20 Titel
Entwicklung der Industriegewerkschaften/Gewerkschaften des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes

Der FDGB war nach dem Territorialprinzip gegliedert: Es gab Vorstände für die jeweilige territoriale Gliederung, mitunter bis zur Ortsebene (Republik/Bundesvorstand, Bezirk/Bezirksvorstand, Kreis/Kreisvorstand). Er gliederte sich außerdem nach dem Produktionsprinzip in Einzelgewerkschaften, die sämtliche Arbeiter und Angestellten eines oder mehrerer gleicher Wirtschaftszweige oder sonstiger nichtproduzierender Bereiche vereinigte. Kriterium für die Zuordnung der Arbeiter und Angestellten zu einer Gewerkschaft war der Arbeitsplatz, nicht der Beruf. (s.a. Einleitung zu den Beschreibungen der Bestände der Zentralvorstände der IG/Gew.)
Die Einzelgewerkschaften des FDGB waren zwar im formalen, jedoch nicht im juristischen Sinne selbständig. Sie waren vom Bundesvorstand finanziell abhängig und als "Fachabteilungen" entsprechend der Satzung des FDGB zuständig für die Verwirklichung der Beschlüsse des FDGB-Kongresses und des Bundesvorstandes in ihren Organisationsbereichen. Über Veränderungen im Organisationsaufbau, also auch über Bildung und Bestand der Einzelgewerkschaften entschied der Bundesvorstand. Die Gebietsvorstände der Einzelgewerkschaften waren an die Weisungen der Territorialvorstände des FDGB gebunden. 
Einzelgewerkschaften entwickelten sich ab Sommer 1945 (Entstehung von Einzelverbandsvorständen). Vom 09. bis 11. Februar 1946 tagte in Berlin die Erste Allgemeine Delegiertenkonferenz des FDGB für das sowjetisch besetzte Gebiet, der FDGB-Gründungskongress. Beschlossen wurden u. a. die Grundsätze und Aufgaben der Freien Deutschen Gewerkschaften in denen man sich auf das Einheitsgewerkschaftsprinzip und das Industrieprinzip der Gliederung festlegte sowie eine vorläufige Satzung. Die zentrale Entscheidungskompetenz lag beim Geschäftsführenden Bundesvorstand, der vom Gesamtbundesvorstand gewählt wurde. Zwar waren die Vorsitzenden der 18 Einzelgewerkschaften im Gesamtbundesvorstand vertreten, die Einzelgewerkschaften hatten jedoch keine Finanzautonomie. 
Seit 1946 waren die gewählten Zentralvorstände Leitungsorgane der Einzelgewerkschaften. Die Zentralvorstände bildeten geschäftsführende Vorstände mit einem 1. und 2. Vorsitzenden. Für die Erledigung der praktischen Arbeit bestanden Hauptabteilungen. Die Landes- bzw. Provinzvorstände und Ortsvorstände wurden 1949 durch Kreissekretariate ergänzt. 1950 wurde der Aufbau der Zentralvorstände dem Bundesvorstand des FDGB angepasst (Einrichtung von Sekretariaten als Arbeitsgremien, Auflösung der Hauptabteilungen sowie Bildung von Abteilungen und Büros). Aus den Kreissekretariaten gingen Gebietsvorstände hervor. 1952 wurden die Landesvorstände durch Bezirksvorstände ersetzt. Präsidien wurden 1959 eingerichtet. 1962 übernahmen in einigen Einzelgewerkschaften neugebildete Kommissionen die Aufgaben der Sekretariate. 1963/64 wurden die Bezirksvorstände einiger Einzelgewerkschaften strukturell und funktional reduziert z. T. auch aufgelöst und durch Gewerkschaftskomitees ersetzt (bis Anfang 1970er Jahre). 1965 wurden Industrie- und Bereichskommissionen gebildet. 
Höchstes Organ in der Gewerkschaftsorganisation war die Zentraldelegiertenkonferenz. Sie wählte die Mitglieder des Zentralvorstandes, der zwischen den Delegiertenkonferenzen das leitende Gewerkschaftsorgan war. Zur Leitung der Gewerkschaftsorganisation zwischen den Tagungen des ZV wurde das Sekretariat gewählt. Zur Aufgabenerledigung bediente sich das Sekretariat der Abteilungen, Kommissionen und zeitlich begrenzt bestehender Arbeitsgruppen. Aufbau und Arbeitsweise der Zentralvorstände der IG/Gewerkschaften glichen dem Aufbau und der Arbeitsweise des Bundesvorstandes (s. Einleitungstext für diese Überlieferung). 
Zahl, Bezeichnung und Organisationsbereich der Einzelgewerkschaften wechselten oft, ab 1973 bestanden 16 Industriegewerkschaften und Gewerkschaften. 
Der am 31. Januar/01. Februar 1990 tagende Außerordentliche Kongress des FDGB fasste u. a. den Beschluss zur Umwandlung des FDGB in einen Gewerkschaftlichen Dachverband selbständiger Einzelgewerkschaften. Die Einzelgewerkschaften strebten rasch nicht mehr nach Einfluss im Dachverband FDGB, sondern nach Vereinigung mit bestehenden Gewerkschaften unter dem Dach des DGB. Am 09. Mai 1990 beschlossen die Vorsitzenden der 20 Einzelgewerkschaften im FDGB, dessen Auflösung herbeizuführen. Der zum 14. September 1990 einberufene Gewerkschaftskongress beschloss die Auflösung des FDGB mit Wirkung zum 30. September sowie Regelungen zum Umgang mit dem Vermögen. Ab Oktober 1990 lösten sich die Einzelgewerkschaften auf, um die Übernahme der Mitglieder in die DGB-Gewerkschaften zu ermöglichen. 

