Metallverarbeitende Industrie, Leichtindustrie und Bezirksgeleitete und Lebensmittelindustrie. Im Bereich Ausland bestand lediglich noch die Abt. Wechselstellen. [101] In Vorbereitung der Abgabe der Geschäftsbankfunktion an die Industrie- und Handelsbank wurde mit Wirkung vom 01. Oktober 1967 in der Zentrale der DNB unter dem Vorsitz des Präsidenten die Zentraldirektion der DNB als provisorisches Leitungsorgan mit bankinterner Wirkung gebildet. Siehe BArch, DN 6 / 3437.
[102] Mitte des Jahres 1966 wurde in Zusammenarbeit mit dem Datenverarbeitungszentrum des Finanzökonomischen Forschungsinstitutes des Min. der Finanzen in Filialen des Berliner Stadtkontors mit der probeweisen Einführung der EDV auf dem Gebiet des Buchungs- und Verrechnungsverkehrs begonnen. Siehe BArch, DN 6 / 4872 und DN 6 / 4952.
[103] Insgesamt gab die DNB im Verlauf der Umtauschaktion für die Barauszahlungen und den Umtausch der Kassenbestände der Kreditinstitute 4,112 Mrd. an Banknoten aus. Scheidemünzen blieben mit ihrem bisherigen Nominalwert in Umlauf und wurden ab Oktober 1948 ersetzt. Siehe BArch, DN 6 / 43.
[104] Gesetzliche Grundlage bildete der SMAD-Befehl Nr. 124 vom 24. Juli 1948. Zuvor waren beim ersten Bargeldumtausch vom 24. - 28. Juni 1948 die alten Reichsmarkscheine in Geldscheine mit aufgeklebten Spezialkupons ersetzt worden. Gegen die Einzahlung von 70 Reichsmark (RM) erhielt die Bevölkerung pro Person 70 RM mit aufgeklebten Spezialkupons. Für private Sparguthaben, die seit dem 08. Mai 1945 bestanden, wurden pro Kopf die ersten 100 RM 1:1 umgewertet, Beträge über 100 RM bis zu höchstens 1000 RM 1:5 und Beträge bis zu 5000 RM 10:1. Bei Kontenbeständen über 5000 RM erfolgte eine Überprüfung hinsichtlich des rechtmäßigen Erwerbs und der Bezahlung von Steuern. Die Giroguthaben der Bevölkerungen wurden im Verhältnis 10:1 abgewertet. Die aufgenommenen Kredite blieben bei Privatpersonen und -betrieben im Verhältnis 1:1 bestehen. Kredite von "Voreigentümern" galten bei volkseigenen Betrieben als erloschen. Die Konten der volkseigenen Betriebe und der staatlichen Verwaltungen wurden im Verhältnis 1:1 umgewertet. Privatbetriebe erhielten lediglich in Höhe der wöchentlichen Lohnsumme bzw. des wöchentlichen Umsatzes Geldbeträge zum Kurs von 1:1. Für die bis zum 08. Mai 1945 entstandenen Sparguthaben (sogenannte Uraltguthaben von Privatpersonen und Privatbetrieben) erfolgte die Umwertung im Verhältnis 10:1 und die Abwandlung in eine staatliche Anleihe, die Altguthaben-Ablösungsanleihe. Vgl. Broosch, S. 90ff.
[105] Die Altnoten gelangten in verplombten Säcken in Papierfabriken der Länder und wurden dort zu Neupapier für den Bedarf der Kreditinstitute in der SBZ verarbeitet. Siehe BArch, DN 6 / 3179.
[106] Am Ende des zweiten Weltkrieges hatte sich der Bargeldumlauf in Deutschland als Folge des Krieges enorm ausgeweitet. Er wurde noch erhöht, durch von den Besatzungsmächten ausgegebene Besatzungsmark und die nach Kriegsende aus den Beständen der Reichsbankfilialen in Umlauf gelangten RM-Beträge. Siehe BArch, DN 6 / 4177.
[107] Vgl. Hummel, S. 36f.
[108] Siehe BArch, DN 6 / 4177.
[109] Siehe BArch, DN 6 / 1389.
[110] Siehe BArch, DN 6 / 4177.
[111] Im Rahmen der Überleitung der Kassengeschäfte des Staatshaushaltes auf die DNB übernahm die DNB ca. 150 Angestellte der ehemaligen Finanzkassen der Deutschen Zentralfinanzdirektion. Siehe BArch, DN 6 / 2176 und DN 1 / 36736.
[112] Siehe Fußnote 8.
[113] Siehe BArch, DN 6 / 4050 und DN 1 / 34764. Die DNB übernahm bei der Überleitung der Aufgaben der Bankenkommission ca. 1 Millionen ungeöffneter Briefe zur Bearbeitung. Siehe BArch, DN 6 / 4013.
[114] Siehe BArch, DN 6 / 1389.
[115] Das neue Verfahren erlaubte es, dreimal wöchentlich eine gegenseitige Aufrechnung der Forderungen vorzunehmen. Vgl. Hummel, S. 35.
[116] Im Jahr 1955 wechselte die DNB zur relativen Lohnfondskontrolle, mit der das Verhältnis der ausgezahlten Lohnfonds zur Erfüllung der Produktionspläne analysiert wurde. Siehe BArch, DN 6 / 4177.
[117] Diese Aufgabe oblag bis zu diesem Zeitpunkt der Garantie- und Kreditbank AG. Siehe BArch, DN 6 / 1398.
[118] Der Bargeldumlauf sollte entsprechend der vierteljährlich im Bargeldumsatzplan festgelegten und vom Präsidium des Ministerrates der DDR beschlossenen Höhe durch Emission von Geldzeichen bzw. Entnahme von Bargeld aus der Zirkulation verändert werden. Vgl. Hummel, S. 34.
[119] Siehe BArch, DN 6 / 1389.
[120] Vgl. Hummel, S. 49f.
[121] Die DNB übernahm von der Garantie- und Kreditbank AG 15 Planstellen. Siehe BArch, DN 1 / 35488. Die Liquidation der Garantie- und Kreditbank AG dauerte bis Mitte der 70er Jahre. Ihre Löschung im Handelsregister erfolgte zum 31. Mai 1976. Eine Veröffentlichung in der Presse über die Löschung durfte nicht vorgenommen werden. Siehe BArch, DN 6 / 1434.
[122] Siehe BArch, DN 6 / 3604. Die DNB beantragte Anfang März 1957 beim Min. der Finanzen, Stellenplanverwaltung, die Umsetzung von 114,5 Planstellen mit entsprechenden Vergütungsmitteln aus dem Kontingent der DIB in ihr Kontingent. Siehe BArch, DN 1 / 34764.
