9 Titel
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Bund der Kommunisten 
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Aufgaben und Organisation: 
Der Bund der Kommunisten, hervorgegangen aus dem Bund der Gerechten, konstituierte sich auf zwei Kongressen, die 1847 in London tagten. Er stand unter maßgeblichem Einfluss von Karl Marx und Friedrich Engels, die zeitweilig auch die Leitung des Bundes innehatten. Er war die erste internationale Organisation und zugleich die erste revolutionäre deutsche Arbeiterpartei. Das Manifest der Kommunistischen Partei von Karl Marx war sein Programm. Das Statut beinhaltete die Prinzipien des demokratischen Zentralismus. Der Bund organisierte sich in Gemeinden, Kreisen, leitenden Kreisen, die Zentralbehörde und den Kongress mit gewählten und absetzbaren Leitungen. Die Zentralbehörde hatte ihren Sitz in London, Brüssel, Paris und Köln. Aufgrund der gesellschaftlichen Verhältnisse musste der Bund als Geheimorganisation wirken, nahm aber durch die Mitarbeit in Arbeitervereinen und über die Presse Einfluss. An den bürgerlich-demokratischen Revolutionen 1848/49 in verschiedenen europäischen Ländern waren die Mitglieder des Bundes aktiv beteiligt. Nach dem Kölner Kommunistenprozess im Okt./Nov. 1852, in dem die Mehrzahl der führenden Mitglieder des Bundes verurteilt wurde, erfolgte auf Antrag von Karl Marx die Auflösung des Bundes. 

Bestandsinformation: 
- Dokumente und Korrespondenzen des Bundes der Gerechten und des Bundes der Kommunisten
- Dokumente und Korrespondenzen einzelner Mitglieder
- Unterlagen zur Tätigkeit der Organisationen in den verschiedenen Ländern
- Materialien zur Überwachung und Verfolgung der Aktivitäten durch die staatlichen Organe.
Der Bestand enthält ausschließlich Kopien von Dokumenten, die im Rahmen der Forschungen des IML beim ZK der SED zur Geschichte der Arbeiterbewegung zusammengetragen und im ZPA der SED verwahrt wurden.
235 AE (5,4 lfm) 1825-1852
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Internationale Arbeiterassoziation / I. Internationale 
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Aufgaben und Organisation: 
Die IAA wurde am 28.09.1864 in London gegründet. Sie verfolgte das Ziel, die verschiedenen Organisationen der Arbeiter zusammenzuschließen, auf eine revolutionäre Position zu führen und somit Voraussetzungen für die Bildung von revolutionären Arbeiterparteien in den einzelnen Ländern zu schaffen. Höchstes Organ der IAA waren die in der Regel jährlich stattfindenden Kongresse. Die ständige Leitung oblag dem Generalrat mit Sitz in London, dem Vertreter der in der IAA repräsentierten Länder angehörten. Karl Marx war Sekretär der deutschen Sektion. In den einzelnen Ländern wurden örtliche Sektionen gebildet. Wo es die Vereinsgesetzgebung ermöglichte, entstanden nationale Föderationen, geführt von Föderalräten mit eigenen Statuten. Aufgrund der zunehmenden Verfolgung der Mitglieder der IAA durch staatliche Organe und der sich verschärfenden Richtungskämpfe innerhalb der IAA wurde durch den Haager Kongress 1872 der Sitz des Generalrates nach New York verlegt. Die Tätigkeit in Europa wurde im Wesentlichen eingestellt. Die im Juli 1876 tagende Konferenz in Philadelphia beschloss die Auflösung der IAA. Die Weiterentwicklung der sozialistischen Parteien in den einzelnen Ländern wurde in den folgenden Jahren auf nationaler Ebene bestimmt. 