Verwaltung und Archivierung des Schriftgutes

Mit Beschluss des Sekretariats des FDGB-Bundesvorstandes vom 17. März 1958 wurde die Abgabe des Schriftgutes aus den Altregistraturen der Zentralvorstände der IG/Gew. an das Zentralarchiv des Bundesvorstandes (ZGA) festgelegt. Ab den 1960er Jahren übernahm das ZGA Schriftgut von den Einzelgewerkschaften. In der Literatur findet sich für dieses Schriftgut auch die Bezeichnung "Zentrales Archiv der Einzelgewerkschaften". Eigene Zwischenarchive unterhielten die IG Bergbau-Energie und die IG Chemie, Glas, Keramik. Die Archive der IG Wismut und der Gewerkschaft der Zivilbeschäftigten der Nationalen Volksarmee hatten Endarchivcharakter (eine Sonderstellung, die der dieser Gewerkschaften entsprach). Im Beschluss des Sekretariats des FDGB-Bundesvorstandes vom 17. März 1958 wurde die Bildung von Archiven bei den Bezirksvorständen des FDGB festgelegt. Sie waren zuständig für die Bezirks- und Kreisvorstände des FDGB und der Einzelgewerkschaften. 
1990 ging aus der Zentralen Gewerkschaftsbibliothek und dem Zentralen Gewerkschaftsarchiv die Sassenbach-Stiftung/Archiv und Bibliothek zur Geschichte der Gewerkschaftsbewegung hervor, welche die Bestände dieser Einrichtungen weiter betreute. 1993 wurden die Bestände des ZGA in die Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv überführt. Schriftgut der Zentralvorstände der Einzelgewerkschaften im Umfang von ca. 1.500 lfm befindet sich in den Beständen DY 35 bis DY 53 und DY 77. 
Für den Umgang mit Schriftgut galten im FDGB-Apparat eine 1964 in Kraft gesetzte Archivordnung, die 1968 ergänzt wurde mit einer Richtlinie zur Wertermittlung für die Aufbewahrung und Kassation von Schriftgut und dem Schriftgutkatalog des FDGB sowie ein 1982 beschlossener Einheitsaktenplan. Mit diesen Richtlinien ist nicht konsequent gearbeitet worden. Es ist nicht sämtliches potentiell archivwürdige Schriftgut in das ZGA gelangt. Vorherrschend sind individuelle Ablagen, die sich im Idealfall dem Aktenplan annähern. Die Überlieferung ist nicht immer vollständig und z. T. lückenhaft. Häufig ist nur eine Auswahl der wichtigsten Akten vorhanden. Trotzdem finden sich in großer Zahl und mitunter erstaunlicher Dichte wichtige Quellen v. a. zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. 
Die Bestände der Zentralvorstände der Einzelgewerkschaften lagerten nicht provenienzmäßig getrennt, sondern akzessorisch "ineinanderfließend". Die aus den in der Einleitung zu den Beständen des Bundesvorstandes geschilderten Mischlagerungen und z. T. parallel laufenden, nur mit Hilfskonstrukten auseinanderzuhaltenden Signaturenreihen (v. a. die "Kernbestände", aber auch den "Zugang II" betreffend) führten 2001 zu der Entscheidung, Provenienzbestände der Überlieferungen der Zentralvorstände der Einzelgewerkschaften mit zweifelsfreien und einfachen Signaturen auch lagerungsmäßig herzustellen. Im Februar 2002 wurden die Arbeiten zur Umsignierung und Umlagerung begonnen. Seit 1993, verstärkt seit 1998, wurden am Schriftgut und den Findmitteln v. a. folgende Arbeiten durchgeführt: Sichtung, Ordnung, Bestandsabgrenzung, Bewertung von Akten sowie Ersterfassung von unbearbeitetem Schriftgut; Revision des Bestandes und der überlieferten Findhilfsmittel; Erarbeitung selbsterklärender freizugänglicher Findmittel. 

Hinweise zu den Beschreibungen der Bestände DY 35 bis DY 53, DY 77

Die Beschreibungen der Bestände der Zentralvorstände der Einzelgewerkschaften sind alphabetisch gereiht worden.
Der Überlieferungs- und Erschließungszustand ist sehr unterschiedlich. Als Findmittel liegen v. a. Findbücher vor. 
Die Bestände umfassen i. d. R. die Protokolle und Beschlüsse der Zentraldelegiertenkonferenzen, der Zentralvorstandstagungen, der Präsidiums- und Sekretariatssitzungen sowie die Unterlagen der Büros der Vorsitzenden und der Abteilungen des jeweiligen Zentralvorstandes. 
In den Einzelbeschreibungen werden i.d.R. lediglich die industriezweigspezifischen Abteilungen und deren Unterlagen ausgewiesen. 
Die in den Überlieferungen der Zentralvorständen stets wiederkehrenden Leitungsorgane, Querschnittsbereiche und Abteilungen fanden keine Berücksichtigung. Sie werden im folgenden aufgelistet (in Klammern gesetzt wurden andere Bezeichnungen, die sich z. T. aus veränderten Aufgabenzuschnitten ergaben): 
- Büro des Präsidiums
- Sekretariat des Vorstandes
- Büro des Vorsitzenden
- Büro des Stellvertretenden Vorsitzenden
- Kaderabteilung
- Organisation (auch Organisation/Kader bzw. Organisationsmassenarbeit; teilweise mit Schulung kombiniert) 
- Innere Verwaltung/Finanzen
- Agitation/Propaganda (Produktionspropaganda) 
- Arbeits- und Lebensbedingungen
- Arbeit und Löhne (Arbeitseinkommen/Rechtsfragen; Arbeit und Löhne/Recht; Löhne/Arbeitsrecht; Produktionsmassenarbeit; Löhne-Wirtschaft; Wirtschaft) 
- Feriendienst
- Finanz- und Wirtschaftsverwaltung (auch: Finanzen; auch mit Feriendienst kombiniert) 
- Frauen
- Gesundheits- und Arbeitsschutz (Gesundheits- und Arbeitsschutz/Sozialpolitik) 
- Internationale Verbindungen
- Jugend (z. T. mit Abt. Frauen oder Abt. Kultur und Bildung kombiniert) 
- Revisionskommission
- Schulung und Bildung (Schulung/Kultur; Kultur und Bildung; Kulturelle Massenarbeit; Bildung und Qualifizierung) 
- Sozialpolitik
- Sozialversicherung
- Sportvereine (1949-1958; Aktivist, Aufbau, Chemie, Einheit, Empor, Fortschritt, Lokomotive, Medizin, Motor, Post, Rotation, Stahl, Traktor, Turbine, Wismut, Wissenschaft) 
- Westabteilung (Arbeiterfragen in Westdeutschland; Büro für nationale Gewerkschaftsarbeit; Gewerkschaftseinheit) 
Bei vielen Einzelgewerkschaften bestanden Industriezweigkommissionen. 

