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Hauptabteilung II (Spionageabwehr)

Stand: Dezember 2020
Umfang: 1.675 lfm
Laufzeit: 1950 - 1990
Erschließungsstand: 99 %

Aufgabenstellung:
 - Spionageabwehr: Aufdeckung und Abwehr geheimdienstlicher Angriffe gegen die DDR auf politischem, ökonomischem und militärischem Gebiet. Aufklärung von Organisationen, die im Operationsgebiet gegen die DDR arbeiteten
- Gewährleistung der inneren Sicherheit im MfS (Sicherung der hauptamtlichen und ehemaligen Mitarbeiter und deren Verwandten und engen Bekannten)
- Gewährleistung der Sicherheit des IM-Netzes
- abwehrmäßige Sicherung von Dienst-, Unterkunfts- und Freizeitobjekten des MfS
- Überwachung der ausländischen Vertretungen (einschließlich Sicherung und Bearbeitung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der DDR)
- Sicherung der DDR-Auslandsvertretungen
- Anleitung der Operativgruppen in Moskau, Warschau, Prag, Budapest und Sofia
- Bearbeitung (Bespitzelung und Steuerung der Arbeit) von in der DDR akkreditierten Journalisten und Korrespondenten sowie weiteren bevorrechteten Personen (Mitarbeiter von Botschaften, Handelsvertretungen usw.)
- Abwehrarbeit unter ständig oder zeitweilig in der DDR lebenden Ausländern
- Spionageabwehr unter dem Personalbestand des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten (MfAA), des Dienstleistungsamtes für Ausländische Vertretungen (DAV) sowie des Wachkommandos "Missionsschutz" der Volkspolizei
- Sicherung der Zusammenarbeit der SED und des FDGB mit der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) bzw. mit der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins (SEW)
- Führung von IM sowie Arbeit mit HIM und OibE

Enthält u. a.:
 - Interne Arbeitsorganisation der Hauptabteilung (HA)- Arbeitsplanung einzelner Bereiche
- Fachlich-politische Weiterbildung
- Angelegenheiten der Mitarbeiter
- Operative Arbeit, Sicherungsbereiche
- Sicherung des Netzes inoffizieller Mitarbeiter (IM) und der hauptamtlichen Mitarbeiter
- Aufklärung und Verhinderung von Fahnenflucht, Geheimnisverrat, Doppelagententätigkeit und Dekonspiration von Mitarbeitern des Staatssicherheitsdienstes und der Verwaltung Aufklärung der Nationalen Volksarmee (NVA)
- Verratsanalysen und Aufklärung der Rückverbindungen des in die Bundesrepublik Deutschland übergelaufenen Mitarbeiters der Hauptverwaltung Aufklärung (HV A), Werner Stiller
- Absicherung des inoffiziellen Netzes der Staatssicherheit im Operationsgebiet (OG)
- Einschätzung zur Lage in Polen ab 1980
- Überwachung von Vertretern der PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation) sowie Angehörigen der Botschaft Libyens in der DDR
- Überwachung und Aufklärung von Botschaften in der DDR (sozialistische und nichtsozialistische Staaten)
- Beobachtung und Bearbeitung der ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der DDR (Personal, Kontakte, Besuche von Politikern, Veranstaltungen, Baugeschehen u. a.)
- Aufklärung westlicher Geheimdienste und von Sicherheits- und Staatsorganen (u. a. "Organisation Gehlen" und Bundesnachrichtendienst)
- Absicherung der Kontakte SED, FDGB; sonstige Organisationen der DDR in die Bundesrepublik Deutschland und das westliche Ausland
- Aktivitäten der Abteilung Verkehr beim Zentralkomitee (ZK) der SED
- Sicherung des Sondergebietes Karlshorst (sowjetische Militäreinrichtung) in Ost-Berlin
- Überprüfung der Kontakte von DDR-Bürgern zu Bürgern westlicher Staaten im sozialistischen Ausland
- Überprüfung des Anwohnerbereiches von Botschaften und Arbeit mit IM im Wachkommando "Missionsschutz"
- Überwachung, Absicherung von in der DDR lebenden Ausländern
- Bildung, Aufgaben, Tätigkeit der "Arbeitsgruppe Ausländer" im MfS
- Überprüfung von "Selbstanbietern" für eine inoffizielle Zusammenarbeit mit dem Staatssicherheitsdienst sowie von Rückkehrern aus der Bundesrepublik Deutschland
- Überwachung/Überprüfung von Angehörigen hoher Partei- und Staatsfunktionäre der DDR (u. a. des Präsidenten der Volkskammer)