Bestandsinformation: 
- Dokumente über die Kongresse 1870 bis 1873
- Protokolle, Berichte, Beschlüsse und Korrespondenzen des Generalrates
- Dokumente, Materialien und Korrespondenzen der Mitglieder des Generalrates sowie der Sektionen
- Materialien aus der Überwachung und Verfolgung der Tätigkeit der IAA durch die staatlichen Organe.
Der Bestand enthält v. a. Kopien von Dokumenten, die im Rahmen der Forschungen des IML beim ZK der SED zur Geschichte der Arbeiterbewegung zusammengetragen und im ZPA der SED verwahrt wurden. 
108 AE (2 lfm) 1857-1896
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II. Internationale 
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Aufgaben und Organisation: 
Unter maßgeblicher Beteiligung von Friedrich Engels wurde vom 14. bis 20.07.1889 in Paris ein Internationaler Arbeiterkongress abgehalten, in dessen Ergebnis die II. Internationale entstand. Zunächst gab es zwischen den einzelnen Kongressen keine organisatorische Zusammenfassung der Parteien. Der Pariser Kongress im Jahre 1900 beschloss dann die Gründung des Internationalen Sozialistischen Büros in Brüssel und einer interparlamentarischen Kommission. Als nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 die Führungen der Mehrzahl der sozialistischen Parteien die "Burgfriedenspolitik" vertraten und damit in Widerspruch zu den Beschlüssen der Kongresse wirkten, zerfiel die II. Internationale. Von den sozialdemokratischen Parteien initiiert kam es 1919 zur Neugründung als Londoner Internationale. Im Mai 1923 erfolgte deren Vereinigung mit der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Parteien, dem Zusammenschluss linkssozialistischer Parteien, zur SAI. Die SAI löste sich nach Ausbruch des II. Weltkrieges 1940 auf. 

Bestandsinformation: 
- Dokumente von und zu Kongressen und Konferenzen der II. Internationale und der SAI 
- Dokumente, Materialien, Korrespondenzen aus der Tätigkeit des Internationalen Sozialistischen Büros (bis 1923) und aus der Tätigkeit der Exekutive und des Büros der SAI
- Berichte zur Überwachung der Tätigkeit der II. Internationale durch staatliche Organe (1888-1894).
Der Bestand enthält v. a. Kopien von Dokumenten, die im Rahmen der Forschungen des IML beim ZK der SED zur Geschichte der Arbeiterbewegung zusammengetragen und im ZPA der SED verwahrt wurden. 
73 AE (1,3 lfm) 1888-1940
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Internationale Arbeiterhilfe 
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Aufgaben und Organisation: 
Am 12.08.1921 wurde in Berlin das Auslandskomitee zur Organisierung der Arbeiterhilfe für die Hungernden in Sowjetrussland gegründet, aus dem im Sept. 1921 die IAH, als linke überparteiliche Hilfsorganisation, hervorging. Die IAH unterstützte Streikende und unterhielt Volksküchen und Kinderheime. Gleichzeitig fungierte sie als Agitations- und Propagandaorganisation. Ihre Arbeit wurde auch von linken Intellektuellen und Liberalen unterstützt. Die IAH wurde von einem ZK, in das die nationalen Sektionen Mitglieder entsandten, geleitet. Das ZK hatte seinen Sitz in Berlin. Die 1. Reichskonferenz der IAH am 16.03.1924 nahm das Statut an und beschloss den Aufbau einer festen Mitgliederorganisation. In Deutschland wurde ein Reichskomitee gewählt, dessen Vorsitzende Mathilde Wurm (SPD) war. Von 1933 bis 1935 wirkte die IAH in der Illegalität weiter. 

Bestandsinformation: 
- Materialien der Komitees für die Russlandhilfe 
- Berichte, Rundschreiben und Schriftwechsel des Reichskomitees und des Reichssekretariats einschließlich einzelner Abteilungen
- Material zu den Reichskongressen, Reichskonferenzen und Landeskongressen; 
- Berichte und Sitzungsprotokolle verschiedener Leitungsebenen
- Pressedienst und Referentenmaterial
- Agitationsschriften.
- Dokumente der IAH zur Kinder- und Jugendarbeit sowie aus der Tätigkeit des Bundes der Freunde der IAH und der Weltliga gegen den Faschismus.
18 AE (0,3 lfm) 1921-1935
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Internationale Rote Hilfe 
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Aufgaben und Organisation: 
Auf Initiative der KPD wurden nach den Unruhen im März 1921 in Deutschland provisorische Rote-Hilfe-Komitees zur Unterstützung der politischen Gefangenen eingerichtet. Aufgrund des Beschlusses des IV. Weltkongresses der Komintern im Nov./Dez. 1922, eine Organisation zur Unterstützung der "Opfer des Klassenkampfes" zu schaffen, erfolgte am 30.11.1922 die Gründung der IRH in Moskau. In vielen Ländern entstanden nationale Sektionen, so auch 1924 die RHD. Die IRH verstand sich als eine überparteiliche Solidaritätsorganisation, die die moralische, juristische und materielle Hilfe für die Opfer von politischer Justiz und Terror organisierte. Vorsitzende des Zentralbüros der IRH waren Julian Marchlewski (1922-1925), >>Clara Zetkin (1925-1933), Jelena Stassowa (1933-1937) und >>Wilhelm Pieck (1937-1941). Im Zweiten Weltkrieg stellte die IRH als internationale Organisation ihre Tätigkeit ein. 