Von den vorgenannten Strukturteilen ist, in unterschiedlicher Vollständigkeit, i. d. R. in allen Beständen folgendes Schriftgut überliefert und wird in den Einzelbeschreibungen nicht ausgewiesen: 
- Protokolle der Zentraldelegiertenkonferenzen
- Protokolle der Sitzungen des Zentralvorstandes
- Protokolle der Sitzungen des Präsidiums
- Protokolle der Sitzungen des Sekretariates
- Arbeitspläne der Abteilungen des Zentralvorstandes
- Unterlagen über die Tätigkeit der Gewerkschaftskomitees
- Schriftwechsel mit dem Buvo des FDGB
- Schriftwechsel mit Kombinaten, Betrieben und staatlichen Organen
- Mitgliederbewegungen und Gewerkschaftswahlen (Statistik) 
- Unterlagen zum soz. Wettbewerb (auf allen Ebenen) 
- Unterlagen zu Gewerkschaftswahlen
- Auszeichnungsunterlagen
- Protokolle der Sitzungen der Landes- bzw. Bezirksvorstände
- Informationsberichte der Bezirksvorstände, einzelner Kreisvorstände und BGL
- Arbeitspläne der Bezirksvorstände
- Arbeitspläne (Kombinate, Betriebe, Einrichtungen).
DY 35  
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Gewerkschaft der Angestellten
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Aufgaben und Organisation: 
Im Juni 1946 wurde die Gewerkschaft der Angestellten in Berlin gegründet. Auf Beschluss des FDGB-BuV wurden im April 1948 die Angestellten folgender Bereiche aus der Gewerkschaft aus- und in die jeweiligen Branchengewerkschaften eingegliedert: chemische Industrie, Metallindustrie, Bergbauindustrie, öffentliche Betriebe. Auf der 13. Tagung des FDGB-BuV vom 05. bis 07.04.1949 wurde beschlossen, die in den öffentlichen Verwaltungen tätigen Mitglieder der >>IG Öffentliche Betriebe und Verwaltungen mit den in Banken, Sparkassen und Versicherungen beschäftigten Mitgliedern der Gewerkschaft der Angestellten in der neuen Gewerkschaft >>Verwaltungen, Banken und Versicherungen - VBV zusammenzufassen. Die endgültige Auflösung der Gewerkschaft der Angestellten erfolgte 1949. Nachfolger waren die >>IG Handel und die >>Gewerkschaft Verwaltungen, Banken und Versicherungen. 
Vorsitzender war von 1946 bis 1949 Herbert Ueberfeld. 

Bestandsinformation: 
- Unterlagen zu den Zentraldelegiertenkonferenzen 
- Protokolle der Sitzungen des geschäftsführenden Vorstands bzw. des Zentralvorstandes.
0,3 lfm 1946-1949
Bemerkung: Grunwald 08-2001
DY 45  
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Gewerkschaft der Mitarbeiter der Staatsorgane und der Kommunalwirtschaft 
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Aufgaben und Organisation: 
Auf ihrer 1. ZDK vom 12. bis 13.06.1946 in Meißen wurde die IG Öffentliche Betriebe und Verwaltungen gegründet. 1949 wurde aus ihr die Gewerkschaft Verwaltungen, Banken und Versicherungen. Durch Vereinigung mit der >>Gewerkschaft Gesundheitswesen entstand 1958 die Gewerkschaft Staatliche Verwaltungen, Gesundheitswesen, Finanzen. Entsprechend dem Beschluss der 1. ZDK vom 25./26.08.1961 in Leipzig zur Umbildung dieser Gewerkschaft ging aus ihr u. a. die Gewerkschaft Staatliche Verwaltungen hervor. Mit der Eingliederung der kommunalwirtschaftlichen Bereiche aus der >>IG Textil, Bekleidung, Leder, der >>IG Bau-Holz, der >>IG Energie, Post und Transport, der >>Gewerkschaft Land und Forst, der >>Gewerkschaft Gesundheitswesen und der >>IG Chemie, Glas und Keramik erfolgte im Sept. 1963 die Umbildung zur Gewerkschaft der Mitarbeiter der Staatsorgane und der Kommunalwirtschaft (MSK). Im Juli 1973 wurde aus der MSK der Bereich der Zivilbeschäftigten der NVA herausgelöst und die >>Gewerkschaft der Zivilbeschäftigten der NVA gegründet. Auf der 15. Tagung des ZV am 15.03.1990 erfolgte die Umbenennung in Gewerkschaft Öffentliche Dienste. Parallel zu ihr bestand die 1990 gegründete Gewerkschaft Öffentliche Dienste Transport und Verkehr/DDR, die nicht Teil des gewerkschaftlichen Dachverbandes FDGB war. Die Auflösung der Gewerkschaft Öffentliche Dienste wurde auf der außerordentlichen ZDK am 02.10.1990 in Berlin zum 31.10.1990 beschlossen. Den Mitgliedern wurde empfohlen, der Gewerkschaft Öffentliche Dienst, Transport und Verkehr (ÖTV) beim DGB beizutreten. 
Vorsitzende waren Karl Oltersdorf (1949-1951), Willi Albrecht (1951-1960), Walter Steingräber (1960-1962), Arndt Helfer (1962-1966), Heinz Bartsch (1966-1976), Wolfgang Alster (1976-1977), Helmut Thiele (1977-1980), Rolf Hößelbarth (1980-1989), Joachim Wegrad (1989-1990) und Jürgen Kaiser (1990). 