[123] Siehe BArch, DN 6 / 1549.
[124] Bei der Umtauschaktion verloren die Banknoten im Nennwert von 2 bis 1000 DM ihre Gültigkeit. Die Banknoten im Wert von 0,50 und 1 DM sowie die Münzen von 1 Pfennig bis 2 DM behielten ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel. Bis zu 300 DM an Bargeld wurden im Verhältnis 1:1 getauscht. Bei darüber hinausgehenden Beträgen erfolgte die Gutschrift auf ein Konto, über das der Inhaber ab 19. Oktober 1957 nach Überprüfung der Herkunft verfügen konnte. Sparkonten blieben vom Umtausch unberührt. Vgl. Broosch, S. 246ff. [125] Siehe BArch, DN 6 / 1549.
[126] Nach Auswertung der Erkenntnisse wurde dem Min. der Finanzen vorgeschlagen, in den Jahren 1963-1965 in allen Kreisen Verrechnungs- und Buchungszentren zu bilden. Siehe BArch, DN 6 / 5009.
[127] Siehe BArch, DN 6 / 2176.
[128] In der DNB wurden durch die Einführung dieses Verfahrens 340 Planstellen eingespart. Siehe BArch, DN 6 / 5009.
[129] Siehe ebd.
[130] Siehe BArch, DN 6 / 4817.
[131] Siehe ebd.
[132] Siehe BArch, DN 6 / 5009.
[133] Siehe ebd.
[134] Obwohl für die Umwechslung der Banknoten ein Zeitraum von 16 Monaten zur Verfügung stand, flossen bis zum 01. Dezember 1965 ein Prozent der alten Banknoten nicht zurück. Nach dem Verfallstermin konnten Anträge auf nachträgliche Umwechslung gestellt werden, denen jedoch nur in besonderen Härtefällen und im Einvernehmen mit dem Minister der Finanzen entsprochen wurde. Siehe BArch, DN 6 / 4817.
[135] Siehe BArch, DN 6 / 5009.
[136] Das Passierscheinabkommen vom 17. Dezember 1963 gestattete Einwohnern von Berlin (West) in der Zeit vom 19. Dezember 1963 bis 05. Januar 1964 den Besuch ihrer Verwandten in der Hauptstadt der DDR, Berlin (Ost). In Berlin (West) wurden Büros eingerichtet , in denen Angestellte der Post aus Berlin (Ost) Anträge entgegennahmen und Passierscheine ausgaben. Am 24. September 1964, am 25. November 1965 und am 07. März 1966 kam es zum Abschluss weiterer Passierscheinabkommen. Siehe BArch, DN 6 / 3758.
[137] Im Dezember 1964 verlangte die DDR einen verbindlichen Mindestumtausch von drei MDN je Person und Tag. Kinder und Rentner waren von dieser Regelung ausgenommen. Siehe BArch, DN 6 / 3388 und DN 6 / 3531.
[138] Siehe BArch, DN 6 / 5009.
[139] Siehe BArch, DN 6 / 2287 und DN 6 / 3458.
[140] Siehe BArch, DN 6 / 4817.
[141] Siehe BArch, DN 6 / 4817.
[142] In Zusammenarbeit mit dem Bundesvorstand des FDGB und dem Landwirtschaftsrat der DDR wurden die Quoten für die Ausgabe an "verdiente Werktätige" in den Betrieben und Einrichtungen und an "verdiente Genossenschaftsbauern" festgelegt. Die Nachfrage vieler Werktätiger konnte nicht erfüllt werden. Siehe ebd.
[143] Die Arbeiten an einer Banknotenzählmaschine mussten wegen Funktionsuntüchtigkeit des Gerätes eingestellt werden. Siehe BArch, DN 6 / 5009.
Inhaltliche Charakterisierung
Das im vorliegenden Findbuch erfasste Schriftgut widerspiegelt die Funktionalisierung des Finanzwesens im Sinne der Politik des Staates DDR. Es gibt zu erkennen, dass die Arbeit der DNB durch den Vorherrschaftsanspruch der SED bestimmt und durch eine enge Verknüpfung mit dem politischen Geschehen geprägt war.
Ausgehend von der Stellung der DNB als oberste Bankinstitution im Finanz- und Wirtschaftssystem und als Teil des Staatsapparates bilden die Akten des Bestandes Deutsche Notenbank (DN 6) eine hochwertige Quellenbasis für Forschungen zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen in der DDR.
Die Überlieferung gewährt Einblicke in die Vielschichtigkeit dieser Prozesse sowie in die Widersprüche zwischen politischen Zielsetzungen und praktischen Notwendigkeiten. Die Akten dokumentieren anschaulich die Liquidierung der Kriegsverhältnisse auf finanziellem Gebiet und die Entstehung, Entwicklung sowie Veränderung des Bankenwesens in der SBZ und späteren DDR. Sie belegen die weitgehende Abhängigkeit des Finanzsystems in einer Volkswirtschaft von der Wirtschaftsordnung und seine Ausrichtung nach sowjetischem Vorbild. In gleicher Weise zeigen die Archivalien die direkte Einflussnahme auf die Geldpolitik durch die DWK und später des Min. der Finanzen auf. Die Instrumentalisierung der Haushaltspolitik zur Beseitigung der föderalen Staatsstruktur in Richtung Zentralisierung kommt in den Unterlagen zum Ausdruck. Ebenso die Bemühungen der SED zur Modernisierung der Wirtschaft im Rahmen des Neuen Ökonomischen Systems, das die Innenpolitik der DDR maßgeblich prägte. Darin eingebunden sind die Übertragung von mehr Eigenverantwortung an die Betriebe bei der Umsetzung "ökonomischer Hebel", um damit verstärkt Anreize zur Steigerung des Wirtschaftswachstums und der Arbeitsproduktivität zu schaffen sowie Fragen der Rationalisierung und Automatisierung von Wirtschaftsprozessen. Die grundsätzliche Politik gegenüber dem privaten Sektor der Industrie und des Handels wird im Schriftgut aufgezeigt. Nicht zuletzt ist das Eingreifen der SED in die Personalpolitik des Finanzsektors vereinzelt nachweisbar.
Die Überlieferung des Bestandes erstreckt sich zeitlich schwerpunktmäßig auf die Jahre 1948-1967. [1] Sie spiegelt die Arbeit der DNB in ihren Grundsätzen, aber auch im Detail wider. Der Wert des Schriftgutes ist in den einzelnen Klassifikationsgruppen durchaus unterschiedlich.