Bestandsinformation: 
- Berichte, Rundschreiben, Korrespondenzen und Informationsmaterialien des Mitteleuropäischen Büros der IRH
- Stellungnahmen zur Situation der politischen Gefangenen in einzelnen Ländern
- Memorandum über die Verhältnisse in polnischen Gefängnissen (Kopien).

Abb.: Präsidium des III. Unionskongresses der Internationalen Roten Hilfe (Mopr) in Moskau, März 1931. V.l.n.r: Jelena Stassowa, Wilhelm Pieck, Felix Kohn - BArch Bild Y 1 - 1889/74
5 AE (0,1 lfm) 1924-1928, 1930-1931, 1934-1936
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Internationaler Bund der Opfer des Krieges und der Arbeit 
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Aufgaben und Organisation: 
Der Bund wurde 1919 gegründet. Zunächst waren Sozialdemokraten und Kommunisten Mitglieder. Später stand er gänzlich unter dem Einfluss der KPD, mit der er Antikriegsdemonstrationen organisierte und deren sozialpolitische Forderungen er unterstützte. Der Bund war eine Interessenorganisation der Kriegsopfer und später auch der Arbeitsinvaliden. Er forderte u. a. die volle gleichberechtigte Eingliederung der Invaliden in den Arbeitsprozess mit vollem Tariflohn, die Versorgung mit angemessenem Wohnraum und die kostenlose ärztliche Betreuung. Außerdem richtete er einen Sterbeunterstützungsfonds ein. Die Vorsitzenden waren Karl Tiedt (bis 1926) und >>Hugo Gräf (1927-1933). Der Bund wurde 1933 verboten. 

Bestandsinformation: 
- Materialien zu den Kongressen des Bundes
- Rundschreiben, Berichte und Schriftwechsel der Bundesleitung sowie Satzung und Flugblätter des Bundes
- Unterlagen über die Tätigkeit der Gaue und Ortsgruppen v. a. aus dem Gau Berlin-Brandenburg
- Materialien der Taubstummenfraktion der KPD, Bezirk Berlin-Brandenburg.
3 AE (0,1 lfm) 1923-1933
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Kommunistische Internationale
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Aufgaben und Organisation: 
Nach der Spaltung der internationalen Arbeiterbewegung und dem Zusammenbruch der II. Internationale entstand auf Initiative W. I. Lenins als Organisation der internationalen kommunistischen Bewegung die Komintern. Sie wurde auf dem I. Kongress vom 02. bis 06.03.1919 in Moskau gegründet. Ihre Mitglieder bekannten sich zur Diktatur des Proletariats. Als entscheidende Aufgabe der KI wurde die Mitwirkung bei der Bildung kommunistischer Parteien in allen Ländern und deren Vorbereitung auf die Machtübernahme formuliert. Das höchste Organ der KI waren die Kongresse. Zwischen denselben leitete das EKKI die Tätigkeit. Die kommunistischen Parteien der einzelnen Länder bildeten Sektionen der KI. Am 15.05.1943 beschloss die KI ihre Auflösung. 

Bestandsinformation: 
- Sitzungen des EKKI, seines Sekretariats, des Präsidiums der Politischen Kommission und der Kommissionen
- Berichte, Informationen, Korrespondenzen mit dem ZK der KPD v. a. über die Lage und Entwicklung in Deutschland und zur Politik der KPD.
Der Bestand enthält v. a. Kopien aus dem Bestand EKKI, der im Russischen Staatlichen Archiv für soziale und politische Geschichte in Moskau verwahrt wird. Die erste Übergabe an das ZPA der SED erfolgte Ende der 60er Jahre, die zweite im Oktober 1989.