Bestandsinformation: 
- Gewerkschaft Verwaltungen, Banken und Versicherungen (15 lfm (1946-1958)
- Gewerkschaft Staatliche Verwaltungen, Gesundheitswesen, Finanzen (1958-1961)
- Gewerkschaft Staatliche Verwaltungen (25 lfm, 1961-1963) 
- Gewerkschaft der Mitarbeiter der Staatsorgane und der Kommunalwirtschaft (34 lfm, 1963-1990).
74,3 lfm 1946-1990
Bemerkung: Grunwald 03-2003
DY 48  
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Gewerkschaft der Zivilbeschäftigten der NVA
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Aufgaben und Organisation: 
Die in den Schutz- und Sicherheitsorganen in der SBZ tätigen Zivilbeschäftigten waren bis zum 13.08.1950 in der >>IG Öffentliche Betriebe und Verwaltungen und danach in der >>Gewerkschaft Verwaltungen, Banken, Versicherungen - VBV organisiert. In den Verbänden und Truppenteilen der NVA wurden ab dem 01.03.1956 Gewerkschaftsgruppen gebildet, die i. d. R. von den Kreisvorständen der Gewerkschaft VBV angeleitet wurden. Vom Sept. 1963 bis zum 31.08.1973 war für die im Bereich des MfNV (NVA, Grenztruppen, Zivilverteidigung) arbeitenden Zivilbeschäftigten die >>Gewerkschaft der Mitarbeiter der Staatsorgane und der Kommunalwirtschaft zuständig. Schon frühzeitig führten die besonderen militärischen Erfordernisse zur relativen Eigenständigkeit der gewerkschaftlichen Arbeit in der NVA. Ab 1965 gab es erste Festlegungen, die das organisationspolitisch auch nach außen sichtbar regelten. Mit Wirkung vom 01.01.1965 wurde ein Gewerkschaftskomitee beim Ministerium für Nationale Verteidigung gebildet, das 1966 ein Sekretariat als Leitungsorgan erhielt. Enge Zusammenarbeit bestand mit der PHV der NVA. Im Jan. 1968 wurde das Gewerkschaftskomitee zur Zentralen Leitung der Gewerkschaftsorganisation der NVA umgewandelt. Bereits ab 1965 führte die Gewerkschaftsorganisation der NVA eigene Delegiertenkonferenzen durch. Die Zentrale Leitung übernahm mit Wirkung vom 01.01.1971 die Verantwortung für die gewerkschaftliche Finanzarbeit und den Feriendienst im Organisationsbereich. Gebildet wurde die Gewerkschaft der Zivilbeschäftigten der NVA (GZB) auf der Grundlage des Beschlusses S 293/73 des Sekretariats des BuV des FDGB vom 09.05.1973. Die ebenfalls 1973 beschlossene Instruktion für die Arbeit der GZB legte fest, dass ausschließlich das Sekretariat bzw. die Abteilung Organisation des BuV den ZV anleiten sollten. Diese Instruktion wurde 1978 aufgehoben und die PHV der NVA übernahm offiziell die direkte organisatorische Anleitung und Führung der Gewerkschaftsorganisation entsprechend den militärischen Erfordernissen. An die Satzung des FDGB und die Berichtserstattungspflicht gegenüber dem BuV blieb die Gewerkschaft gebunden. Der Organisationsaufbau folgte der Struktur der NVA. Entsprechend waren dem ZV Bereichsgewerkschaftsorganisationen in der NVA, den Grenztruppen, in den Militärbezirken und im MfNV nachgeordnet. Unterste Ebene waren die Grundorganisationen in den Verbänden, selbständigen Dienststellen und Einrichtungen. Diese in den Grundzügen bereits seit 1965 bestehende Gliederung unterlag mehrfach Veränderungen. 1990 wurde eine territoriale Gliederung eingeführt und die Leitungsebenen zwischen ZV und Betriebsorganisation aufgelöst. Am 01.05.1990 nahmen 11 Geschäftsstellen in den Bezirken ihre Arbeit auf, wobei jeweils Halle/Magdeburg, Dresden/Chemnitz, Erfurt/Gera/Suhl zusammengefasst waren und Berlin sowie die BGL im MfNV selbständig blieben. Lediglich die Bereichsgewerkschaftsleitungen der Grenztruppen der DDR und des Zivilschutzes bestanden weiter und stellten ihre Tätigkeit erst Ende 1990 ein. Der 2. Ordentlichen Gewerkschaftstag der GZB beschloss am 02.10.1990 die Auflösung der Gewerkschaft mit sofortiger Wirkung. Die Mitglieder wurden aufgefordert, sich der Gewerkschaft ÖTV anzuschließen. 
Neben der GZB gab es 1990 die Gewerkschaft der Armeeangehörigen. Auf regionaler Ebene waren beide Gewerkschaften mitunter zur Gewerkschaft der Armeeangehörigen und der Zivilbeschäftigten verschmolzen. Außerdem existierte der Verband der Berufsoffiziere. 

Bestandsinformation: 
- Schriftgut des ZV, seines Vorgängers (Zentrale Leitung der Gewerkschaftsorganisation in der NVA) sowie des Nachfolgers (Hauptvorstand der GZB)
- Unterlagen über die Delegiertenkonferenzen, Protokolle der Tagungen des ZV (1968-1990), Vorlagen des Sekretariats, Protokolle der Sitzungen des Sekretariats des ZV (1969-1990), Beschlüsse des Sekretariats (1978-1990)
- Konzeptionen und Arbeitspläne, Finanz-, Struktur- und Stellenpläne
- Eingaben aus den Jahren 1981-1990, v. a. zu Arbeits- und Lebensbedingungen, aber auch zur Erneuerung der Gewerkschaftsarbeit
- Unterlagen zur Geschichte der GZB; Sozialistischer Wettbewerb; Zusammenarbeit mit Gewerkschaftsorganisationen in den Armeen anderer sozialistischer Staaten; Massenkontrollen auf dem Gebiet des Gesundheits- und Arbeitsschutzes; Veteranen- und Frauenarbeit; Militärreform (u. a. Informationen über Gespräche mit dem Minister für Abrüstung und Verteidigung, Rainer Eppelmann, im Juni 1990); Gewerkschaftsreform und -vereinigung (u. a. Korrespondenz mit der Gewerkschaft ÖTV)
- Unterlagen über die Arbeit von Bereichsgewerkschaftsleitungen überliefert (v. a. Sitzungsprotokolle).
Lücken schließen die im Bundesarchiv/Militärarchiv aufbewahrten Akten des MfNV. 
5,9 lfm 1973-1990
Bemerkung: Horn 08-2001
DY 77  
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Gewerkschaft Energie, Post, Transport
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Aufgaben und Organisation: 
Die Gewerkschaft Energie, Post, Transport entstand im April 1958 durch Zusammenschluss der drei Industriegewerkschaften >>Energie; >>Post- und Fernmeldewesen sowie >>Transport. 1963 wurde sie aufgelöst und die Mitglieder in der Gewerkschaft >>Transport und Nachrichtenwesen und in der >>IG Bergbau-Energie organisiert.
Vorsitzende waren Herbert Littke (1958-1959) und Gerhard Hauschild (1959-1963).