Die Aktengruppe 1 Leitung und Organisation enthält nur fragmentarisch grundlegende Dokumente zur Finanzpolitik in der SBZ/DDR.
Aussagekräftige Quellen für die gesamte Arbeit der DNB und das Funktionieren und Zusammenwirken ihrer Strukturteile stellen die hier zahlreich abgelegten Handakten des Vizepräsidenten und einzelner Direktoren aus dem Zeitraum 1945 - 1967 dar.
Die Tätigkeit der Entscheidungsgremien spiegelt sich in den Sitzungsprotokollen und Arbeitsplänen des Direktoriums beinahe lückenlos sowie in den Protokollen der Dienstberatungen beim Präsidenten für die Zeit von 1960 - 1967 wider. Zum Wirken des Verwaltungsrates und des Kollegiums sind nur wenige Einzelakten überliefert.
Das zahlreiche Vorhandensein von Akten zur Arbeitsweise des Bankensystems im Neuen Ökonomischen System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft ab Mitte der 60er Jahre sowie zu Schlussfolgerungen für die Bankarbeit in Auswertung von Beschlüssen des ZK der SED und des Ministerrates der DDR ist besonders auffällig.
Die Organisationsentwicklung bzw. die vielen strukturellen Änderungen sind umfassend dokumentiert. Dienstinterne Abläufe werden u.a. durch die umfangreiche Bandreihe mit Rundschreiben der DNB sichtbar. Hervorzuheben sind hier Unterlagen zu den Anfängen und der Entwicklung des Archivwesens in der DNB und zur Erarbeitung eines Aktenplanes.
Zur Struktur und Tätigkeit anderer Kreditinstitute der SBZ/DDR und zur Aufgabenabgrenzung mit der DNB liegen ebenfalls Materialien vor.
Schriftgut im Zusammenhang mit privaten Banken ist nicht überliefert.
Die Einflussnahme der sowjetischen Besatzungsmacht auf die Finanzpolitik spiegeln hauptsächlich Schriftwechselakten und Beratungsprotokolle wider.
Arbeitsbeziehungen der DNB zu anderen staatlichen Einrichtungen, der SED und gesellschaftlichen Organisationen sind quellenmäßig gut belegt. Ebenso die Kompetenzstreitigkeiten zwischen der DNB und dem Min. der Finanzen.
Der Funktion der DNB als Anleitungs- und Kontrollorgan gegenüber den Niederlassungen der Länder bzw. der Bezirke werden die für den gesamten Zeitraum ihres Bestehens überlieferten Protokolle der gemeinsamen Beratungen sowie die Berichte über Revisionseinsätze gerecht.
Zur Neuordnung des Bankensystems ab Mitte des Jahres 1967 liegen ebenfalls aussagekräftige Akten vor.
In der Gruppe 2 Personal und Bildung spiegelt sich die Personalpolitik der DNB bis hin zur Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern und Lehrlingen gut wider. Verhältnismäßig breiten Raum nehmen hier die Akten zur Frauen- und Jugendförderung ein. Die aktive Teilnahme der Mitarbeiter an der ständigen Verbesserung der Arbeitsweise der DNB reflektieren die zahlreich vorhandenen Neuerervorschläge. Gut dokumentiert ist auch die Teilnahme an Masseninitiativen und sozialistischen Wettbewerben. Andere Unterlagen lassen aussagekräftige Rückschlüsse auf die Entwicklung der Lohnpolitik sowie auf die Zahlung von Leistungszuschlägen und Prämien zu.
Von einigen leitenden Mitarbeitern, die bis 1956 bei der DNB tätig waren, sind Personalakten archiviert. Schriftgut zur sozialen und kulturellen Betreuung der Belegschaft sowie zum Arbeitsschutz fehlt.
Die juristische Aufwertung ihrer zentralen Stellung erfuhr die DNB mit dem Gesetz vom 31. Oktober 1951, dessen Erarbeitung in der Klassifikationsgruppe 3 Recht mit einigen Akten belegt ist. Besser dokumentiert ist die Ausarbeitung des Gesetzes über die DNB vom 20. Dezember 1965. [2] Das Gesetzgebungsverfahren spiegelt sich umfassend in aktenkundigen Diskussionen, Stellungnahmen und Schriftwechsel mit zentralen staatlichen Behörden und Einrichtungen wider. Wenig Material ist zum Gesetz über die Staatsbank der DDR vom 01. Dezember 1967 vorhanden.
Zur Neufassung des Vertragsgesetzes und der Vertragsordnung der sozialistischen Wirtschaft sowie der Staatshaushaltsordnung ist hier Schriftgut nachweisbar.
Die Handakten des Leiters der Abt. Recht der DNB dokumentieren eindrucksvoll die Tätigkeit dieses Strukturteils und die Vielschichtigkeit der zu lösenden Aufgaben.
Erwähnenswert ist die umfangreiche Bandreihe zur Auflösung der Garantie- und Kreditbank AG und die damit verbundene Übernahme der Außenhandelsfinanzierung mit der UdSSR ab 01. Juli 1956 durch die DNB.
Geringfügig liegen Unterlagen zu Arbeitsrechtsstreitigkeiten der DNB sowie zu Strafverfahren gegen Mitarbeiter der DNB vor, deren Benutzung im Sinne des Persönlichkeitsschutzes den Bestimmungen des Bundesarchivgesetzes unterliegt.
Bei den fragmentarisch überlieferten Rechtsstreitigkeiten gegen Betriebe und Privatpersonen handelt es sich fast ausschließlich um Berufungsrechtsstreitigkeiten und Kassationsverfahren der DNB vor dem Obersten Gericht der DDR zur Einziehung von Altforderungen der geschlossenen Banken bzw. zu Vorzugsumwertungen im Rahmen der Währungsreform. Wenige Einzelakten beinhalten internationale Rechtsangelegenheiten bzw. Prozesse im Zusammenhang mit ausländischen Partnern.
Die Bearbeitung von Eingaben und Einsprüchen privater und dienstrechtlicher Natur ist nur fragmentarisch nachweisbar. Zahlreicher vorhanden sind Eingabenanalysen der Bezirksdirektionen, Industriebankfilialen und der Zentrale aus den 60er Jahren.
Über die Ausreichung und den Einzug von Geld und Kredit hatte die DNB die Planerfüllung zu stimulieren und auf den volkswirtschaftlichen Nutzeffekt Einfluss zu nehmen.
Dementsprechend wurde der Kreditplanung auf Grundlage des Volkswirtschaftsplanes und in Übereinstimmung mit der Finanzbilanz des Staates sowie der Planung des Bargeldumlaufs große Bedeutung beigemessen.
