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Hauptabteilung III (Funkaufklärung, Funkabwehr)

Stand: Dezember 2020
Umfang: 591 lfm
Laufzeit: 1971 - 1990
Erschließungsstand: 100 %

Aufgabenstellung:
 Die Aufgabe der Diensteinheit bestand im "funkelektronischen Kampf" (ELOKA). Dazu gehörte die Funkaufklärung und Informationsgewinnung, die Funkabwehr und die wissenschaftlich-technische Entwicklung und Bereitstellung der technischen Geräte und Anlagen. Dies bedeutet in den Aufgabenschwerpunkten:
- Kontrolle und Überwachung der Funknetze und Nachrichtenverbindungen der NATO-Staaten und anderer nichtsozialistischer Länder. Ziel war die Analyse der Funklage in Westeuropa, in den USA und in potentiellen Krisengebieten. Zudem diente dies zur Früherkennung möglicher militärischer und anderer Überraschungsmomente und zur Gewinnung von Informationen.
- Kontrolle und Überwachung des UKW- und Kurzwellenbereiches auf dem Territorium der DDR zur Gewährleistung der Funkhoheit der DDR. Es wurden nicht genehmigter Funkaussendungen lokalisiert. Geheimdienstliche Agentenfunksendungen vom und in das Territorium der DDR und mit ihr verbündeter Staaten wurden geortet und analysiert. Automatische funkelektronische Spionagemittel (Sonden, Sensoren) westlicher Geheimdienste sollten unschädlich gemacht werden.
- Erkennung von Lücken und Schwachstellen in den Funk- und Nachrichtenverbindungen der NATO und anderer interessierender Staaten
- Gewährleistung von Sicherheit und Geheimhaltung in den Nachrichtenverbindungen der DDR
- Abwehr elektronischer Angriffe gegnerischer Geheimdiensten gegen die Nachrichtenverbindungen der DDR
- Führung von IM und Arbeit mit OibE sowohl in der DDR als auch im Operationsgebiet

Enthält u. a.:
 - Abhören der Telefon- und Telexüberwachung Westdeutscher und Westberliner Politiker sowie der Dienststellen des Bundes und der Länder sowie der Parteien und Verbände
- Funkaufklärung der Westdeutschen Geheimdienste und Polizei, der Bundeswehr, des Grenzschutzes, des Zivilschutzes sowie der NATO und der alliierten Streitkräfte in der Bundesrepublik Deutschland
- Aufklärung gegnerischer Satellitensysteme
- Elektronische Kampfführung des MfS und Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten der UdSSR und der anderen sozialistischen Staaten
- Richtfunkaufklärung
- Entwicklung und Beschaffung von Funk- und Nachrichtentechnik
- Abwehrmäßige Überwachung des Amateurfunks
- Arbeit und Sicherung der MfS-Abhörstützpunkte entlang der innerdeutschen Grenze, in der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn und in Auslandsstützpunkten
- Funkfahndung

Informationen über die Bearbeitung des Teilbestandes:
 Die Überlieferung erfolgte in Bündelform in loser Blattablage sowie auch als formierte Unterlagen. Erschlossen wurde in einfacher, erweiterter oder Gruppenverzeichnung, abhängig von der Wertigkeit der Unterlagen.
Gemäß Rahmenordnung der Linie III zur Dienstanweisung 1/80 war das Führen von Karteien und Zentralen Materialablagen (ZMA) reglementiert, jedoch ist derzeit keine intakte Ablage und Vorverdichtungs-, Such- und Hinweiskartei (VSH-Kartei) nachweisbar.

Findmittel (BStU-intern):
 - Decknamenkartei
- personenbezogene MfS-Karteien
- Schlagwortregister
- Datenbank "Elektronisches Personenregister" (EPR)
- Datenbank "Sachaktenerschließung" (SAE)
- Datenbank zu Mitarbeitern der HV A, zu HIM und OibE (HHO)

Besonderheiten:
 - Rückführungen zum BStU sind erfolgt
- Außerdem sind Säcke mit zerrissenen Unterlagen überliefert