Bestandsinformation: 
- Pläne und Berichte über Maßnahmen im Zusammenhang mit der Schließung der Grenze am 13. Aug.1961
- Unterlagen des Arbeitskreises Energie, der zentralen Kommission für Arbeitsschutz und technische Sicherheit, der Arbeitsgruppe Sicherheit im Straßenverkehr und des Arbeitskreises Gewerkschaftsveteranen
- Unterlagen über den Massenwettbewerb Wasserstraßenbau.
11,5 lfm 1958-1963
Bemerkung: Horn 03-2003
DY 41  
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Gewerkschaft Gesundheitswesen 
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Aufgaben und Organisation: 
Am 05.06.1949 konstituierte sich der provisorische ZV der IG Gesundheitswesen, ab 1950 Gewerkschaft Gesundheitswesen. Im April 1958 wurde die Gewerkschaft Gesundheitswesen aufgelöst und mit der >>Gewerkschaft Verwaltungen, Banken, Versicherungen zur >>Gewerkschaft Staatliche Verwaltungen, Gesundheitswesen, Finanzen zusammengeschlossen. Auf der Grundlage des Beschlusses P 181/60 des FDGB-BuV erfolgte am 01./02.09.1961 die Neugründung der Gewerkschaft Gesundheitswesen auf ihrer 1. ZDK in Güstrow. Am 29.01.1990 wurde die Gewerkschaft Gesundheitswesen in Gewerkschaft Gesundheit und Sozialwesen umbenannt. Die Auflösung der Gewerkschaft erfolgte auf der außerordentlichen ZDK in Berlin am 02.10.1990. Vereinbarungen mit anderen Gewerkschaften (z. B. ÖTV, DAG) über die Übernahme der Mitglieder sind nicht bekannt. 
Vorsitzende waren: Hugo Gräf, Eva Gatzek, Robert Ganse, Georg Hans Grossmann, Elfriede Gerboth, Sigmar Treibmann und Richard Klatt. 
30 lfm 1949-1990
Bemerkung: Grunwald 08-2001
DY 42  
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Gewerkschaft Handel, Nahrung und Genuss
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Aufgaben und Organisation: 
Vorläufer war die am 15./16.06.1946 in Riesa gegründete IG Handel und Transport. Im April 1949 wurde der Bereich Transportwesen herausgelöst und die >>IG Transport geschaffen. Am 03. Mai 1949 konstituierte sich der provisorische ZV der IG Handel. In die Zuständigkeit der IG Handel kamen die Handelsangestellten aus der aufgelösten >>Gewerkschaft der Angestellten neu hinzu. Auf der vom 18. bis 20.08.1950 tagenden 1. ZDK wurde die IG Handel in Gewerkschaft Handel umbenannt. Im April 1958 erfolgte die Vereinigung mit der IG Nahrung-Genuss-Gaststätten und dem Lebensmittelbereich der >>IG Örtliche Wirtschaft zur IG Handel, Nahrung und Genuss (HNG). Die Nahrungsgüterwirtschaft wurde im Dez. 1968 der neugebildeten >>Gewerkschaft Land, Nahrungsgüter und Forst zugeordnet. Die Gewerkschaft Handel, Nahrung und Genuss löste sich zum 30.06.1990 auf. An ihre Stelle traten ab dem 23.06.1990 die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten/DDR und die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen/DDR (HBV-Ost). Diese Nachfolgegewerkschaften fusionierten am 01.11.1990 mit der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) bzw. mit der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) beim DGB. 
Folgende Industriezweigabt. existierten bei der Gewerkschaft Handel, Nahrung und Genuss: Binnenhandel; Lebensmittelindustrie; Gaststätten. Vorsitzende der IG Handel waren: Bruno Sommerer, Siegfried Michl, Margarete Götzelt (kommissarisch) und Eberhard Trepte; bei der IG Nahrung-Genuss-Gaststätten: Rudolf Richter, Otto Hemmann und Charlotte Meyhöfer (später Welm) und bei der Gewerkschaft Handel, Nahrung und Genuss: Charlotte Welm, Hannelore Schulz und Dieter Behn.
Zweigspezifische Abteilungen der Gewerkschaft HNG: Binnenhandel; Lebensmittelindustrie; Gaststätten. 

Bestandsinformation: 
- IG Handel (38 lfm, 1949-1958), 
- IG Nahrung-Genuss-Gaststätten (18 lfm, 1946-1958)
- Gewerkschaft Handel, Nahrung und Genuss (97 lfm, 1958-1990) 
- Schriftgut des dem ZV direkt unterstellten Kreisvorstandes Außenhandel. 
153 lfm 1946-1990
Bemerkung: Grunwald 03-2003
DY 43  
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Gewerkschaft Kunst
Online-Findbuch - Digitalisate

Aufgaben und Organisation: 
Der ursprüngliche Name der auf ihrer 1. ZDK am 17./18.06.1946 in Berlin gegründeten Gewerkschaft war Kunst, Schrifttum und freie Berufe. Bereits im Aug. 1946 erfolgte die Umbenennung in Gewerkschaft Kunst und Schrifttum. Im Juni 1949 wurden die Bereich Bühne, Artistik, Film, Musik herausgelöst und eine gleichnamige Gewerkschaft gegründet. Diese Gewerkschaft wurde 1950 in Gewerkschaft Bühne, Film, Funk, Musik, Artistik umbenannt. Am 20.02.1950 wurde zwischen der Gewerkschaft Kunst und Schrifttum, dem FDGB-BuV und dem Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands vereinbart, den Schutzverband bildender Künstler und den Schutzverband Deutscher Autoren aus der Gewerkschaft Kunst und Schrifttum zu lösen und in den Kulturbund zu überführen. Die verbleibenden Bereiche der Gewerkschaft Kunst und Schrifttum wurden auf der vom 20. bis 21.02.1951 in Leipzig durchgeführten außerordentlichen ZDK mit der Gewerkschaft Bühne, Film, Funk, Musik, Artistik zusammengelegt und die Gewerkschaft Kunst gegründet. Die außerordentliche ZDK beschloss am 19.03.1990 die Umbenennung in Gewerkschaft Kunst, Kultur, Medien. Zum 31.10.1990 wurde diese Gewerkschaft aufgelöst. Die Mitglieder wurden von der IG Medien beim DGB übernommen. 
Vorsitzende waren Heinrich Allmeroth, Amandus Prietzel, Konrad Wolf, Hans Peter Minetti, Herbert Bischoff, Horst Singer (kommissarisch), Walfriede Schmitt und Ruth Martin. 
Zweigspezifische Abteilungen der Gewerkschaft Kunst: Kunstpolitik; Darstellende Kunst; Bildende Kunst; Funk, Film, Fernsehen. 
62 lfm 1946-1990
Bemerkung: Grunwald 08-2001
DY 44  
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Gewerkschaft Land, Nahrungsgüter und Forst 
Online-Findbuch

Aufgaben und Organisation: 
Gegründet als IG Land- und Forstwirtschaft auf ihrer 1. ZDK am 15.-16.06.1946 in Halle. Am 01.10.1950 erfolgte die Umbenennung in Gewerkschaft Land und Forst. 1964 wurden die Gewerkschaftsmitglieder des veterinärmedizinischen Bereiches aus der >>Gewerkschaft Gesundheitswesen übernommen. Durch die Eingliederung der Nahrungsgüterwirtschaft aus der >>Gewerkschaft Handel, Nahrung und Genuss wurde am 03. bis 04.12.1968 die Gewerkschaft Land, Nahrungsgüter und Forst geschaffen. Die Auflösung zum 30.09.1990 beschloss die 7. ZDK am 22.09.1990 in Bogensee. Die Mitglieder wurden von der Gewerkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft beim DGB übernommen. 
Vorsitzende waren Willi Hübner (1946-1947), Willi Wolf (1947-1948), Willi Beuster (1948-1949), Anton Jadasch (1949-1950), Florian Schenk (1950-1953), Karl Svihalek (1953-1961), Horst Reinhardt (1961-1962), Fritz Müller (1962-1984), Horst Zimmermann (1984-1989) und Marianne Sandig (1989-1990). 
Zweigspezifische Abteilungen der Gewerkschaft Land, Nahrungsgüter und Forst: Forsten; Materialtechnische Versorgung; Fachgruppe Veterinärwesen. 