Die Überlieferung in der Gruppe 4 Planung, Analyse und Statistik wird dem gerecht. Breiten Raum nehmen hier die Unterlagen zur Erstellung und Abrechnung der Quartals- bzw. Jahreskreditpläne ein. Auch zur Bargeldumsatzplanung, die im Rahmen der Planung und Bilanzierung der Kredite und des Geldumlaufs erfolgte, liegen eine Vielzahl von Akten vor. Darüber hinaus ist die Staatshaushalts- und Volkswirtschaftsplanung dokumentiert, ferner die Planung und Kontrolle des Geldumlaufs der Bevölkerung.
Die analytische Tätigkeit der DNB, die wesentlich zur Vorbereitung, Ausarbeitung, Durchführung und Kontrolle der verschiedenen Planprojekte beitrug, kommt in den umfassend hier eingeordneten Analysen, Berichten und Einschätzungen prägnant zum Ausdruck. Ergänzung finden die Unterlagen mit den in anderen Klassifikationsgruppen überlieferten Erhebungen zu speziellen Bereichen, wie z. B. zur Entwicklung verschiedener Industriezweige, des Handels und des Zahlungsverkehrs.
Erwähnenswert sind Akten zur Vergabe von Sonderkrediten, z. B. an Umsiedler, Neubauern oder aber ab einem Betrag über 1 Millionen Mark.
Geschäftsberichte der DNB sind für die Jahre 1951-1967 überliefert.
Schließlich existieren Unterlagen zur Lohnfondskontrolle aus den Jahren 1953-1966 und zur Entwicklung bzw. zum Abbau von Überplanbeständen.
Die Überlieferung der quantitativ größten Klassifikationsgruppe 5 Finanzierung und Kontrolle der Wirtschaft beinhaltet aussagekräftige Quellen zum Aufbau des zentralistisch strukturierten und orientierten Wirtschaftssystems in der DDR bzw. zu Strukturveränderungen und Entwicklungen für einzelne Bereiche der volkseigenen und der privaten Wirtschaft in den 50er und 60er Jahren.
Darüber hinaus spiegelt sich hier v.a. die Zuständigkeit der DNB für das kurzfristige Kreditgeschäft vielgestaltig wider. Besonders umfangreich belegt ist die Vergabe von Sonder- und kurzfristigen Krediten an VEB und VVB der verschiedensten Industriezweige, an staatliche Betriebe der Landwirtschaft und an private Betriebe. Zur Kreditausreichung an Betriebe des Transport- und Nachrichtenwesens, an sozialistische Genossenschaften und an Betriebe mit staatlicher Beteiligung sind nur wenige Akten nutzbar.
In engem Zusammenhang mit der planmäßigen Umverteilung der zeitweilig freien Geldmenge der Volkswirtschaft über die Kreditierung, stand seine Ausnutzung als wichtiges Mittel der Kontrolle. Dies schlägt sich im Schriftgut durch eine Vielzahl von Betriebsbilanzen und - finanzkontrollberichte sowie durch die Teilnahme der DNB an Rentabilitätsbesprechungen und Kontrollausschusssitzungen nieder. Außerdem existieren aufschlussreiche Unterlagen zur Durchführung des Neuen Ökonomischen Systems in der Wirtschaft, zur Industriepreisreform und im Zusammenhang mit der Umstrukturierung der DNB nach dem Produktionsprinzip, zur Tätigkeit von Industriebankfilialen.
Es sind Akten zur Entwicklung der rechtlichen Grundlagen auf dem Gebiet der kurzfristigen Kreditgewährung ab Anfang der 50er Jahre vorhanden. Dokumente zur Kreditrichtlinie der DNB vom 30. März 1949 fehlen ganz.
Besonders hinzuweisen sei an dieser Stelle auf die Aktenbände zur Finanzierung und Kontrolle der 1954 von der UdSSR an die DDR übergebenen SAG-Betriebe, zur Prüfung der Liquidität privater Betriebe und zur Behandlung staatlicher Beteiligungen, die für die Erforschung der Wirtschaftsgeschichte der DDR sicherlich von besonderem Interesse sind.
In der Gruppe 6 Finanzierung und Kontrolle des Handels existiert v.a. Archivgut, das die Kreditpolitik der DNB gegenüber dem volkseigenen und konsumgenossenschaftlichen Konsumgüter-, Groß- und Einzelhandel erkennen lässt. Die Methoden der Finanzierung und Kontrolle sowie die gesetzlichen Grundlagen unterschieden sich im Prinzip nicht von dem in der volkseigenen Industrie angewandten System. Das Schwergewicht der Tätigkeit der DNB lag jedoch v.a. in der Absicherung einer reibungslosen Versorgung der Bevölkerung, wie die Akten belegen.
Die Überlieferung gibt zur Entwicklung der Handelsorganisation (HO) und der Konsumgenossenschaften ebenso Auskunft, wie zur Tätigkeit einer Vielzahl von Handelszentralen (DHZ) und der VEAB. Die Kontrollfunktion der DNB erschließt sich aus den hier abgelegten Bilanzen, Kontrollberichten und ökonomischen Konferenzen verschiedener Betriebe und Einrichtungen. Andere Dokumente lassen gute Rückschlüsse auf die Durchsetzung des Neuen Ökonomischen Systems im Bereich Handel zu.
Zur Entwicklung privater Handelsbetriebe bzw. zur Kreditausreichung an diese ist nur fragmentarisch Material vorhanden. Hervorhebenswert erscheinen die Einzelakten zur Abschaffung der Lebensmittelkarten, zur Durchführung des Winterschlussverkaufs und zur Errichtung von Intershops.
Die Akten der Gruppe 7 Internationale Bankbeziehungen und Außenhandelstätigkeit resultieren v.a. aus der Tätigkeit der Abt. Ausland der DNB. Auffällig ist die nur geringfügige Überlieferung von Grundsatzdokumenten in diesem Bereich.
Gut belegt ist die Zusammenarbeit im Rahmen des RGW, die sich im Schriftgut hauptsächlich in Tagungen und Konferenzen der Leiter der Zentralbanken der sozialistischen Länder und in Expertenberatungen zu verschiedenen Themen der Bankarbeit niederschlägt.
Eine Vielzahl von Akten liegen über die Tätigkeit der Internationalen Bank für wirtschaftliche Zusammenarbeit (IBWZ) und die dortige Mitarbeit der DNB.