Informationen über die Bearbeitung des Teilbestandes:
 An der Verzeichnung des Teilbestandes wird derzeit gearbeitet. Die Unterlagen sind als formierte und ungeordnete lose Blattablagen in Bündeln überliefert. Insbesondere die losen Blattablagen lassen kaum Rückschlüsse auf den Registraturzusammenhang zu und erfordern intensive Ordnungsarbeiten. Bei den formierten Ablagen sind verschiedene Ablagesysteme erkennbar.
Wie alle operativen Diensteinheiten bildete auch die HA II mehrere sogenannte „Zentrale Material Ablagen“ (ZMA) überwiegend für die Überlieferung von personenbezogenem Schriftgut. 
Die ZMA der HA II/10 (zuständig für DDR-Auslandsvertretungen; Unterhalt von Operativgruppen, in Bulgarien, Jugoslawien, Polen, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und Ungarn) mit 18,4 lfm. und HA II/13 (Bearbeitung von Auslandskorrespondenten) mit 44,8 lfm wurden rekonstruiert und sind unter ihrer ZMA-Nummer nutzbar. 
Bei den überlieferten Unterlagen handelt es sich überwiegend um personenbezogene Unterlagen: Bei der Abteilung 10 handelt es sich um Unterlagen mit Überprüfungen und Ermittlungen gegen operativ interessante Personen und Personengruppen wegen des Verdachtes auf Spionage für feindliche Geheimdienste, Vorbereitung und Durchführung von Republikfluchten oder Ausübung krimineller Handlungen.
In der Abteilung 13 ist die Überwachung der Aktivitäten von Journalisten, Korrespondenten, Mitarbeitern von Fernsehsendern und Filmarbeiten in der DDR überliefert. Beide ZMAs sind über die jeweiligen Vorverdichtungs- Such- und Hinweiskarteien (VSH) und das Elektronische Personenregister (EPR) recherchierbar. 
In der ZMA der Abteilung 19 sind personenbezogene Unterlagen zur Sicherung der Beziehungen der SED und des FDGB mit kommunistischen Parteien und Organisationen in der BRD, die Unterstützung und Sicherung illegaler kommunistischer Parteien und Aktivitäten von Mitarbeitern der Abteilung Verkehr beim Zentralkomitee (ZK) der SED mit ca. 69,63 lfm überliefert. Die ZMA der Abteilung 19 wurde mit neuen Archivsignaturen versehen und ist teilweise über die VSH-Kartei sowie das Elektronische Personenregister (EPR) recherchierbar.
Die übrigen ZMA und personenbezogenen Unterlagen, die in den Bündeln der HAII aufgefunden wurden, sind mit einer neuen BStU-Archivsignatur versehen worden und sind über das EPR zugänglich. Eine sachbezogene Erschließung erfolgte bisher nicht. 
Zusätzlich gibt es Unterlagen mit ZMA-Nummern, die in Bündeln bzw. in den physisch rekonstruierten Unterlagen aufgefunden wurden. Dieses Material wurde als Sachakte verzeichnet und erhielt eine Archivsignatur. Zur vorhandenen ZMA-Nummer wurde eine Konkordanz hergestellt. In dem Sachaktenerschließungsprogramm (SAE) wurde die ZMA-Nr. in das Feld „Registratur/ Herausgabesignatur“ eingetragen und ist somit recherchierbar. 
Zum Teilbestand gehört ferner eine größere Anzahl von Fotos, Negativen, Dias sowie Videos, Tondokumente und Kinefilme.

Findmittel (BStU-intern):
 - personenbezogene MfS-Karteien
- Datenbank "Elektronisches Personenregister" (EPR)
- Datenbank "Sachaktenerschließung" (SAE)
- Datenbank zu Mitarbeitern der HV A, zu HIM und OibE (HHO)

Besonderheiten:
 - Außerdem sind Säcke mit zerrissenen Unterlagen überliefert
- Rückführungen zum BStU sind erfolgt




Verfügbare Online-Teilfindmittel:
 
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Hauptabteilung II/11: Überwachung ausländischer Vertretungen in der DDR
Online-Findbuch
 
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Hauptabteilung II/18: Abwehr terroristischer Handlungen
Online-Findbuch
 
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Hauptabteilung II - Tonaufzeichnungen
Online-Findbuch - Digitalisate