Bestandsinformation: 
Im Bestand befindet sich auch Schriftgut der Kommission für die Geschichte der deutschen Landarbeiterbewegung. 
111 lfm 1946-1990
Bemerkung: Grunwald 08-2001
DY 51  
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Gewerkschaft Unterricht und Erziehung
Online-Findbuch

Aufgaben und Organisation: 
Die im Juni 1946 gegründete Gewerkschaft der Lehrer und Erzieher wurde im Juli 1951 in Gewerkschaft Unterricht und Erziehung umbenannt. Vorsitzende waren: Richard Schallock (1946-1949), Karl Ellrich (1949-1954), Erika Wendland (kommissarisch 1954-1955), Alfred Wilke (1955-1964), Paul Ruhig (1964-1985), Helga Labs (1985-1990), Hans-Joachim Scholz (Leiter des Arbeitssekretariats 1990), Friedhelm Busse (1990). Es gab folgende spezifische Abteilungen / Kommissionen: Unterrichts- und Erziehungsarbeit; Schulpolitik und Pädagogik. 
Auf der zentralen Konferenz am 20.10.1990 wurde die Auflösung der Gewerkschaft zum 31.10.1990 beschlossen. Eine Empfehlung zur weiteren Mitgliedschaft in einer bestimmten Gewerkschaft wurde nicht gegeben, viele Mitglieder traten in die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ein. 
Unabhängig von der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung wurde auf regionaler Ebene 1990 die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW - DDR) gegründet. Sie war nicht im Gewerkschaftlichen Dachverband FDGB. Auf den 1990 gegründeten Allgemeinen Verband der Pädagogen der DDR e. V. sei hier ebenfalls hingewiesen.
63 lfm 1945-1990
Bemerkung: Horn 02-2003
DY 53  
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Gewerkschaft Wissenschaft
Online-Findbuch

Aufgaben und Organisation: 
Am 12.09.1952 fand in der Humboldt-Universität zu Berlin die vorbereitende Konferenz zur Gründung einer Gewerkschaft Wissenschaft statt. Vom 15. bis 17.05.1953 fand die erste ZDK (Gründungskonferenz) statt, danach wurden die bisher in den Bereichen Wissenschaft v. a. der Gewerkschaften >>Verwaltungen, Banken, Versicherungen, >>Gesundheitswesen, >>Land und Forst und >>Unterricht und Erziehung organisierten Wissenschaftler, wissenschaftlich-technischen Mitarbeiter, Angestellten und Arbeiter in die Gewerkschaft Wissenschaft überführt. Zum Organisationsbereich zählten neben Hochschulen, Universitäten und Akademien auch wissenschaftliche Bibliotheken, Museen und sonstige wissenschaftliche Einrichtungen, soweit sie nicht Strukturteile von Betrieben waren. Nicht zum Organisationsbereich gehörten die AdK sowie Kunst- und Musikhochschulen bzw. -institute.
Vorsitzende waren: Günter Rienäcker (1953-1959), Alfred Wende (1959-1963), Günther Ehmke (1963-1968), Gerhard Junghähnel (1968-1972), Horst Sander (1972-1982), Rolf Rinke (1982-1990), Günter Eiselt (1990). 
Am 29.09.1990 beschloss eine ZDK die Auflösung zum 31.10.1990, den Mitgliedern wurde der Beitritt zur ÖTV bzw. zur Gewerkschaft GEW empfohlen.
Spezifische Abteilungen/Kommissionen: Forschung-Lehre-Erziehung; Akademien; DAW; Ingenieur- und Fachschulen; Medizin; Universitäten. 
Unabhängig von der Gewerkschaft Wissenschaft wurde 1990 auf regionaler Ebene die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW-DDR) gegründet. Sie war nicht im Gewerkschaftlichen Dachverband FDGB.

Bestandsinformation: 
- ZV der Gewerkschaft Wissenschaft (43,6 lfm, 1952) 
- unterstellter KV AdW Berlin (5 lfm, 1967-1981)
48,6 lfm 1952-1990
Bemerkung: Horn 02-2003
DY 36  
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IG Bau-Holz 
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Aufgaben und Organisation: 
Vorläufer waren die IG Bau, die auf ihrer vom 13.-14.06.1946 in Berlin tagenden 1. ZDK gegründet wurde und die IG Holz deren Gründung auf ihrer 1. ZDK in Gotha vom 11. bis 12.06.1946 erfolgte. Am 16.03.1950 wurden beide Gewerkschaften zur IG Bau-Holz zusammengeschlossen und der provisorische ZV gebildet (1. Tagung des ZV). Grundlage der Gründung war der Beschluss S 30/50 des FDGB-BuV vom 12.01.1950. Die Auflösung der IG Bau-Holz zum 31.10. 1990 wurde auf der außerordentlichen ZDK am 22.09.1990 beschlossen. Die Mitglieder wurden von der IG Bau-Steine-Erden und der Gewerkschaft Holz und Kunststoff beim DGB übernommen. 
Vorsitzende waren Franz Jahn (1946-1953), Walter Tille (1953-1958), Lothar Lindner (1958-1990) und Horst Schulz (1990). 
Zweigspezifische Abteilungen der IG Bau-Holz: Planung und Entwurf; Allgemeines Bauwesen; Industriebau; Bauindustrie; Steinindustrie; Holzbearbeitung; Holzverarbeitung; Holzhausbau; Musik und Kulturwaren. 

Bestandsinformation: 
- IG Bau (0,7 lfm, 1945-1950)
- IG Holz (0,3 lfm, 1946-1950) 
- IG Bau-Holz (63 lfm, 1950-1990)
64 lfm 1946-1990
Bemerkung: Grunwald 08-2001
DY 37  
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IG Bergbau-Energie
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Aufgaben und Organisation: 
Die IG Bergbau wurde am 13./14.06.1946 in Halle/Saale gegründet. Vorsitzende der IG waren Rudolf Jaeger, Karl Honisch und Werner Lucas. Im April 1950 wurde der Bereich der Wismut AG aus der IG Bergbau herausgelöst und die >>IG Wismut gebildet. Vom Juli 1951 bis zum März 1958 wurde der Bereich Erzbergbau der >>IG Metallurgie unterstellt. Die IG Energie wurde am 22.04.1949 durch Herauslösung des Bereichs Energie aus der >>IG Öffentliche Betriebe und Verwaltungen gegründet. Mit der Gründung der >>IG Energie, Post und Transport im April 1958 wurde die IG Energie aufgelöst. Vorsitzender der IG Energie war Gerhard Hauschild. Durch die Eingliederung des Bereichs Energie in die IG Bergbau wurde am 27./28.09.1963 die IG Bergbau-Energie gebildet. Grundlage war der Beschluss S 548/63 des FDGB-BuV. Im April 1990 erfolgte die Umbenennung in IG Bergbau-Energie-Wasserwirtschaft. Die IG Bergbau-Energie wurde zum 31.10.1990 durch Beschluss des außerordentlichen Kongresses des ZV vom 15.09.1990 aufgelöst. Die Mitglieder wurden von der IG Bergbau und Energie beim DGB übernommen. 
Vorsitzende der IG Bergbau-Energie waren Werner Lucas (1963-1976), Erhard Ullrich (1976-1982), Günther Wolf (1982-1989), Horst Schulz (1989/90) und Peter Witte (1990). 
Zweigspezifische Abteilungen der IG Bergbau-Energie: Energiewirtschaft; Nichteisenmetallurgie; Kali; Wasserwirtschaft; Geologie; Grundstoffindustrie. 