Die Außenwirtschafts- und Bankbeziehungen zu den sozialistischen Staaten ist mit der umfangreichen Serie über Erfahrungsaustausch zwischen den Banken sowie mit Dokumenten über Studienreisen und über Einschätzungen der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Länder aussagekräftig belegt.
Im Komplex Außenwirtschafts- und Bankbeziehungen mit den "nichtsozialistischen" Staaten sind neben den zahlreich vorhandenen Schriftwechselakten zur Abwicklung des Handels- und des Zahlungsverkehrs die Untersuchungen zur Entwicklung von Wirtschaft und Währung in verschiedenen kapitalistischen Ländern hervorhebenswert. [3]
Zu den innerdeutschen Geschäftsbeziehungen der DNB und zum innerdeutschen Handel ist hier kaum Material verfügbar.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Überlieferung zur Zahlungsbilanz und zur Valutawirtschaft. Die Planung und Abrechnung der Valutaeinnahmen und -ausgaben spiegelt sich darin ebenso wider wie die Gründung der Deutschen Handelsbank AG und der Deutschen Außenhandelsbank AG. Umfassend quellenmäßig belegt ist hier die Kreditierung der staatlichen Außenhandelsunternehmen und Exportbetriebe.
Es sind Akten zur Regelung von Grundsatzfragen, zur Kreditplanung, zur Vergabe von Sonderkrediten und zur Finanzierung langfristiger Zielgeschäfte vorhanden, die die Abwicklung geplanter Außenhandelsgeschäfte von der Beantragung bis zur Entscheidung und die damit verbundenen Probleme aufzeigen.
Relativ umfangreich ist auch die Überlieferung zu Bankgeschäften anlässlich der Leipziger Messe, die bereits ab dem Jahr 1947 einsetzt und bis in die 60er Jahre reicht.
Nur in geringen Umfang sind Dokumente, die den Abschluss von Abkommen über die Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit einzelnen Ländern festhalten, vorhanden. [4]
Das gilt in gleicher Weise für Unterlagen zur Organisation des internationalen Reiseverkehrs. Ebenso gibt es Lücken bei den zur Vergabe von Devisenkrediten archivierten Materialien, die lediglich den Zeitraum der 60er Jahre erfassen.
Das Schriftgut der Klassifikationsgruppe 8 Zahlungs- und Verrechnungsverkehr bietet weitaus mehr Auswertungsmöglichkeiten, als die Bezeichnung vermuten lässt.
Es dokumentiert Aspekte der Tätigkeit der DNB als Kassenvollzugsorgan des Staatshaushaltes. Die Regulierung des Geldumlaufs über ein System der Bargeldumsatzplanung ist umfangreich belegt. Desgleichen liegen eine Vielzahl von Akten zur Entwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs vor. Diese schließen Dokumente zur Ausarbeitung des Gesetzes über die Regelung des Zahlungsverkehrs vom 21. April 1950 ebenso ein, wie Materialien zur Einführung neuer Verrechnungsverfahren, z. B. dem Rechnungseinzugsverfahren, dem Forderungseinzugsverfahren bzw. der Verrechnung von Geldforderungen.
Breiten Raum nehmen auch die Unterlagen zum Geldverkehr mit dem Ausland [5], insbesondere zum innerdeutschen Waren- und Zahlungsverkehr der nach der Währungsreform einer Neuregelung bedurfte, ein. So finden sich hier beispielsweise Akten zur Ausarbeitung des Frankfurter und des Berliner Abkommens [6], zur Vorbereitung und Durchführung des Passierscheinabkommens, zur Entwicklung des Wechselkurses der DM der DNB zur DM-West und zur Tätigkeit von Wechselstuben in Berlin (West). Erwähnenswert sind an dieser Stelle auch die Einzelbände über die Behandlung des ausländischen Vermögens in der DDR und über die Einführung eines Mindestumtausches für Besucher aus dem "nichtsozialistischen" Ausland.
Das Wirken der DNB bei der finanztechnischen Abwicklung der Währungsreform ist besonders umfassend dokumentiert. An Hand der Bandserie mit Schriftwechsel, insbesondere der Abteilungen Währungsreform und Zahlungsverkehr der DNB, kommen in vielen Einzelbeispielen die Bemühungen um die Durchsetzung von Vorzugsumwertungen, die politischen Rücksichtnahmen und die Einmischung der SMAD bei Umwertungsentscheidungen sowie die Langwierigkeit der Entscheidungsprozesse zum Ausdruck.
Die Erledigung der mit der Auflösung der Bankenkommission zum Januar 1951 auf die DNB übergeleiteten Aufgabengebiete Verwaltung der sichergestellten Wertpapiere und Geschäftsunterlagen, Schließfachinhalte und Verwahrstücke, Umwertung der Uraltguthaben, Wertpapierbereinigung sowie Erteilung von Auskünften an Bürger der Vereinten Nationen kann anhand der vorhandenen Überlieferung gut nachvollvollzogen werden.
Es sind Quellen zum Edelmetallgeschäft [7], zur Geldzeichenherstellung und zum Ermitteln und Begutachten von Falschgeld vorhanden sowie Akten zur Geldumtauschaktion im Jahr 1957.
Zur Emissionstätigkeit der DNB ist relativ wenig Schriftgut nutzbar. Erwähnt sei hier ein Aktenband zur Ausgabe von Gedenkmünzen. [8]
In der Gruppe 9 Buchhaltung sind hauptsächlich Zwischenbilanzen und Bilanzen der DNB und anderer Kreditinstituten der SBZ/DDR archiviert. Besonders hinzuweisen sei hier auf die Währungs- und Devisenbilanzen sowie die Bilanzen privater Banken. Außerdem liegen Hauptbuchkontokarten und Hauptbücher vor. Diese dienten der zusammenfassenden Verbuchung aller Geschäftsvorgänge in der Bank und waren daher für die Erarbeitung der Bilanz der DNB bedeutsam.
Relativ umfangreich ist Schriftgut zur Finanzplanung der DNB überliefert. Dagegen informieren nur wenige Einzelakten über die Kontoführung des Staatshaushalts, die Erstellung eines Kontenrahmens für die DNB und die Bildung von Buchungs- und Verrechnungszentren.
Die Klassifikationsgruppe 10 Rationalisierung und Organisation enthält Unterlagen zur Verbesserung der maschinellen Ausstattung und zur Vereinfachung von technischen Arbeitsabläufen in den Kreditinstituten der DDR, insbesondere jedoch in der DNB. Das Schriftgut veranschaulicht die Umsetzung einschlägiger Maßnahmen ab Anfang der 60er Jahre auf der Grundlage von Rekonstruktionsplänen.
