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Archivbestand 8 (Akten über Fahnenflucht)

Stand: Dezember 2018
Umfang: 58 lfm
Laufzeit: 1963 - 1989
Erschließungsstand: 1 %

Allgemeine Informationen:
Für die Erfassung und Bearbeitung von Fahnenfluchten war im MfS die Hauptabteilung I (HA I, Abwehrarbeit in der Nationalen Volksarmee und in den Grenztruppen) zuständig. Im Laufe der Zeit erwuchsen aus dieser Arbeit umfangreiche Materialsammlungen. Die jedoch nach Jahren der Überwachung zunehmend wertlos wurden, je unwahrscheinlicher es war, dass noch eine Festnahme der Fahnenflüchtigen erfolgen konnte.
So übergab die HA I ab 1978 sukzessive solche Unterlagen an das Zentralarchiv. Dort wurden sie unter dem Sigel "AF" jahrgangsweise abgelegt. Einsicht konnten nur die zuständigen Bereiche der HA I sowie der HA IX (Untersuchungsorgan) nehmen.

Enthält u. a.:
- Fahnenfluchtakten der HA I mit Berichten zum Tathergang, teilweise mit Fotodokumentationen und topographischen Karten der Grenzabschnitte. Untersuchung von begünstigenden Umständen der Flucht. Aufklärung des Fahnenflüchtigen am neuen Wohnort sowie seiner Rückverbindungen in die DDR. Einschätzungen zum möglichen Verrat von militärischen Geheimnissen. Chancen für Rückgewinnung oder Festnahme
- Teils Gesundheitsbuch, Wehrdienst- oder Personalausweis
- Akte der Militärstaatsanwaltschaft, meist mit Haftbefehl im Original

Informationen über die Bearbeitung des Archivbestandes:
Einige Vorgänge wurden im Rahmen von konzeptionellen Arbeiten bereits sachlich erschlossen. Alle Unterlagen des Archivbestandes 8 sind über die Zentrale Kartei (F 16) des MfS personenbezogen nutzbar.

Findmittel (BStU-intern):
- personenbezogene MfS-Karteien
- Datenbank "Sachaktenerschließung" (SAE)
- Datenbank "Elektronisches Personenregister" (EPR)

Besonderheiten:
Die im Archivbestand 8 abgelegten Unterlagen stellen nur einen Teil der personenbezogen angelegten Vorgänge zu jedem einzelnen Fahnenflüchtigen dar. Fahnenflüchtige ab 1980 sind bis auf wenige Sonderfälle im Zentralen Operativvorgang "Verräter" der HA I erfasst.