Bestandsinformation: 
- IG Bergbau (11 lfm, 1946-1963), 
- IG Energie (10 lfm, 1949-1958) 
- IG Bergbau-Energie (124 lfm, 1963-1990).
Das Schriftgut des Industriebereiches Energiewirtschaft für die Zeit von 1958-1963 befindet sich im Bestand >>IG Energie, Post und Transport. 
145 lfm 1946-1990
Bemerkung: Grunwald 08-2001
DY 38  
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IG Chemie, Glas und Keramik 
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Aufgaben und Organisation: 
Die IG wurde am 15./16.05.1946 in Halle unter dem Namen IG Chemie, Papier, Steine und Erden gegründet und im Dez. 1947 in IG Chemie, Papier und Keramik umbenannt. Beide Bezeichnungen wurden vom FDGB-BuV nicht bestätigt. Der offizielle Name war IG Chemie. Auf der 8. ZDK in Leuna am 13./14.05.1972 wurde sie in IG Chemie, Glas und Keramik umbenannt. Grundlage war der Beschluss P 42/72 des FDGB-BuV. Die Auflösung der IG Chemie, Glas und Keramik erfolgte zum 31.05.1991. Empfehlungen und Regelungen zur Überführung der Mitglieder in andere Gewerkschaften sind nicht bekannt, die Aufnahme in die IG Chemie-Papier-Keramik ist wahrscheinlich. 
Vorsitzende waren: Max Reitersleben (1946-1950), Kurt Kühn (1950-1952), Else Rau (1952), Horst Willim (1953-1958), Rudolf Höppner (1958-1965), Hans-Jürgen Winkler (1965-1967), Werner Oertelt (1967-1980), Edith Weber (1980-1989), Hartmut Löschner (1989-1991). 
Zweigspezifische Abteilungen der IG Chemie, Glas, Keramik: Wirtschaft mit den Bereichen Chemie und Glas/Keramik. 
141 lfm 1946-1990
Bemerkung: Grunwald 08-2001
DY 39  
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IG Druck und Papier
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Aufgaben und Organisation: 
Die IG wurde am 15./16.06.1946 in Leipzig als IG Graphisches Gewerbe und Papierverarbeitung gegründet. Auf der 3. ZDK, die vom 17. bis 20.08.1950 in Berlin stattfand, erfolgte die Umbenennung in IG Druck und Papier. Aufgelöst wurde die IG entsprechend dem Beschluss der ausserordentlichen ZDK vom Juni 1990 zum 30.09.1990. Die Mitglieder wurden von der IG Medien übernommen. Beschäftigte der zellstoff-, papier- und pappeerzeugenden Betriebe sollten sich der noch bestehenden IG Chemie, Glas und Keramik anschließen. 
Vorsitzende waren Otto Krautz, Heinz Meier, Heinz Oehler, Heinz Deckert und Werner Peplowski. 

Bestandsinformation: 
- Industriekommission Polygraphie und Erzeugung
- Schriftgut des Beauftragten des ZV im VVB (Kombinat) Zellstoff/Papier/Pappe. 
106 lfm 1946-1990
Bemerkung: Grunwald 08-2001
DY 40  
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IG Eisenbahn
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Aufgaben und Organisation: 
Die IG Eisenbahn wurde auf der 1. ZDK am 17./18.06.1946 in Berlin gegründet. Vorsitzende waren Theodor Kotzur, Roman Chwalek, Karl Fritsche und Karl Iffländer. 
Im Sept. 1963 erfolgte die Auflösung der IG Eisenbahn. Der Bereich Eisenbahn wurde mit den Bereichen Post und Transport der >>IG Energie, Post und Transport zur >>IG Transport und Nachrichtenwesen vereinigt. Im Dez. 1989 beschloss deren ZV die Aufspaltung in die Deutsche Postgewerkschaft, die IG Transport und die Gewerkschaft der Eisenbahner. Der satzungsgebende Kongress der Gewerkschaft der Eisenbahner fand am 14./15.02.1990 statt. 
70 lfm 1946-1963
Bemerkung: Grunwald 08-2001
DY 46  
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IG Metall
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Aufgaben und Organisation: 
Die Gründung erfolgte auf der 1. ZDK am 13./14.06.1946 in Berlin. Entsprechend dem Beschluss der außerordentlichen ZDK der IG Metall vom 12./13.12.1950 in Leipzig wurde im Juli 1951 der Bereich Schwerindustrie aus der IG Metall herausgelöst. Mit dem Bereich Schwerindustrie der >>IG Bergbau bildete er die IG Metallurgie, deren Gründung am 21./22.07.1951 in Hettstedt erfolgte. Vorsitzende der IG Metallurgie waren Herbert Dönitz und Alwin Günther. Im März 1958 wurde die IG Metallurgie aufgelöst, die Zuständigkeit für die Schwerindustrie wurde anteilig wieder an die IG Metall, die sich jetzt in IG Metall-Metallurgie umbenannte und die IG Bergbau übertragen. Auf der 5. ZDK vom 30.09. bis 02.10.1959 in Leipzig wurde die IG Metall-Metallurgie in IG Metall zurückbenannt. Die Auflösung der IG Metall erfolgte zum 31.12.1990. Die Mitglieder wurden von der IG Metall beim DGB übernommen. 
Vorsitzende der IG Metall waren Paul Peschke, Hans Schmidt, Rolf Berger, Herbert Dönitz, Reinhard Sommer, Gerhard Nennstiel, Hartwig Bugiel. 
Zweigspezifische Abteilungen der IG Metall: Elektrotechnik/Elektronik; Verarbeitungsmaschinen- und Fahrzeugbau; Schwermaschinen- und Anlagenbau; Metallurgie. 