Außerdem sind die Tätigkeit entsprechender Arbeitskreise, Versuche der Einführung rechnergestützter Arbeitsmethoden und die Rationalisierungskonferenz der Finanzorgane vom August 1966 nachweisbar.
Erwähnenswert ist die Bandreihe zur Entwicklung einer Banknotenzählmaschine. [9]
In der Gruppe 11 Verwaltung dominieren die Akten zur Übernahme und Veränderung von Rechtsträgerschaften für Grundstücke der DNB aus dem Zeitraum 1947 - 1967. Zum Neubau von Bankgebäuden ist kaum Schriftgut vorhanden. Besser dokumentiert sind Regelungen zur Ordnung und Sicherheit in der Zentrale und den Niederlassungen der DNB. Auch die Erarbeitung und Vereinheitlichung von Bankvordrucken ist in der insgesamt geringfügigen Überlieferung dieser Klassifikationsgruppe quellenmäßig gut belegt.
Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass im Schriftgut der DNB viele Aspekte der Arbeitsweise des Staatsapparates der DDR, für die DNB ausführlich, für andere Stellen fallweise zum Ausdruck kommen. Die Akten belegen, dass die DNB zu jeder Zeit ein zentrales Organ der Regierung bzw. des Ministerrates der DDR zur Schaffung der monetären Vorraussetzungen für die beschlossene zentrale Planung war und das sie nur einen sehr begrenzten Handlungsspielraum bei ihren Entscheidungsfindungen besaß. Auf Grund der vollständigen Abhängigkeit des obersten Bankinstituts von politischen Entscheidungsträgern blieb auch ihr faktischer Einfluss auf die Geldpolitik der DDR im gesamten Zeitraum ihres Bestehens begrenzt.
[1] Einige wenige Akten reichen bis 1945 bzw. bis in die dreißiger Jahre zurück.
[2] Die Erarbeitung beider Gesetze spiegelt sich auch in anderen Klassifikationsgruppen wider. Speziell in den Handakten leitender Mitarbeiter sind entsprechende Unterlagen zu finden.
[3] Vgl. Grünspek, Evelyn: Banken als Instrumente des Staates: Wert und Aussagekraft von Bankunterlagen in der Überlieferung der DDR. In: Mitteilungen aus dem Bundesarchiv, Heft 2 1995. S. 23. Die im Artikel von Frau Grünspek geäußerte Vermutung über eine größere Zahl von Unterlagen, die 1966 von der DABA übernommen wurden, hat sich inzwischen bestätigt. Durch die Provenienzbereinigung mit dem Bestand DN 11 konnten im Bestand DN 6 hauptsächlich im Komplex "Außenwirtschafts- und Bankbeziehungen zu nichtsozialistischen Staaten" Lücken geschlossen werden. Siehe auch Abschnitt "Archivische Bearbeitung".
[4] Nach hier vorliegendem Erkenntnisstand existieren diesbezügliche Abkommen im "Restbestand" der Deutschen Außenhandelsbank AG, der sich in der Zuständigkeit der WestLB AG, Niederlassung Berlin befindet. Vgl. Dienstakten.
[5] In der Klassifikationsgruppe 7 Internationale Bankbeziehungen ist ergänzendes Archivgut zu finden.
[6] Das Berliner Abkommen vom 20. September 1951 folgte dem Frankfurter Abkommen vom Oktober 1949 und beinhaltete gleichfalls Festlegungen zum innerdeutschen Handel bzw. zu gegenseitigen Warenlieferungen und Leistungen. Siehe BArch, DN 6 / 4045.
[7] Das Edelmetallgeschäft der DDR spiegelt sich insbesondere in den Akten der Tresorverwaltung des Min. der Finanzen wider. Diese befinden sich allerdings noch beim Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen.
[8] Unterlagen zur Emission von Geldzeichen in der DDR sind vermutlich noch im "Restbestand" der Staatsbank der DDR vorhanden, der im Konzernarchiv der KfW Bankengruppe verwahrt wird. Vgl. Dienstakten.
[9] Siehe Fußnote 143.
Bestandsgeschichte
Die im Bundesarchiv verwahrte Überlieferung der DNB umfasst ausschließlich Unterlagen, die aus der Tätigkeit der Zentrale der Bank stammen.
Der größte Teil des Bestandes, ca. 155 lfm, gelangte im November 1989 in das damalige Zentrale Staatsarchiv (ZStA), Archivdepot Coswig. [1] Im Verwaltungsarchiv der Staatsbank der DDR war zuvor, in Zusammenarbeit mit dem ZStA, die Bewertung und Erschließung der Akten nach den "Ordnungs- und Verzeichnungsgrundsätzen der DDR" (OVG) [2] erfolgt. Die dabei entstandene, an der Organisation der DNB orientierte sachthematische Kartei, wurde ebenfalls mit übergeben. 1998 erhielt das Bundesarchiv ca. 9 lfm Akten von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Niederlassung Berlin (KfW). [3] Schließlich kamen im Oktober 2002 noch einmal ca. 0,50 lfm Restakten von der KfW dazu.
Dem Bearbeitungsbericht von 1989 ist zu entnehmen, dass das Schriftgut kontinuierlich ab 1951 von den aktenführenden Stellen an das Verwaltungsarchiv [4] abgegeben und dort bereits, entsprechend dem Schriftgutbewertungsverzeichnis der Staatsbank der DDR und den jeweils geltenden Kassationsrichtlinien der DNB, bewertet wurde. [5] Unterschiedliche Ablage- und Ordnungsgrundsätze (kaufmännische und Buchablage) kennzeichneten die innere Ordnung. Diverse Akten ermöglichten keine Rückschlüsse auf die Anwendung innerer Ordnungsprinzipien.
Dominierend war die Sachaktenbildung. Daneben lagen jedoch auch die Ablage nach Schriftstückarten, Korrespondenzakten und eine Vielzahl von Handakten [6] leitender Mitarbeiter vor.