Abb.: IV. Kongress der Kommunistischen Internationale vom 5. Nov. bis 5. Dez. 1922 in Petrograd und Moskau. - V. l. n. r. die Delegierten der KPD Heinz Neumann, Ruth Fischer, Hugo Urbahns - BArch Bild Y 1 - 36346
579 AE (12,1 lfm) 1919-1945
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Kommunistische Jugendinternationale
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Aufgaben und Organisation: 
In der KJI waren kommunistische Jugendorganisationen zusammengeschlossen. Der Gründungskongress fand vom 20. bis 26.11.1919 in Berlin statt. In ihrem Programm bekennt sich die KJI zur Diktatur des Proletariats und fordert die Ausnutzung aller politischen Kampfmittel zu deren Durchsetzung. Die KJI erklärte sich als Teil der KI. Nach dem Vorbild der Komintern wurde bei der KJI zur Leitung der Tätigkeit zwischen den Kongressen ein Exekutivkomitee gebildet. Die KJI wurde wie die Komintern am 15.05.1943 aufgelöst. 

Bestandsinformation: 
- Kopien von Briefen und Berichten von >>Alfred Kurella über die Lage der kommunistischen Jugendverbände in Dänemark, Schweden, Italien und Frankreich
- Rundschreiben an die kommunistischen Jugendverbände; Materialien zum V. und VI. Weltkongress der KJI
- Dokumente und Materialien aus der Tätigkeit des EK der KJI.

Abb. 1: Kursanten des 1. Lehrganges der Internationalen Leninschule als Vertreter der KJI an einem Meeting in einem Dorf im Gebiet Moskau teil, 06.06.1926. - Im Ehrenpräsidium sitzen u.a.: Hermann Nuding und Fritz Knittel - BArch Bild Y 1 - 249/75, Abb. 2: Delegierte zum II. Kongress der Kommunistischen Jugendinternationale in Moskau, Juli 1921. 1. von rechts: Alfred Kurella, 3. von rechts: Otto Unger - BArch Bild Y 1 - 50/72
8 AE (0,2 lfm) 1920-1926, 1929-1931, 1935, 1975
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Sozialistische Jugendinternationale 
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Aufgaben und Organisation: 
Anfang des 20. Jhd. entstanden in mehreren europäischen Ländern sozialistische Jugendorganisationen. Auf der I. Internationalen Konferenz dieser Jugendorganisationen vom 24. bis 26.08.1907 in Stuttgart wurde die SJI gegründet. Eine grundlegende Neuorganisation erfolgte während des Ersten Weltkrieges auf der Internationalen sozialistischen Jugendkonferenz in Bern vom 04. bis 06.04.1915. Zur Leitung und Koordinierung der Tätigkeit der einzelnen Jugendorganisationen wurde ein Internationales Sozialistisches Büro mit dem Sitz in der Schweiz geschaffen. Nach der Spaltung der Arbeiterbewegung im Zuge des Ersten Weltkrieges kam es auch in der Jugendbewegung zur Spaltung. Die kommunistisch orientierten Gruppen bildeten im Jahre 1919 die >>KJI. Die zentristischen Jugendgruppen schlossen sich auf dem Kongress im Febr. 1920 zur Internationalen Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Jugendorganisationen zusammen. Die den sozialdemokratischen Parteien nahestehenden Jugendgruppen schufen im Mai 1921 in Amsterdam die Arbeiterjugend-Internationale. Auf einem Kongress in Hamburg im Mai 1923 schlossen sich die Internationale Arbeitsgemeinschaft der Sozialistischen Jugendorganisationen und die Arbeiterjugend-Internationale zur SJI zusammen. Im Jahre 1940 löste sich die SJI auf. 

Bestandsinformation: 
- Protokolle von Sitzungen des Büros und des Exekutivkomitees der SJI
- Berichte und Briefe des Sekretariats der SJI
- Dokumente der Sozialistischen Erziehungs-Internationale zur Jugendweihe.

Abb.: III. Kongress der Sozialistischen Jugendinternationale (SJI) in Wien, Juli 1929 - BArch Bild Y 1 - 146/88
6 AE (0,1 lfm) 1914-1915, 1919, 1924-1927, 1931-1939