Bestandsinformation: 
- IG Metall (217 lfm, 1946-1990) 
- IG Metallurgie (18 lfm, 1951-1958).
235 lfm 1946-1990
Bemerkung: Grunwald 08-2001
DY 47  
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IG Örtliche Wirtschaft
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Aufgaben und Organisation: 
Die IG Örtliche Wirtschaft wurde nach der Bildung des Staatssekretariats für Örtliche Wirtschaft gegründet. Der Beschluss dazu wurde auf dem 4. FDGB-Kongreß im Juni 1955 gefasst. Mit Beschluss P61/55 vom 28. Juli legte das Präsidium des BuV des FDGB die notwendigen Maßnahmen zur Bildung der IG Örtliche Wirtschaft, sowie zu deren Aufgaben und Struktur fest. Mit Beginn des Jahres 1956 setzte die praktische Arbeit im Organisationsbereich ein. Die Mitglieder wurden aus den bisher fachlich für sie zuständigen Industriegewerkschaften >>Metall, >>Textil-Bekleidung-Leder, >>Nahrung-Genuß-Gaststätten, >>Bau-Holz (nur Holzindustrie), >>Chemie, >>Transport überführt. Der Organisationsbereich sozialistische Wirtschaft umfasste die den Abteilungen Örtliche Wirtschaft bei den Räten der Bezirke und Kreise unterstellten Industriebetriebe und Kombinate, sowie Betriebe und Werkstätten der Konsum-Genossenschaften mit Ausnahme der Einrichtungen des genossenschaftlichen Handels, die dem Verband Deutscher Konsumgenossenschaften in Berlin direkt unterstellt waren. Im Organisationsbereich private Wirtschaft waren Industrie- und Transportunternehmen, sowie die in den Gewerberollen der Bezirkshandwerkskammern eingetragenen Handwerks- und sonstige Betriebe erfasst. Betriebe und Einrichtungen aus folgenden Bereichen gehörten nicht in den Zuständigkeitsbereich der IG Örtliche Wirtschaft: Bau- und Baustoffindustrie, Handel, Land- und Forstwirtschaft, Erwerbsgartenbau, Gaststätten und Beherbergungsbetriebe, volkseigene Nahverkehrsbetriebe, Stadtreinigungsbetriebe, sowie Einrichtungen und Betriebe aus den Zuständigkeitsbereichen der im o. g. Beschluss nichterwähnten Industriegewerkschaften. Im April 1958 wurde die IG aufgelöst. Die Mitglieder wurden in die fachlich zuständigen Industriegewerkschaften überführt. Ab 1963 war die >>Gewerkschaft der Mitarbeiter der Staatsorgane und der Kommunalwirtschaft für den Bereich örtliche Wirtschaft zuständig. 
Vorsitzende waren Hans Löhn (1955-1956) und Rudolf Höppner (1956-1958).
3,5 lfm 1955-1958
Bemerkung: Horn 02-2003
DY 49  
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IG Textil-Bekleidung-Leder 
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Aufgaben und Organisation: 
Im März 1950 wurden die Industriegewerkschaften Bekleidung; Textil und Leder zur IG Textil-Bekleidung-Leder (TeBeLe) vereinigt. 
Vorsitzende waren: Willi Gross (ab April 1950), Anna Posselt (1955-1963 ?), Charlotte Bombal (1976-1986), Annelie Unger (1986-1989), Hans-Jürgen Nestmann (1990). 
Die Ausserordentlichen ZDK der IG TeBeLe beschloß am 29.Dez. 1990 die Auflösung zum 31.Dez. 1990. Den Mitgliedern wurde empfohlen, in die Gewerkschaft Textil-Bekleidung bzw. die Gewerkschaft Leder einzutreten.

Bestandsinformation: 
- IG Bekleidung (0,07 lfm, 1946-1950)
- IG Textil (0,05 lfm, 1946-1950)
- IG Leder (0,27 lfm, 1946-1950) 
- IG Textil-Bekleidung-Leder (43,6 lfm, 1950-1990) 
48 lfm (ca. 4 lfm unbearbeitet) 1946-1990
Bemerkung: Horn 02-2003
DY 50  
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IG Transport- und Nachrichtenwesen
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Aufgaben und Organisation: 
Im Juni 1946 wurde die IG Handel und Transport gegründet. Im April 1949 wurde sie in die >>IG Handel und die IG Transport geteilt. Die IG Transport wurde im April 1958 mit der >>IG Energie sowie der IG Post und Fernmeldewesen (gegr. Juni 1946) zur >>IG Energie, Post, Transport vereinigt. Nach deren Auflösung wurden im Sept. 1963 die Bereiche Post und Transport mit der >>IG Eisenbahn zur IG Transport- und Nachrichtenwesen zusammengeschlossen. Vorsitzende waren Karl Iffländer (1963-1977) und Karl Kalauch (1977-1989). Folgende zweigspezifischen Abteilungen bestanden: Eisenbahn; Post- und Fernmeldewesen; Transport. Der ZV der IG Transport- und Nachrichtenwesen beschloss am 15./16.12.1989 die Aufspaltung in Gewerkschaften für die drei Bereiche Eisenbahn, Transport, Post. Diese Nachfolgegewerkschaften waren Mitglied im Gewerkschaftlichen Dachverband FDGB.
Der satzungsgebende Kongress der Gewerkschaft der Eisenbahner fand am 14./15.02.1990 statt, Vorsitzender war Berndt-Peter Rothe. Die sofortige Auflösung dieser Gewerkschaft wurde am 24.10.1990 beschlossen, die Mitglieder wurden in die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands im DGB (GdED) überführt. 
Die IG Transport führte ihren satzungsgebenden Kongress am 22./23.02.1990 durch, Vorsitzender wurde Karl-Heinz Biesold. Am 29.09.1990 beschloss die 2. ZDK die Auflösung zum 02.10.1990, den Mitgliedern wurde empfohlen, der Gewerkschaft ÖTV beizutreten. 
Der satzungsgebende Kongress der Deutschen Postgewerkschaft fand am 10./11.03.1990 statt, Vorsitzender wurde Peter Praikow. Die Auflösung der Gewerkschaft beschloss der am 12./13.10.1990 tagende Kongress zum 31.10. 1990, die Mitglieder wurden in die Deutsche Postgewerkschaft (DPG) überführt. 
Am 11.05.1990 wurde die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr/DDR gegründet, die nicht dem Gewerkschaftlichen Dachverband FDGB angehörte. Vorsitzender war Robert Knauth.

Bestandsinformation: 
- IG Post- und Fernmeldewesen (6,7 lfm, 1946-1958)
- IG Transport (6 lfm, 1946-1958)
- IG Transport- und Nachrichtenwesen (47 lfm, 1958-1990).
59,7 lfm 1946-1990
Bemerkung: Horn 02-2003
DY 52  
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IG Wismut 
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Aufgaben und Organisation: 
Im April 1950 wurden die bis dahin in der >>IG Bergbau gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter der SAG Wismut in die eigens gegründete IG Wismut überführt. Vorsitzende waren: Richard Leppi (1950), Heinz Roeder (kommissarisch 1951-1952), Werner Lucas (1952-1955), Heinz Schönfeld (1955-1966), Herbert Strienitz (1966-1985), Gotthard Stark (1985-1989), Dieter May (1990). 
Am 28.09.1990 beschloss die 2. außerordentliche Delegiertenkonferenz die Auflösung zum 31.10.1990, den Mitgliedern wurde der Beitritt zur IG Bergbau und Energie im DGB empfohlen.
77 lfm 1949,1950-1987
Bemerkung: Horn 02-2003