Im Verwaltungsarchiv der Staatsbank der DDR erfolgte vor Beginn der Erschließung im Jahr 1986 eine Grobordnung des Schriftgutes nach Strukturteilen. Da die übergebenen Akten die Anwendung von Aktenplänen weitestgehend vermissen ließen, entstand im Zuge der Verzeichnungsarbeiten ein an die Struktur, der Aufgabenstellung und der real vorhandenen Überlieferung angepasstes Klassifikationsschema. [7]
Mit der Abgabe des Bestandes an das ZStA verband das Verwaltungsarchiv der Staatsbank der DDR Auflagen zur Benutzbarkeit einer Vielzahl von Akten. So sollten Dokumente des Direktoriums, Personalunterlagen, Rechtsakten sowie Schriftgut zum Geldumlauf der Bevölkerung, zu internationalen Bankbeziehungen, zum Zahlungsverkehr und zu Sicherheitsfragen erst nach Zustimmung der Staatsbank zur Einsichtnahme freigegeben werden. [8] Im Zuge der politischen Veränderungen in der DDR und mit der Übernahme des ZStA durch das Bundesarchiv zum 03. Oktober 1990 wurden diese Bestimmungen gegenstandslos. Von der in der Tektonik des Bundesarchivs unter der Signatur DN 6 ausgewiesenen Überlieferung standen den Benutzern, bis auf wenige Ausnahmen [9], nun im Rahmen des Bundesarchivgesetzes alle Teile zur Verfügung.
[1] Grundlage dafür war eine Übernahmevereinbarung zwischen der Staatsbank der DDR und dem ZStA, Dienstort Potsdam vom 19. Dezember 1984. Mit der Auflösung des Archivdepots Coswig im Jahr 1998 wurden die Akten des Bestandes DN 6 in die Magazine des Bundesarchivs Berlin-Lichterfelde verlagert.
[2] "Ordnungs- und Verzeichnungsgrundsätze der DDR", herausgegeben von der Staatlichen Archivverwaltung im Ministerium des Innern, Potsdam 1964.
[3] Noch unter der Regierung Modrow wurden die Geschäfts- und Notenbankfunktion getrennt und der Staatsbank die formelle Unabhängigkeit zuerkannt. Mit Wirkung vom 01. April 1990 übernahm die neu gegründete treuhandeigene Deutsche Kreditbank AG das Wohnungsbau- und Industriekreditgeschäft der Staatsbank. Das Emissionsrecht verblieb der nun als "Zentralbank" bezeichneten "Rest"-Staatsbank der DDR. Im Zuge der Währungsunion und mit der Einführung der D-Mark in der DDR zum 01. Juli 1990 wurde der Deutschen Bundesbank die währungspolitische Verantwortung übertragen. Die Zentralbank verlor ihre Notenbankfunktion. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts erhielt sie die Bezeichnung Staatsbank Berlin. Ihre Aufgaben bestanden v.a. in der Einbringung von Transferrubelforderungen gegenüber früheren RGW-Staaten und in der Organisation des "Ausgleichsfonds Währungsumstellung". Im Jahr 1994 fusionierte die Staatsbank Berlin mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau Frankfurt/Main (KfW), die die genannten Tätigkeitsgebiete fortführte. Darüber hinaus wurden Altforderungen der 1945 geschlossenen Banken sowie Ansprüche westdeutscher Bürger aus ihren "DDR-Sparguthaben" nach Beendigung der Existenz der Staatsbank von der KfW bearbeitet. Vgl. Dienstakten.
[4] Das Verwaltungsarchiv existierte bereits seit der Entstehung der DNB im Juli 1948. Eine vorläufige Geschäftsanweisung des Direktoriums vom Oktober 1948 beinhaltete u.a. Festlegungen zur Aktenführung. Dementsprechend sollte die Ablage der Akten zuerst in einer zentralen Registratur erfolgen. Siehe BArch, DN 6 / 13. Mit Umlauf vom 11. Oktober 1949 wurden alle Abteilungen der Zentrale der DNB aufgefordert, der Organisationsabteilung Vorschläge für die Erstellung eines Aktenplanes einzureichen. Die Erarbeitung dieses Instrumentariums währte bis Anfang des Jahres 1952. Siehe BArch, DN 6 / 1571.
[5] Zur Kassation gelangten im wesentlichen operatives Bankschriftgut, wie z. B. Unterlagen über den Dienstbetrieb, Informationsmaterialien, Planentwürfe (Zwischenmaterial), Monatsstatistiken und Kassenpläne. Vgl. ebd.
[6] Im Verwaltungsarchiv wurden Handakten kaum als solche verzeichnet. Es handelte sich jedoch überwiegend um Akten mit sehr umfangreichen Enthält-Vermerken, die bei der Überprüfung im BArch als Handakten leitender Mitarbeiter erkannt wurden. Sie sind nicht sachthematisch untergliedert.
[7] Ein geringer Teil der Akten war mit Aktenzeichen versehen. Diese wurden, da für das Gesamtergebnis unbedeutend, bei der Bearbeitung des Bestandes im Verwaltungsarchiv nicht berücksichtigt.
[8] Vgl. Dienstakten. Bearbeitungsbericht 1989.
[9] Hiermit sind Archivalien gemeint, die ausschließlich personenbezogenes Material beinhalten. Die Benutzung unterliegt im Sinne des Persönlichkeitsschutzes den Bestimmungen des Bundesarchivgesetzes § 5 (2), nunmehr in der Fassung vom 05. Juni 2002. Eine Rücksprache mit dem zuständigen Fachreferat ist in jedem Fall vor der Einsichtnahme der im Findbuch entsprechend gekennzeichneten Akten notwendig.
Archivische Bearbeitung
Die 1998 von der KfW übernommenen 9 lfm Akten der DNB wurden im gleichen Jahr im zuständigen Referat des Bundesarchivs handschriftlich verzeichnet, die bestehende Signaturenfolge fortgeführt und die Karteikarten in die vorhandene Klassifikation eingeordnet. Bei den im Oktober 2002 in das Bundesarchiv gelangten ca. 0,50 lfm Restakten erfolgte ab Januar 2006 eine Bearbeitung mit Hilfe des IT-Systems. Darüber hinaus wurden ab Ende Juni 2006 Akten mit der Provenienz Deutsche Notenbank aus den Ablieferungsverzeichnissen zum Bestand DN 11 Deutsche Außenhandelsbank AG herausgesucht. Den Anhaltspunkt für die Auswahl bildete die zeitliche Erstreckung. Die ermittelten Archivalieneinheiten mussten auf Grund der mangelhaften Titelbildung neuverzeichnet werden. [1]
Die Übertragung der Verzeichnungsangaben des Bestandes DN 6 in die IT-Datenbank BASYS-S des Bundesarchivs, bei der Auszubildende zum Fachangestellten für Medien und Informationswesen der Fachrichtungen Archiv und Bibliothek [2] mitwirkten, begann im Januar 2005. Voraussetzung für diesen "technischen" Arbeitsschritt war die redaktionelle Überarbeitung der bisherigen Findkartei. Es erfolgten Korrekturen an der Titelbildung [3] und an der Laufzeitbestimmung. Zeitgleich mit der Aufnahme in die IT-Datenbank wurden Bandfolgen oder Serien archivisch gebildet und die Verzeichnungseinheiten klassifiziert. [4] Die Festlegung von Index-Begriffen im gleichen Arbeitsgang führte zu jeweils einem, dem Findbuch beigegebenen, Sach-, geographischen- und Personenindex.
Für die Erstellung des vorliegenden Findbuches wurde die sachliche Klassifikation des Bestandes nur teilweise übernommen. Die Modifizierung des Gliederungsschemas und eine damit verbundene bessere Übersichtlichkeit sollen der Benutzungserleichterung dienen. Im Ergebnis gliedert sich der Bestand jetzt in 11 Hauptgruppen mit entsprechenden Untergruppen. Innerhalb der Klassifikationsgruppen wurden die Aktenbände in der Regel chronologisch gereiht.
Fremdprovenienzen der Deutschen Zentralfinanzverwaltung und der HV Finanzen der Deutschen Wirtschaftskommission wurden in den Bestand DN 1 Ministerium der Finanzen eingeordnet. [5] Akten aus der Tätigkeit der Industrie- und Handelsbank sowie der Staatsbank der DDR gelangten in die entsprechenden Überlieferungen im Bundesarchiv. Bestandsbücher über den Umlauf von Falschgeld aus der Zeit vor 1945 erhielt das Referat R 4 des Bundesarchivs. Die Unterlagen werden vermutlich dem Bestand R 2501 Reichsbank zugeordnet. Zwei Dissertationen zur Finanzwirtschaft der DDR nahm die Bibliothek der SAPMO in ihren Bestand auf. Eine Akte mit der Provenienz Berliner Stadtkontor wurde zuständigkeitshalber in das Landesarchiv Berlin abgegeben.
Zur Kassation gelangten lediglich zehn Aktenbände, die Jahreserhebungen der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik, Dubletten des Strafurteils gegen den ehemaligen Minister der Finanzen des Landes Thüringen, Leonhard Moog, Rundschreiben der Deutschen Investitionsbank bzw. der Deutschen Bauern-Bank sowie Fotokopien aus Akten des Bestandes R 8136 Reichskreditgesellschaft AG beinhalteten. [6]
Die in den Aktentiteln und Enthält-Vermerken gebrauchten Ortsnamen "Berlin" oder "Groß-Berlin" meinen in der Regel die Stadt oder den Bezirk Berlin (Ost) bzw. Ostberlin. Für den westlichen Teil Berlins wird ausschließlich die Bezeichnung "West-Berlin" verwandt [7], wenn nicht eine offizielle Behördenbenennung die Ausnahme vorschreibt. Bei Strukturteilbezeichnungen mit dem Zusatz "der DNB" (z. B. Abt. Kredite an Industrie der DNB) ist stets der Bereich in der Zentrale der DNB gemeint. Abweichungen davon sind im Aktentitel oder Enthält-Vermerk erfasst.
Im Ergebnis der archivischen Bearbeitung umfaßt der Bestand nunmehr 5191 Archivalieneinheiten mit einem Umfang von ca. 170 lfm Archivgut. Auf Grund der Aussonderung von Fremdprovenienzen, Kassations- und Sammlungsgut ergeben sich Lücken in der Signaturenfolge.
[1] Die DABA nahm erst zum 01. Juli 1966 ihre Tätigkeit auf. Daher wurden Akten mit einer früheren Laufzeit bzw. mit einer Laufzeit bis 1966 geprüft. Im Ergebnis konnten 172 Akten (etwa 6,50 lfm) mit der Provenienz Deutsche Notenbank dem Bestand DN 6 zugeordnet werden.
[2] Bei der Bearbeitung des Bestandes waren die Azubis des Bundesarchivs Manuel Fix, Robert Luther und Stefan Langheinrich sowie die Azubis Martin Heidenreich und Jana Eckert vom Umweltbundesamt beteiligt.
[3] In der Regel wurden mehrstufige Aktentitel vergeben. Bei sehr umfangreichen Enthält-Vermerken erfolgten sinnvolle Kürzungen.
[4] Die Klassifikation der Verzeichnungseinheiten wurde ebenfalls überprüft. Oftmals ergab sich auf Grund der redaktionellen Überarbeitung der Aktentitel oder durch die Bildung von Bandreihen oder Serien die Notwendigkeit der Zuordnung in andere Klassifikationsgruppen.
[5] Bei den Akten handelt es sich um Handakten des Direktors Hermann Fürst, die aus seinen früheren Tätigkeiten stammen und um Unterlagen der Bankenkommission.
[6] Die Akten wurden in Absprache mit den zuständigen Fachreferaten und nach Abgleich der Findmittel der entsprechenden Bestände zur Vernichtung ausgesondert.
[7] Im geographischen Index unter "Berlin (West) erfasst.
Überlieferungsverweis
Aus dem Bereich der Abteilung DDR des Bundesarchivs und der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv sind als Ergänzung zur Überlieferung der DNB insbesondere die folgenden Bestände heranzuziehen:
Ministerium der Finanzen (DN 1)
Industrie- und Handelsbank (DN 9)
Staatsbank der DDR (DN 10)
Ministerrates der DDR (DC 20)
Ministerium für Maschinenbau (DG 3)
Volkswirtschaftsrat der DDR (DE 4)
Ministerium für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft (DK 1)
Ministerium für Handel und Versorgung (DL 1)
Ministerium für Außenhandel und Innerdeutschen Handel (DL 2)
Garantie- und Kreditbank AG (DN 4)
Deutsche Außenhandelsbank AG (DN 11)
Deutsche Handelsbank AG (DN 12)
Nachlass Greta Kuckhoff (N 2506)
SED, Politbüros des Zentralkomitees (DY 30)
Außerhalb des Bundesarchivs ist auf das Schriftgut der Bezirksdirektionen der DNB, das sich in den territorial zuständigen Landesarchiven befinden sollte, zu verweisen.
Bibliografie
Abeken, Gerhard: Das Geld- und Bankwesen in der sowjetischen Besatzungszone und im Sowjetsektor Berlins von 1945 bis 1954. - In: Bonner Berichte aus Mittel- und Ostdeutschland. - Bonn, 1955
Bibliografie
Broosch, Karsten: Die Währungsreform 1948 in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. - Herdecke, 1998
Bibliografie
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Zitierweise
Langform: Bundesarchiv, DN 6 Deutsche Notenbank /... ; Kurzform: BArch, DN 6 /...
Endprovenienz: Deutsche Notenbank
Bestandsart: Schriftgut
Umfang: 162,5 Meter
Bereitstellendes Archiv: Bundesarchiv
Benutzungsort: Berlin-Lichterfelde